Das meiste hat sich bei der P2008 JC getan. In der "Next Generation"-Version hat Tecnam das Schulflugzeug an mehreren Stellen weiterentwickelt. Der Rotax 912 iSc2 mit Einspritzung und 100 PS verbraucht laut Hersteller nur rund 14 Liter pro Stunde. Das liegt deutlich unter dem Verbrauch konventioneller AvGas-Trainer. Die Direct Operating Costs inklusive Kraftstoff, Wartung und Rücklagen sollen unter 100 Euro pro Flugstunde liegen.
Sichtbar verändert hat sich der Propeller: Statt des bisherigen MT-Dreiblatts kommt jetzt ein Zweiblatt zum Einsatz, der im unteren Geschwindigkeitsbereich besser arbeiten soll. Auch der Flügel wurde überarbeitet. Durch eine verlängerte Flügelvorderkante sinkt die Überziehgeschwindigkeit weiter, das Abrissverhalten soll gutmütiger werden. Gerade im Schulbetrieb ist das ein wichtiger Punkt.
Die wohl gewichtigste Änderung betrifft die Zulassungsgrundlage: Die P2008 JC NG wird nicht mehr nach CS-VLA, sondern nach EASA CS-23 Amendment 6 zertifiziert. Das bedeutet strengere Anforderungen an Struktur, Systeme und Flugeigenschaften. Für Flugschulen, die Wert auf eine belastbare Zulassungsbasis legen, dürfte das ein Argument sein. Neu ist außerdem die Möglichkeit zur Nachrüstung eines Autopiloten. Im Cockpit sitzt weiterhin das Garmin G3X Touch. Der Hybrid-Rumpf aus Carbon und Metallflügeln bleibt unverändert.
P-Mentor: IFR-Training ab 270.000 Euro
Der P-Mentor ersetzt die P2002 als Schulflugzeug und ist von vornherein auf IFR-Training ausgelegt. Angetrieben wird er vom Rotax 912 iS mit 100 PS und Einspritzung – einen Vergasermotor bietet Tecnam hier nicht mehr an. Serienmäßig an Bord sind EFIS und Autopilot. Der Einstiegspreis liegt bei rund 270.000 Euro. Die VFR-Variante des gleichen Flugzeugs firmiert weiterhin als P2002 Sierra MkII, ist für VFR Night zugelassen, aber nicht IFR-fähig. Hier hat sich gegenüber dem Vorjahr nichts geändert.

Mit der P-Mentor hat Tecnam vor allem die IFR-Ausbildung im Blick.
P92 Echo MkII: UL jetzt mit Einspritzer, bald mit 140 PS
Bei der P92 als Ultraleicht gibt es einen relevanten Schritt: Das Flugzeug ist jetzt mit dem Rotax 912 iS als Einspritzervariante erhältlich. Zusätzlich steht die Zertifizierung mit dem Rotax 915 iS und 140 PS bevor – ein spürbares Leistungsplus. Beim Thema Autopilot für die UL-Version wartet Tecnam noch auf die Zulassung durch das Luftfahrt-Bundesamt.

Der Rotax 915 iS soll bald auch die P92 Echo Mk II antreiben.
P2010 und P2006T: Evolution statt Revolution
Die P2010 gibt es in zwei Ausführungen: als Standard-MkIII mit Lycoming oder TDI-Diesel und als hochwertig ausgestattete Gran-Lusso-Variante für rund 800.000 Euro. Technisch bleibt die Gran Lusso unverändert, die Unterschiede liegen im Interieur und in der Materialqualität. Für die MkIII neu ist eine Klimaanlage aus eigener Entwicklung, zunächst für die Lycoming-Versionen, später auch für die TDI-Variante. Dazu kommen neue Garmin-Avionik-Pakete.
Auch bei der zweimotorigen P2006T Next Generation hat sich strukturell wenig verändert. Das Layout wurde leicht angepasst, die Grundkonstruktion mit zwei Rotax-Einspritzmotoren bleibt bestehen.

Tecnams kleine Zweimot ist bei Flugschulen zur MEP-Ausbildung beliebt.
P2012 Traveller VIP Edition: Flaggschiff mit Galley und Toilette
Am oberen Ende der Palette steht die P2012 Traveller in einer neuen VIP Edition. Tecnam hat im hinteren Bereich drei Sitze entfernt und den Platz für eine kleine Bordküche, eine Toilette und einen großzügigen Gepäckbereich genutzt. Das Interieur orientiert sich am Gran-Lusso-Niveau. Die VIP Edition ist als Executive-Transporter konzipiert. Einen Preis nennt der Hersteller bislang nicht.

Mit der P2012 Taveller decken die Italiener den Commuter-Markt ab.
Finanzierung und Service
Auf die Frage nach Finanzierungsoptionen verwies Tecnam auf Kauf, Leasing und Mietkauf. Im gleichen Zug kam das Thema After-Sales zur Sprache: Der Ersatzteilvertrieb über Global Aviations bietet Next-Day-Lieferung, das Netz an zertifizierten Service-Centern wird ausgebaut. Wo keine Partnerwerkstatt in der Nähe ist, bietet Tecnam an, Mechaniker der Kundenwerkstatt zu schulen und sich an den Kosten zu beteiligen.












