Die Luftfahrtmesse am Bodensee
AERO 2022
Aero 2022 Messe Friedrichshafen

Vater-Sohn-Teams Eichhorn & Niebergall auf der AERO 2022

Vater-Sohn-Teams Eichhorn & Niebergall Ein besonderes Familien-Doppel auf der AERO 2022

Was zu den Pionierzeiten der Luftfahrt durch die neue Art des Reisens für die Völkerverständigung galt, hat bis heute Bestand. Denn Fliegen verbindet auch Generationen, wie vier besondere Gäste der AERO 2022 in Friedrichshafen eindrucksvoll beweisen.

Die Rede ist von Toni und Walter Eichhorn sowie Nico und Ralf Niebergall. Wo immer auch nur einer dieser Namen auf dem Programm einer Luftfahrtveranstaltung auftaucht, ist eine besondere Aufmerksamkeit des Publikums gewiss. Denn sowohl Vater und Sohn Eichhorn als auch die Niebergalls stehen in der Szene der Allgemeinen Luftfahrt für spektakuläre Shows. Dabei ist Nico, der jüngste der vier, gerade 27 Jahre alt, hat seine Pilotenlizenz also erst seit einem Jahrzehnt. Seine Leidenschaft für die Fliegerei bekam er allerdings bereits in die Wiege gelegt, denn sein Vater Ralf flog schon 1987, also lange vor seiner Geburt. Schon dessen Vater Kurt, Nicos Opa, war als Privatpilot mehr als 40 Jahre in der Luft.

Kunstflug in Kinderschuhen

So wundert es nicht, dass Nico sich bereits als Zwölfjähriger der Fliegerei zuwandte – zunächst ganz altersgemäß im Modellflug. Während Vater Ralf in seiner Siai Marchetti SF 260 saß, um Kapriolen an den Himmel zu zeichnen, tat Sohn Nico dies vom Boden aus. Mit der gleichen Maschine wie sein Vater, nur eben als Modellflugzeug im Maßstab eins zu drei, begleitete Nico mit der Fernsteuerung in der Hand die Figuren seines Vaters im engen Formationsflug. Bis ins vergangene Jahr hinein blieben die beiden die einzigen Piloten europaweit, die sich im Formationskunstflug mit einem "richtigen" Flugzeug und seinem maßstabsgetreuen Modell international einen Namen machten.

Vom Modell ins echte Cockpit

Dass sie mit dieser Art der Fliegerei im vergangenen September auf der anderen Seite des Bodensees im schweizerischen Lommis ihre Abschiedsvorstellung gaben, hat allerdings einen erfreulichen Grund. Denn im Juni 2021 konnten Nico und Ralf endlich ihren Traum vom gemeinsamen Formationskunstflug in "richtigen" Flugzeugen wahr machen. Zuvor hatten sie lange nach einem zweiten Exemplar der nicht eben häufig anzutreffenden SF 260 gesucht und 2012 endlich eine günstige, weil vollkommen zerlegte Siai Marchetti, in Kisten verpackt, gefunden. Was folgte, waren neun harte Jahre des Wiederaufbaus. Im vergangenen Frühsommer konnte Nico, der als Fluggerätemechaniker inzwischen auch beruflich ein zu Hause in der Fliegerei gefunden hat, diese Arbeiten endlich erfolgreich abschließen. Wie man die frisch restaurierte Maschine fliegen muss, hatte er über die Jahre bereits im Flugzeug seines Vaters Ralf trainieren können.

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Vater und Sohn Niebergall sind ein eingespieltes Team - und fliegen Kunstflug mit zwei Siai Marchetti SF-260.

Piloten aus Leidenschaft

Mit ebensolcher Leidenschaft gehen auch Toni und Walter Eichhorn dem Formationskunstflug nach – allerdings schon über mehr als ein Vierteljahrhundert! Vater Walter hatte schon früh seine Leidenschaft fürs Fliegen entdeckt, die in die Arbeit als Verkehrspilot bei der Lufthansa mündete. Aber Eichhorn senior flog nicht nur moderne Verkehrsflugzeuge, auch viele historische Muster zieren seine Fliegerlaufbahn, darunter so bekannte wie etwa die Junkers Ju 52, die er insgesamt 15 Jahre steuerte. Oder das gefürchtete Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg, eine Messerschmitt Bf 109, die er für die Kinokameras im Hollywood-Streifen "Operation Walküre" mit Tom Cruise in der Hauptrolle des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg in der Luft präsentierte.

Motorflug

Mit 85 Jahren noch lange nicht alt

So hat auch sein Sohn Toni die Leidenschaft fürs Fliegen schon mit der Muttermilch aufgesogen. Er wurde nicht nur selbst Berufspilot wie der Vater, sondern interessierte sich ebenso für den Kunstflug in historischen Flugzeugmustern – natürlich ebenso wie die Niebergalls stets in enger Formation. Mehr als 40.000 Flugstunden haben die Eichhorns gemeinsam bis heute in ihren Flugbüchern gesammelt. Allein drei der 26 Jahre präsentierten die beiden ihr Können in zwei Extras. Die in Nordrhein-Westfalen gebauten Maschinen gehören mit zu dem Besten, was der internationale Markt für Kunstflugzeuge hergibt. Viel länger allerdings waren sie in zwei North American T-6, einem amerikanischen Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, unterwegs. Nach 45 Jahren Erfahrung im Cockpit dieses Flugzeugs gab Walter Eichhorn, inzwischen 85 Jahre alt, seine T-6 Anfang vergangenen Jahres schließlich an die Salzburger "Flying Bulls" in gute Hände ab. Der Kunstfliegerei entsagt er damit allerdings noch lange nicht. Während Sohn Toni inzwischen noch über einen französischen Militärtrainer, eine TB-30 "Epsilon" verfügt, ist Vater Walter wieder zur Extra zurückgekehrt. Mit der zeichnet er nach wie vor Loopings an den Himmel bei deutschen Airshows. Ein anderes Hobby, so der international zur Fliegenden Legende gekürte Pilot, werde er sich erst suchen, wenn er alt werde.

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