Website PilotEdition: Vereine, Flugschulen und Kosten im Überblick

Website PilotEdition
Vereine, Flugschulen und Kosten im Überblick

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.06.2026
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Vereine, Flugschulen und Kosten im Überblick
Foto: Screenshot PilotEdition

Finde Vereine, die dich fliegen lassen. So steht es in großen Lettern oben auf der Website PilotEdition.com. Das zweite Wort des Satzes wechselt fortwährend, immer wieder ist dort auch "Flugschule" oder "Charter" zu lesen. Wobei "Vercharterer" korrekter wäre. Sei’s drum. Mit dem Projekt des Programmierers Torben Schlossstein ist jüngst eine Informationsquelle von unschätzbarem Wert online gegangen, schafft sie doch das, was bisherige Flugschul- und Vereinsverzeichnisse bislang schuldig blieben: eine Verknüpfung von Kontaktdaten, Informationen zur Flugzeugflotte sowie Charter- und Ausbildungskosten.

Ich hab PilotEdition gebaut, weil ich es selbst gebraucht hätte.

So steht es auf der Startseite von PilotEdition. "Ich habe es selbst erlebt, wie es ist, wenn man sich durchs Netz klickt um herauszufinden, wo man in der Umgebung chartern kann und was das kostet", erzählt Torben im Gespräch mit dem aerokurier. Mit 15 begann er im HAC Boberg mit dem Segelfliegen, betrieb das recht instensiv bis zum Beginn seines Studiums der Wirtschaftsinformatik. "Das ist dann erstmal bisschen eingeschlafen, aber als ich fertig war, kam die Lust wieder hoch, vor allem, die lange erträumte PPL zu machen. Und dann ging die Suche nach einer Schule los."

Torben Schlossstein

Informationssuche als zentrales Problem

Dabei merkt Torben, dass es alles andere als einfach ist, an genügend Informationen zu kommen, um sich ein Bild des Angebots in der Umgebung zu machen. Viele Websites seien ein bisschen in die Jahre gekommen, Gebührenordnungen mitunter schwer zu finden. Zwar haben manche Luftsportverbände übersichten, dort wiederum erfährt man nichts über Flotten und Preise.

Auf seiner Website trägt er nun zusammen, was vorher über dutzende Websites verstreut war: jeden Flugplatz mit seinen Vereinen, Flugschulen, Flugzeugen und Kosten. An einem Ort und vor allem: durchsuchbar, und zwar für Motorflug, Segelflug und Ultraleicht.

Ein kommerzielles Interesse verfolgt Torben Schlossstein damit nicht. "Ich habe innerhalb von gut zwei Wochen einen Crawler programmiert, der die verfügbaren Infos zusammensucht und für die Website aufbereitet, der auch Mittelt zwischen reinen Charterkosten und Vereinsgebühren, sodass am Ende wirklich eine halbwegs realistische Zahl rauskommt. Das bedeutet natürlich auch, dass da mitunter alte Daten abgegriffen werden. Wo mir bewusst ist, das was fehlt, schreibe ich das auch dazu." Wenn jemandem Lücken auffallen, könnte problemlos ergänzt werden, erklärt er. "Ich bekomme täglich Mails von Vereinen und Flugschulen, die ihre Daten aktualisieren, weil ihnen durch die Seite bewusst wird, dass auf ihren Homepages Fehler sind."

Eine schönes Add-on zu den verfügbaren Daten ist die interaktive Karte, mit der sich Interessenten ein gutes Bild davon machen können, wo sie in ihrer Umgebung das Fliegen lernen oder eine Maschine chartern können. Ein Klick auf den Flugplatz führt die hier ansässigen Vercharterer und Flugsportclubs auf – und schon ist man im Bilde. Zudem gibt es weitere Informationen wie Infos zum Platz, Gastro oder Flugplätze in der Nähe.

Screenshot PilotEdition

Was kostet Fliegen wirklich?

Richtig interessant wird es beim Blick auf die Preise, die die Website für Charterstunden ausgibt. Laut PilotEdition kostet eine Motorflugstunde in Deutschland im Median 229 Euro, nass sind es 250 Euro. Im UL zahlt man im Schnitt 127,50 Euro, im TMG 88 Euro. Im Median bedeutet, dass nicht der Durchschnitt aller Preise genannt wird, sprich alle Flugstundenpreise aufsummiert und durch die Anzahl der Werte geteilt, sondern der Preis, der genau in der Mitte aller Werte liegt. Dadurch fallen Ausreißer nach oben und unten weniger ins Gewicht.

Die Preise sind keine Schätzungen. Das sind Rechercheergebnisse.

Erwartbar am günstigsten ist Segelflug im Verein. Hier kostet die Stunde 15 Euro zuzüglich Windenstart, der Jahresbeitrag liegt im Median bei 360 Euro. Das sind laut Torben Schlossstein keine Schätzungen. "Ich habe für diese Auswertung die öffentlichen Gebührenordnungen von 472 Vereinen und Flugschulen ausgewertet. Die Daten wurden maschinell erfasst und von Hand nachgeprüft, insgesamt 5483 Gebührenzeilen und 847 Flugzeuge mit Stundensatz an 312 Flugplätzen!" Sisyphos, der fiktive griechische Steinschieber, würde wohl vor Neid erblassen.

Um die Daten möglichst aktuell zu halten, Lädt Torben Vereine und Flugschulen ein, sich aktiv zu beteiligen. "Ein Datensatz ist schnell korrigiert, eine Mail genügt."

Fazit