Rennklasse-Segler: Hoffnung nach AD für die Diana 2

Rennklasse-Segler
Hoffnung nach AD für die Diana 2

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.05.2026
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Hoffnung nach AD für die Diana 2
Foto: Lukasz Grabowski

Die Auslegung der SZD-56 Diana 2 ist extrem: 15 Meter Spannweite, nur 8,64 m² Flügelfläche und eine Streckung von 27,57. Dazu extremer Leichtbau bei hoher Festigkeit: Bei rund 185 Kilogramm Leermasse beträgt das maximale Abfluggewicht 500 Kilogramm, die Ballasttanks fassen 240 Liter Wasser. Gleitzahl 50 bei 110 km/h. Ein reinrassiger Renner, gesteuert mit einem Sidestick anstatt eines zentralen Steuerknüppels. Und wenn dieser von Experten wie Sebastian Kawa, Lukasz Grabowski oder Matthew Scutter geführt wurde, gab es für die Konkurrenz oft keine Chance.

Die Dominanz des Musters, von dem bisher nur eine überschaubare Stückzahl gebaut wurden, einige davon mit FES-System, erhielt jüngst einen administrativen Dämpfer: Am 3. April veröffentlichte die EASA eine Airworthiness Directive, mit der die Betriebsgrenzen des Musters eingeschränkt werden: Die maximale Abflugmasse von 500 auf 297 Kilogramm heruntergesetzt, die Höchstgeschwindigkeit von 270 auf 265 km/h. Auch für die Manäver- und Böengeschwindigkeit sowie die Speed mit positiven Klappenstellungen gelten bis auf weiteres geringere Limits.

Hintergrund, so erklärt das EASA-Dokument, sei ein Vorfall im Rahmen der Vorbereitungen für die Zertifizierung der FES-Version gewesen. Demnach hätte ein Flügel während statischen Belastungsprüfungen den vorgeschriebenen Bruchlasten nicht standgehalten.

Bruch nur marginal unter dem Limit

Kevon Szostok, deutscher Ansprechpartner für die Avionic-Muster Diana 2 und die in Entwicklung befindliche Diana 4 präzisierte die vorliegenden Informationen in einem Social-Media-Beitrag: Demnach sei der Bruchtest im Rahmen des Service-Life-Extension-Programms gebrochen, und zwar bei 147,5 % der Last, nicht bei den geforderten 150 %. "Das ist nominal unter der Sicherheitsmarge, auch wenn es zahlenmäßig knapp ist, hält sich EASA dort zu Recht streng an die Regel", so Szostok.

Allerdings konnte er von positiven Signalen aus Polen berichten: Der Hersteller Avionic habe entschieden, in eine Flügel-Verstärkung zu investieren. Statische Tests dafür seien für Juni 2026 angesetzt, mit der Produktion der modifizierten Flügel zum Jahreswechsel zu rechnen. Avionic-Direktkunden sollen den Tausch kostenfrei erhalten, Eigentümer, die die Flugzeuge noch von Bereś erworben hatten, zum Vorzugspreis. "Bolesław Kawik hat darüber in einem offenen Brief an alle Halter der Diana-2 und Diana-2 FES informiert.

Probleme, so Szostok weiter, könne es indes mit französischen PtF-Zulassungen geben. Hier suche der Hersteller nach einer Lösung.