Segelkunstflug ist die Randsportart innerhalb der Randsportart. Wenngleich viele Segelflieger die Berechtigung für Advanced Aerobatics in ihrer Lizenz eingetragen oder im Flugbuch bestätigt haben, turnt nur ein kleiner Prozentsatz regelmäßig durch den Himmel. Davon wiederum ist es wiederum nur ein geringer Prozentsatz, der sich regelmäßig in Wettbewerben misst oder gar Ambitionen auf internationale Vergleiche hat.

Segelkunstflug hat nichts zu tun mit spektakulärer Airshow-Fliegerei. Hier geht es um möglichst präzises Fliegen unter hohen körperlichen Belastungen.
Um jenen ein Angebot zu machen, die erstmalig unter den kritischen Augen von Schiedsrichtern Loop, Turn und Rolle in den Himmel zaubern wollen, wurde im Jahre 2000 unter der Regie von Michael Zistler der erste Salzmanncup ausgetragen – benannt nach Wilhelm "Salzmann" Dürkop, einem langjähreigen uneigennützigen Förderer dieser Sportart. Sein Spitzname, unter dem er in der Szene bekannter war als unter seinem bürgerlichen Namen, erhielt er wegen seines Berufs als Steiger in einem Salzbergwerk.
Ziel war es dabei, in der Klasse Sportstman anspruchsvolle Programme zusammenzustellen, die auch mit Schuldoppelsitzern wie der ASK21 zu fliegen sind, und so Neulingen die Chance zu geben, unter realistischen Bedingungen und gegebenenfalls mit Sicherheitspiloten auf dem Rücksitz Wettbewerbsluft zu schnuppern.

Anspruchsvoller Kunstflug mit Schuldoppelsitzern wie der ASK 21 - das ist die Grundidee des Salzmann Cups. Damit die Einsteiger in die Luft kommen, stecken Advanced- und Unlimited-Klasse auch mal zurück.
Ellwangen zum zweiten
In diesem Jahr, zur 24. Auflage, hatte es die Szene einmal mehr auf den Flugplatz Ellwangen-Erpfental verschlagen. Im Jahr zuvor war hier ebenfalls der Salzmanncup ausgetragen worden, allerdings wurde die Veranstaltung noch am ersten Tag abgebrochen, weil ein Pilot der Fliegergruppe Ellwangen bei einem anderen Wettbewerb tödlich verunglückt war. Unter diesen Bedingungen wollte niemand einen Wettbewerb fliegen, bei dem auch der Spaß üblicherweise nicht zu kurz kommt.

Um sie dreht sich alles beim Salzmann-Cup: die Teilnehmer der Einsteigerklasse "Sportsman".
Und die zweite Auflage an diesem Platz wurde ihrem Anspruch als Rookie-Wettbewerb mehr als gerecht: Allein elf Piloten meldeten für die Sportsman-Klasse, und auch die Advanced und die Unlimited waren mit 13 bzw. acht Teilnehmern solide besetzt. Dabei reisten die Kunstflieger aus dem ganzen Bundesgebiet sowie aus Italien und Frankreich an.

Kunstflug heißt auch, alle packen mit an. Gegenseitige Hilfe im Grid ist Selbstverständlich.
Wie so oft beim Salzmann-Cup bewiesen die Organisatoren um Wettbewerbsleiter Manfred Binder und Chef-Schiedsrichterin Franziska Kaiser maximales Durchhaltevermögen, um trotz wechselhafter Wetterbedingungen das maximum an Wertungsdurchgängen für die Teilnehmer herauszuholen.
Am Fronleichnam gingen die ersten Flüge gegen sechs Uhr morgens in die Luft, bevor aufziehendes Schlechtwetter gegen Mittag ein Ende des Flugbetriebs erzwang. Auch am Freitag konnte nicht den ganzen Tag geflogen werden, aber die Fenster, in denen die Box frei von Wolken war, wurden bestmöglich ausgenutzt.
Volle Acro-Dröhnung am Samstag
Am Samstag zeigten dann Piloten und Judges, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Startbereitschaft 9 Uhr – und von da an lief es. Der letzte Kunstflieger setzt erst in der Abenddämmerung zur Landung an, und am Ende standen so vier Durchgänge für die Sportsman und je drei für die Advanced- und die Unlimited-Klasse im Auswertungsprogram.
Bei der Siegerehrung am Sonntagmorgen zeigten sich Manfred Binder und Franziska Kaiser zufrieden mit den Leistungen der Kunstflieger. In der Sportsman-Klasse flog Gerald Schegk mit seiner Pilatus B4 allen anderen davon und verwies Lando Blazejewski und Massimo Raia (beide ASK 21) auf die Plätze.

Das Podium der Sportsman-Klasse.
Die Advanced dominierte in diesem Jahr Alexander Lebland vor Stefan Zistler und Manuel Höllmann. Da Zistler aber in diesem Jahr außer Konkurrenz an den Start ging, rutschte Höllmann auf Rang 2 und Oliver Patek auf den dritten Rang. Alle genannten Piloten gingen auf einem Fox an den Start.

Die Platzierten der Advanced-Klasse.
In der Unlimited-Klasse ließ Niels von Rabenau auf seinem Swift S-1 keinen Zweifel an seiner Überlegenheit. Rang zwei erflog – ebenfalls auf Swift – der Franzose Marc De Bouvier de Chachard. Für eine Überraschung sorgte Nick Weiß auf Rang 3, denn diesen erreichte er auf der in der Unlimited dem Swift klar unterlegenen SZD-59.

Die besten Piloten der Unlimited-Klasse.
Auszeichnung für die Ellwanger
Die Auszeichnung für den Salzmann des Jahres, ein Preis, der an Personen oder Organisationen vergeben wird, die sich besonders um die Förderung des Segelkunstfluges verdient gemacht haben, ging in diesem Jahr an die Fliegergruppe Ellwangen. Damit wollte der Förderverein Segelkunstflug im BWLV als Veranstalter des Salzmanncups die Bereitschaft der Ellwanger würdigen, trotz des Schicksalsschlages im Vorjahr noch einmal als Ausrichter den Hut in den Ring zu werfen.

Ralph Rainer vom Förderverein Segelkunstflug im BWLV überreicht den Preis "Salzmann des Jahres" an Markus Beerhalter und Dominik Stempfle, Vorstand der Fliegergruppe Ellwangen.
Der nächste Salzmanncup findet über das Fronleichnamwochenende 2027 am Flugplatz Stölln-Rhinow statt.





