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Frank Martini
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Elektroflugzeug Bristell Energic: Training für 7 Dollar pro Stunde

Bristell B23 Energic Elektro-Trainer für sieben Dollar die Stunde

"Be energic" könnte der Claim lauten, der das Joint Venture des Tschechen Milan Bříštela und des Schweizers André Borschberg kennzeichnet. Wäre da nicht die 23 im Weg – denn die Bristell B23 Energic soll das erste nach CS23 zugelassene Elektroflugzeug werden.

Bereits bis zum Ende des kommenden Jahres wollen die ehrgeizigen Projektpartner die erste EASA-CS23-Zertifizierung für ein Elektroflugzeug abschließen. Der Prototyp des zweisitzigen Schulflugzeugs ist schon seit 2019 in der Flugerprobung. Derzeit kommt der Antrieb noch von der slowenischen Firma Emrax – ein Elektromotor mit einer Maximalleistung von 90 kW und einer Dauerleistung von 60 kW.

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Noch hängt ein Emrax-Elektromotor an den Akkupacks des Prototypen - später soll er einem stärkeren evolito weichen.

100 kW in der Spitze

Für das Schulflugzeug soll dann ein stärkeres Radialflussaggregat von evolito zum Einsatz kommen. Der britische Hersteller von Elektroflugmotoren ist aus der Yasa hervorgegangen, die Daimler mit dem Fokus auf Automotive-Antriebe übernommen hat. Das ebenfalls am Bristell-Stand ausgestellte Aggregat wiegt nur 24 Kilogramm und bietet eine Dauerleistung von 100 kW und in der Spitze 160 kW. In der Bristell soll er aus Sicherheitsgründen mit einer auf 100 kW begrenzten Spitzenleistung und einer Dauerleistung von 90 kW zum Einsatz kommen, so Axel Doffey vom Schweizer Projektpartner H55. Der Motor und das modular aus parallel wie in Serie zusammengeschaltete Lion-Batteriepack mit 49 kW/h Kapazität sollen als eine Einheit zertifiziert werden, so André Borschberg.

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Übersichtlich - und damit für ein Basistraining genau richtig - präsentiert sich das Panel der B23 Energic.

Ultragünstig im Betrieb

Die weiteren Daten des Elektrotrainers lauten: 9,27 Meter Spannweite, eine Länge von 6,58 Meter und 2,36 Höhe. Die maximale Abflugmasse ist auf 850 Kilogramm festgelegt, bei einer Nutzlast von 190 Kilogramm. Allein eine viertel Tonne wiegen die Akkupacks, die sich nicht nur in dem Stack unter der Cowling verstecken, sondern auch in den Flügeln eingebaut sind. Die Energiedepots sollen eine einstündige Flugzeit mit der zusätzlichen VFR-Reservezeit von 30 Minuten ermöglichen – ein einstündiges Schulungsprogramm ließe sich mit dem Trainer also am Stück und bis zu einer Geschwindigkeit von 110 Knoten absolvieren, ehe die B23 Energic für ebenfalls eine Stunde ans Ladegerät müsste. Mit Blick auf die geringen Betriebskosten wäre diese Beschränkung allerdings verschmerzbar. Basierend auf 20 Cent je kW/h geben die Projektpartner die Kosten pro Flugstunde mit läppischen sieben US-Dollar an.

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