Wyk auf Föhr: Zukunft mit Elektroflug?

Wyk auf Föhr
Zukunft mit Elektroflug?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.05.2026
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Flugplatz Wyk in Wyk auf Föhr im Bundesland Schleswig-Holstein, Deutschland
Foto: dpa-Zentralbild/euroluftbild.de

Auf dem Flugplatz Wyk (EDXY) auf der Insel Föhr gibt es seit Jahrzehnten einen Sanierungsstau. Der Luftsportclub (LSC) hat der Betriebsgesellschaft, die der Stadt Wyk und der Reederei gehört, wiederholt vorgeworfen, sich nicht um den Erhalt zu kümmern. Seit Herbst 2024 verfolgen Stadt und Reederei zudem den Plan, die Start- und Landebahn 09-27 zu schließen, um dort einen Wohnmobilplatz zu errichten. Dabei ist die Bahn von zentraler Bedeutung für Piloten, weil sie in günstiger Ost-West-Richtung verläuft. Der aerokurier hatte mehrfach über die Entwicklungen auf der Insel berichtet.

Auf einmal katapultiert die jüngste Entwicklung den Platz unerwartet in die Zukunft der Luftfahrt: Wyk erhielt einen Stromanschluss für Elektroflugzeuge, der seit dem 5. Mai betriebsbereit sein soll – als Teil eines Netzes solcher Ladepunkte für Schleswig-Holstein. Noch im Mai soll eine weitere Landestation auf dem Flugplatz Schachtholm (EDXR) bei Rendsburg stehen. Neumünster ist längst mit Hilfe der dortigen Stadtwerke versorgt worden.

Elektroflug auch ab Neumünster

Von Neumünster aus fliegt bereits ein E-Flugzeug. Flugsportclub Neumünster (FSCN) nutzt eine vollelektrische Pipistrel Velis Electro. "Bundesweit gibt es davon nur eine Handvoll Maschinen in Süddeutschland", berichtet Matthias Allendorf, Vorsitzender des FSCN. Die Neumünsteraner wollen Pionierarbeit im Norden leisten. Beim ihrem Flugplatzfest im Vorjahr war es vorgestellt worden.

Matthias Allendorf

Auch Michael Barckhausen auf Sylt zählt mit seiner Flugschule Green Aviation zu den Vorreitern der Elektro-Fliegerei in Schleswig-Holstein. Mit dem selben Flugzeugtyp macht er Ausbildungsflüge. Er ist überdies Leiter der Flugschule im Norden (FIN) des Luftsportverbandes SH. Das gerade jetzt immer enger werdende Netz der Ladestationen begeistert ihn. Erst dadurch könnten Streckenflüge im Rahmen der Ausbildung trainiert werden.

Initiative mit Unterstützung der Politik

Dieses Konzept der für die Elektrofliegerei verbundenen Flugplätze hatte im April Peter Harry Carstensen, ehemals Ministerpräsident des Landes, im Rahmen des Sicherheitstages der Flugrettung (DRF) auf dem Verkehrslandeplatz Schachtholm öffentlich gemacht. Auch er hob die Bedeutung von Ladestationen für Streckenflüge hervor und zeigte sich dabei äußerst erfahren in der General Aviation. Er habe mit Betreibern der Flugplätze zwischen St. Peter-Ording im Westen und Kiel im Osten Gespräche geführt, auch die seien von den Plänen begeistert, ihre Plätze fit zu machen für die neue Antriebsart. Er unterstrich, dass die E-Flugzeuge womöglich schon in Kürze im Lande hin und her hüpfen können.

Ihn verbinde schon seit Jahrzehnten eine enge Freundschaft zu Frederik Paulsen, der das international bekannte Museum Kunst der Westküste gegründet hat. Paulsen ist einer der drei Investoren, die den Flugplatz Wyk übernehmen und auf Vordermann bringen wollen. Weiter stehen bereit die Unternehmer Matthias Redlefsen und Dirk Lehmann.

Carstensen vermied in Schachtholm indes jedes Wort zu den Vertragsverhandlungen auf Föhr. Paulsen habe ihm schon vor vielen Jahren gesagt, dass er alles tun wolle, um den Flugplatz für die Insulaner und ihre Gäste zu erhalten. Jetzt haben die Investoren erste Nägel eingeschlagen und ihre Ladestation aufgestellt – für Flüge in die elektrische Zukunft.