Ein Flugzeug zerlegen und im Seecontainer verschiffen kann ja jeder, mag sich ein Eigner aus Polen gedacht haben. Stattdessen hat er seine neue CarbonCub UL zusammen mit einem Piloten aus den USA über den Nordatlantik nach Hause geflogen. Angetrieben wurde die Carbon Cub UL vom turbogeladenen Rotax 916 iS – der mit 160 PS (118 kW) Startleistung stärkste Motor des österreichischen Herstellers mit FADEC-gesteuerter Kraftstoffeinspritzung und Turboaufladung. Die CubCrafters, der Hersteller mit Sitz im US-Bundesstaat Washington, spricht in einer Pressemitteilung von einem "Meilenstein in der Geschichte der Carbon Cub".
Die Reise der Carbon Cub UL mit der Kennung N21UL startete in Lewiston, Idaho, nach der Übergabe an ihren neuen Eigentümer, Zbigniew Dziubas. Begleitet wurde er von Gabriel Batkiewicz, der als Pilot der Expedition fungierte. Im Laufe von 94,5 Flugstunden legte das Flugzeug etwa 6900 Nautische Meilen zurück, überquerte dabei die Vereinigten Staaten, Kanada, Grönland, Island, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und die Tschechische Republik und kam schließlich sicher in Polen an.
Die Reise erforderte sorgfältige Planung, Geduld und disziplinierte Entscheidungen bei Flügen über abgelegenes Gelände, bei sich rasch ändernden Wetterbedingungen und bei langen Etappen über Wasser, schildert der Hersteller. Vor dem Abflug aus Kanada zur Überquerung des Nordatlantiks wurde nach 25 Stunden der erste Ölwechsel durchgeführt.

Die Route: KLWS – KMAN – U88 – U87 – KWYS – KMDS – KBUU – KHAI – KDET (USA) - CYKF – CSE4 – CYBC – CYGV – CYYR – CYFP – CYFB. (Kanada) - BGSF – BKGG (Grönland) - BIRK (Island) - EGPC – 01EG – EGSL (UK) - EHSE – LKLT – EPNT (über Belgien, Niederlande, Deutschland, Tschechien, Polen)
Günstige Wetterbedingungen ermöglichten es der Carbon-Cub-Crew, in Flugfläche 120 über die grönländische Eiskappe zu fliegen, während starker Wind den Weiterflug von Grönland nach Island verzögerte. Um die längste Überwasseretappe zu bewältigen, wurde die CarbonCub mit einem Zusatztank unterm Rumpf ausgestattet, der weitere 95 Liter Treibstoff fasste und die Gesamtkapazität auf rund 270 Liter erhöhte. Der Extra-Treibstoff ermöglichte es, die Färöer-Inseln zu umgehen und nonstop von Reykjavík, Island (BIRK), nach Wick, Schottland (EGPC), zu fliegen. An Bord waren Überlebensanzüge, Schwimmwesten, Rettungsinsel und Kommunikationsgeräte.
Die längste Etappe der Reise umfasste 695 Nautische Meilen, geflogen in 6 Stunden und 58 Minuten, wobei 158 Liter Treibstoff verbraucht wurden. Im Durchschnitt hat der Rotax rund 22 Liter pro Stunde verbraucht. Die Geschwindigkeit lag im Mittel bei etwa 87 Knoten.





