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airkmotors

UL-Triebwerke

Rotax-Kopien aus China

Der chinesische Motorenbauer Zongshen/Air K Motors bringt in Europa Flugmotoren für Ultraleichtflugzeuge auf den Markt, die den Triebwerken des österreichischen Herstellers Rotax erstaunlich ähnlich sind.

Das in Frankreich ansässige Unternehmen Air K Motors, offizieller europäischer Vertriebspartner von Zongshen Aero Engines aus China, präsentiert derzeit drei neue Flugmotoren für Ultraleichtflugzeuge mit 80 PS, 100 PS sowie ein turboaufgeladenes Triebwerk mit 115 PS. Die Triebwerke gleichen den Motoren des österreichischen Herstellers Rotax bis ins Detail. Eine vierte Variante mit 109 PS und elektronischer Kraftstoffeinspritzung ist offenbar bereits in der Entwicklung.

Die Motoren sehen der Rotax-Flugmotorenserie derart ähnlich, dass es sich mutmaßlich um Kopien der europäischen Triebwerke handelt. Zongshen bestätigt nach einem Bericht des britischen Luftfahrtmagazins Flyer, dass das C115-Triebwerk identisch mit dem Rotax 914 UL Turbo sei. Zongshen hatte sich bislang auf Zwei- und Viertaktmotoren für Roller und Motorräder spezialisiert.

Das Triebwerk mit der Typenbezeichnung C80 soll 80 PS leisten, Gesamtabmessungen und Gewicht sind identisch mit dem Rotax 912, der Hersteller gibt 2500 Stunden TBO und 20 Jahre Laufzeit bis zur Überholung an. Der Motor soll inklusive Steuern 12.360 Euro kosten.

Der C100 aus derselben Serie soll 100 PS leisten, er ist identisch mit dem Rotax 912S. Zongshen gibt eine TBO von 2000 Stunden sowie ebenfalls 20 Jahre Laufzeit an. Der Preis: 14.640 Euro inklusive Steuern.

Für 24.000 Euro soll ein weiteres Triebwerk mit der Typenbezeichnung C115 mit 115 PS auf den Markt kommen. Diese Version ist identisch konstruiert wie der Rotax 914 und soll eine TBO von 2000 Stunden sowie 20 Jahre Laufzeit haben.

Der C110efi mit Kraftstoffeinspritzung ist nach Angaben des Unternehmens noch in der Entwicklung. Er soll 109 PS leisten und entspricht damit dem Rotax 912S. Der C110efi soll inklusive Steuern 18.000 Euro kosten.

Bei Franz Aircraft, dem Deutschlandvertrieb der österreichischen Rotax-Motoren, hält man sich in Bezug auf die Aktivitäten des chinesischen Unternehmens bedeckt. Von Seiten der Firma ist lediglich zu erfahren, dass es weder eine Kooperation noch einen Lizenzvertrag mit den Chinesen gibt. Demzufolge handelt es sich bei den Produkten der Firma Zongshen/Air K Motors offenbar um Plagiate.

Auf dem deutschen UL-Markt können die chinesischen Rotax-Kopien jedoch nur in Zusammenarbeit mit einem Hersteller von Ultraleichtflugzeugen Fuß fassen. Zwar gibt es in der Klasse der Ultraleichten keine spezifische Motorenzulassung wie bei den zertifizierten Flugzeugen. Die Rotax-Kopien könnten jedoch nur im Rahmen eines Typen-Musterzulassungsverfahrens in das jeweilige Gerätekennblatt eingetragen werden, so Frank Einführer vom DAeC.