Ostfriesischer Flugdienst: Aus für die neuen Tecnams

Ostfriesischer Flugdienst
Aus für die neuen Tecnams

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.06.2026
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Tecnam_P2006
Foto: OFD

Mehr Zuverlässigkeit dank modernerer Technik: So dürften sich die Verantwortlichen der Ostfriesischen Flugdienst GmbH die Flottenerneuerung vorgestellt haben. Weg mit den betagten Islandern, die teils nur noch durch Kannibalisierung in der Luft zu halten waren, stattdessen eine Flotte aus drei Tecnam P2006T-Zweimots mit sparsamen Rotax-Motoren. Allerdings: der Plan ging nicht auf.

In einer Pressemitteilung informiert die OFD über den Entschluss, ihre drei neu erworbenen wieder Tecnams zu verkaufen, die ursprünglich im Helgoland-Verkehr ab Nordholz und Heide zum Einsatz kommen sollten. Hintergrund für die Entscheidung sei unter anderem die aus den technischen Anforderungen des Herstellers resultierende umfangreiche Vorflugkontrolle an Zelle und Triebwerk, die von einem Fluggerätemechaniker eines zertifizierten Instandhaltungsbetriebes durchgeführt werden müsse.

Aus der Anforderung, die Voraussetzung für den gewerblichen Einsatz sei, folge, dass die Flugzeuge vor dem ersten Passagierflug des Tages zur Kontrolle in die Werft nach Oostwold, Niederlande, hätten fliegen müssen, und das ohne Passagiere. In der Konsequenz hätte das bedeutet, dass rund die Hälfte der Flugstunden Leerflüge gewesen wären. Vor diesem Hintergrund sei ein wirtschaftlicher Betrieb der neu angeschafften Flugzeuge für die OFD nicht darstellbar.

"Die Vorbereitungen für das finale gewerbliche Zulassungsverfahren haben sich als komplexer und wesentlich umfangreicher erwiesen als im Vorfeld angenommen", wird OFD-Geschäftsführer Timo Trapp in der Pressemitteilung zitiert. "Wir sehen leider keine wirtschaftlich akzeptable Möglichkeit, die geforderte Vorflugkontrolle für unser Einsatzgebiet umzusetzen." Seit über einem Jahr befanden sich die Maschinen in der Vorbereitung des Zulassungsverfahrens für den gewerblichen Flugverkehr, heißt es weiter.

Die OFD bedauere diesen Schritt, aktuell erfolgten Abstimmungen mit den betroffenen Organisationen und Personen. Parallel zum Verkauf der drei Flugzeuge prüfe die OFD, ob der Erwerb eines anderen Flugzeugmusters sinnvoll ist. Eine Rückkehr zur in der Inselfliegerei bisher überwiegend genutzten Islander schließt die OFD aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit und langen Lieferzeiten von Ersatzteilen aus.