Pipistrel Voyager: Neuer IFR-Trainer mit Trudelzulassung

Oshkosh-Premiere: Pipistrel Voyager
Ein IFR-Trainer, der auch trudeln darf

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.07.2026
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Ein IFR-Trainer, der auch trudeln darf
Foto: Textron / Pipistrel

Der slowenische Flugzeughersteller Pipistrel – seit 2022 Teil des US-amerikanischen Textron-Konzerns – präsentiert auf dem EAA AirVenture in Oshkosh die Voyager. Das neue Trainingsflugzeug ist auf die Bedürfnisse von Flugschulen zugeschnitten und soll mit Effizienz und Einfachheit punkten. Die Voyager entspricht den im vergangenen Jahr vorgestellten FAA-Vorschriften der "Modernization of Special Airworthiness Certification" (MOSAIC). Damit sei der Zweisitzer in der Lage, ein breiteres Spektrum an Ausbildungsaufgaben zu unterstützen und gleichzeitig den Zugang zur Pilotenausbildung zu vereinfachen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Voyager soll sich für die IFR-Schulung eignen und ist für absichtliches Trudeln zugelassen, womit sie sich fürs Upset-Recovery-Training eignen dürfte. Textron Aviation betont die Flexibilität bei den Einsatzmöglichkeiten von der Anfänger- bis zur Fortgeschrittenenschulung. Für den Fall der Fälle ist die Voyager mit einem Gesamtrettungssystem ausgestattet. Den Basispreis beziffert der Hersteller mit 240.000 Euro. Erste Auslieferungen sollen im Jahr 2027 erfolgen.

Als Antrieb kommt voraussichtlich ein Rotax 912 S (74 kW/100 PS) zum Einsatz. Ihr maximales Abfluggewicht beträgt 630 Kilogramm bei einer Zuladung von rund 250 Kilogramm. Der Trainer schafft 740 Nautische Meilen nonstop einschließlich IFR-Reserve. Das Cockpit ist mit dem Garmins neuem Glascockpit AXIS samt Autopilot bestückt.

"MOSAIC steht für grundlegenden Wandel"

"Die Voyager ist als echtes Arbeitstier für die Ausbildung konzipiert. Sie bietet Flugschulen die Möglichkeit, ihre Kapazitäten zu erweitern und gleichzeitig die Effizienz, Zugänglichkeit und Zuverlässigkeit zu wahren, für die Pipistrel bekannt ist", sagte Chris Crow, Vice President Sales bei Pipistrel.

Chris Hearne, Senior Vice President, Engineering, bei Textron Aviation, ergänzte: "MOSAIC steht für einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie Flugzeuge entwickelt und auf den Markt gebracht werden, und die Voyager ist sowohl bei diesen Innovationen als auch beim Zugang wegweisend. Die neuen Regeln ermöglichen leistungsfähigere Flugzeuge, eine schnellere Einführung neuer Technologien und größere Flexibilität bei der Nutzung von Flugzeugen in Ausbildung und Betrieb. Da diese Standards leistungsbasiert sind und auf bewährten Sicherheitsdaten beruhen, ermöglichen sie ein Innovationstempo, das den heutigen technologischen Gegebenheiten besser entspricht und gleichzeitig die hohen Anforderungen der Branche erfüllt."

Weiterer Player im Markt der modernen Trainingsflugzeuge

Mit dem neuen Modell drängt Pipistrel bzw. Textron in einen Markt leichter Trainer, den auch andere Hersteller bedienen. Tecnam aus Italien beispielsweise hat mit der P-Mentor ebenfalls einen zweisitzigen IFR-Trainer mit Rotax-Antrieb im Portfolio. Aus Frankreich kommt die Elixir, ein ebenfalls auf moderate Betriebskosten ausgelegtes Schulflugzeug mit zwei Sitzen. Diamond Aircraft hat nach langer Pause die europäische Produktion der Katana wieder aufgenommen. Sogar Branchen-Primus Cirrus Aircraft hat mit der TRAC10 kürzlich den Rotax-Antrieb für sich entdeckt, wenngleich dieses Modell mit drei Sitzplätzen und dem Turbomotor 916 iS in einer anderen Klasse angesiedelt ist.

Noch bis zum 25. Juli wird die Voyager am Stand von Textron Aviation auf dem AirVenture zu sehen sein.