Im Vorfeld der Messe hat Garmin vier EASA-Zertifizierungen bekanntgegeben, die unterschiedliche Segmente bedienen. Das GI 275 Electronic Flight Display ist jetzt auch für Part-27-Hubschrauber in Europa zugelassen und ersetzt klassische Rundinstrumente wie Attitude Indicator, CDI oder HSI im 3,125-Zoll-Standardausschnitt – ganz ohne Panelumbau.
Für die Business Aviation hat Garmin die EASA-Zulassung des G5000-Cockpitupgrades auf die Cessna Citation XLS+ und XLS Gen2 erweitert. Drei Landscape-Displays mit Split-Screen-Funktion und zwei Touchscreen-Controller ersetzen die alternde Legacy-Avionik und lösen ein wachsendes Ersatzteilproblem.
Das Cirrus Perspective+ Upgrade hat ebenfalls die EASA-Freigabe erhalten. Es bringt aktuelle Software- und Konnektivitäts-Features auf Cirrus-SR-Modelle der Generationen G3 und G5, die bisher mit dem älteren Perspective-System ausgestattet waren.
DME: Pflichtausrüstung, endlich modernisiert
Besondere Aufmerksamkeit verdient das GDM 450R, ein digitales DME-Radio, das jetzt ebenfalls EASA-zertifiziert ist. Garmin Aviation Sales Manager Fabian Kienzle ordnet am Messestand ein, warum das Gerät trotz unspektakulärer Technik relevant ist: "In Europa ist DME nach wie vor verpflichtend für IFR-Betrieb. Es gab seit 15 Jahren keine Innovation in diesem Bereich." Garmin hat dazu eine AMOC (Alternative Means of Compliance) erwirkt, die sowohl Neuinstallationen als auch den Austausch älterer DME-Geräte über den Garmin-STC abdeckt.

Datenlink-Box GDL 60
Ebenfalls kurz vor der EASA-Zulassung steht die Datenlink-Box GDL 60, die Garmins PlaneSync-Technologie ermöglicht – also die automatische Datenübertragung zwischen Flugzeug und Boden. Der genaue Zulassungstermin ist noch offen. Daneben erwähnt Garmin den CO-Sensor GCO 14, der in Kombination mit GTN-Navigatoren und dem GI 275 arbeitet, sowie neue Software-Versionen für GTN- und TXI-Displays und zusätzliche Autopilot-Plattformen.
Eigene Navigationsdaten als strategisches Thema
Einen großen inhaltlichen Schwerpunkt setzt Garmin in Friedrichshafen auf die eigenen Navigationsdatenbanken, die seit rund zwei Jahren in Europa verfügbar sind. Das Angebot richtet sich an alle Halter von Garmin-Avionik: vom 25 Jahre alten GPS 296 bis zu aktuellen GTN- und TXI-Systemen. Garmin bezieht die Daten direkt aus den jeweiligen nationalen AIPs, bereitet sie auf und vertreibt sie als "Garmin Navigation Databases" im 28-Tage-Zyklus.
Der Vorteil aus Sicht von Garmin: Avionik und Daten kommen aus einer Hand. "Bisher gab es oft Mismatches zwischen Avionik-Hersteller und Datenprovider. Wenn dann etwas nicht funktionierte, schoben sich beide die Verantwortung zu", sagt Kienzle. Besonders interessant für Betreiber älterer GNS-430- oder GNS-530-Geräte: Im "Europe One"-Paket sind neben den reinen Navigationsdaten auch Terrain- und Hindernisdaten enthalten, die früher separat geladen werden mussten. So lässt sich auch ältere Avionik mit aktuellen Datensätzen versorgen – eine zeitliche Geräte-Untergrenze gibt es nicht.

D2 Mach 2 Pro: Fliegeruhr mit Satellitennotruf
Mit der D2 Mach 2 Pro stellt Garmin die erste Pilotenarmbanduhr vor, die über integrierte inReach-Technologie verfügt. Die Uhr bietet Zwei-Wege-Satellitenkommunikation und LTE-Mobilfunk, auch ohne gekoppeltes Smartphone. Piloten können darüber Textnachrichten senden und im Notfall einen SOS-Ruf an die Garmin-Response-Leitstelle absetzen.
Daneben bringt die Uhr Aviation Maps, Synthetic-Vision-Kompatibilität, Gesundheitsmonitoring und bis zu 24 Tage Akkulaufzeit im Smartwatch-Modus mit. Das 51-mm-Gehäuse mit Titan-Lünette und AMOLED-Touchscreen ist ab sofort erhältlich. In den USA listet Garmin die Uhr für 1.549,99 Dollar, in Deutschland liegt der Straßenpreis bei rund 1.600 Euro.
Garmin Pilot: Flugplätze bewerten und kommentieren
Die App Garmin Pilot erhält mit "Airport and FBO Comments" ein neues Bewertungssystem, über das Piloten Kommentare und Sterne-Ratings zu Flugplätzen und FBOs hinterlassen können. Damit zielt Garmin auf ein Bedürfnis, das bisher eher durch Community-Plattformen abgedeckt wurde.












