Man könnte von einer Heimkehr sprechen: Nach 15 Jahren unter dem Dach der Aviation Industry Corporation of China, kurz AVIC, wird Continental Aerospace bald wieder zu einem US-amerikanischen Unternehmen gehören. Am 8. Juni veröffentlichte die Private-Equity-Gesellschaft Arcline eine Pressemitteilung, in der sie die Übernahme der Holdinggesellschaft des Flugmotorenerstellers bekannt gibt. 535 Millionen US-Dollar seien dafür geflossen, die Transaktion zur Börsenentnahme werde durch "unwiderrufliche Zusagen der Mehrheitsaktionäre, Tochtergesellschaften der Aviation Industry Corporation of China", gestützt, heißt es weiter.
Continental wurde 1905 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Mobile, Alabama. Das Unternehmen ist ein führender Entwickler und Hersteller von Kolbenflugzeugmotoren sowie Anbieter von entsprechenden Aftermarket-Produkten und -Dienstleistungen für die allgemeine Luftfahrt. Das Portfolio des Unternehmens umfasst sowohl AvGas- als auch Jet-A-Motoren, die weltweit in einer großen Flotte von Flugzeugen eingesetzt werden.
Flugdiesel aus Sachsen
Insbesondere über die Jetfuel-Motoren ist Continental auch mit Deutschland verbunden. Denn diese Sparte entstand durch die Übernahme der Thielert Aircraft Engines GmbH, die als Continental Aerospace Technologies GmbH in das Unternehmen integriert wurde. Der Standort im sächsischen St. Egidien blieb erhalten, hier werden bis heute die Continental-Diesel Entwickelt und gebaut und auch Entwicklungsdienstleistungen für die US-Mutter in Mobile, Alabama, erbracht.
"Continental ist eine hoch angesehene Plattform mit einer langen Geschichte technischer Führungsstärke, vertrauensvollen Kundenbeziehungen und missionskritischen Produkten, die die globale Flotte der allgemeinen Luftfahrt unterstützen" heißt es in der Arcline-Pressemitteilung. "Die technischen Fähigkeiten des Unternehmens, die Vielzahl installierter Motoren und der Ruf für Zuverlässigkeit passen zu unserer Strategie für Luftfahrt- und Verteidigungssysteme sowie Subsysteme. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Managementteam und den Mitarbeitern von Continental, um weitere Investitionen in das Unternehmen zu unterstützen und dessen nächste Wachstumsphase voranzutreiben."
Welche Zukunft hat Continental?
Private-Equity-Gesellschaften sind Finanzinvestoren, die außerbörsliches Eigenkapital in Unternehmen investieren mit dem Ziel, diese nach einigen Jahren durch operative Optimierungen und strategisches Wachstum deutlich wertvoller weiterzuverkaufen, um hohe Renditen für ihre Investoren wie beispielsweise Versicherungen oder Pensionsfonds zu erzielen. Laut Arcline strebe man grundsätzlich den Aufbau der nächsten Generation von "Industrial Compounders" an. Damit sind marktführende, nicht zu störende industrielle Plattformen gemeint, die darauf ausgelegt sind, über Jahrzehnte hinweg beständig Gewinne zu steigern.
Zur Arcline-Gruppe gehören bereits einige Unternehmen aus den Bereichen Rüstung und Luftfahrt, beispielsweise Siginia Aerospace, Arxis oder Fairbanks Morse.





