Über das, was im für Flugmedizin zuständigen Referat L6 des Luftfahrt-Bundesamtes passiert oder – oft das noch größere Problem – nicht passiert, hat der aerokurier inzwischen reichlich berichtet. Teils über Jahre verschleppte Verfahren, Untauglichkeitsentscheidungen entgegen externer medizinischer Fachexpertise, absurde, mitunter technisch und flugbetrieblich gar nicht umsetzbare Auflagen in Medicals sind dokumentiert. Und das gemäß EASA-Auditbericht weitgehend unverändert seit mehr als zehn Jahren.
Jüngst hat sich in L6 zumindest eine Personalie geändert: Mit Patrick Meinecke ist die Stelle der Referatsleitung wieder planmäßig besetzt. Bis Mitte 2024 war hier Susanne Schneider in der Verantwortung, später wurde Svenja Zimmermann als "mit der Wahrnehmung der Geschäfte" Beauftragte im Organigramm geführt.
Nun also Patrick Meinecke, nach ersten Informationen ein Jurist. Bisher war Meinecke beim LBA Referent für Grundsatzangelegenheiten und stellvertretender Leiter des Referats L4, in dem Lizenzierungsfragen und bis 2020 auch die Rechtsangelegenheiten der Abteilung L bearbeitet wurden. Für letztere ist die Zuständigkeit laut LBA-Jahresbericht spätestens 2023 auf L6 übergegangen.
Auf eine Anfrage an die Pressestelle des Luftfahrt-Bundesamtes, baten wir um Auskunft, inwiefern Herr Meinecke über medizinische Qualifikationen verfügt, die ihn befähigt, die entsprechende Fachaufsicht über die Fliegerärzte im Referat zu führen. Die Antwort darauf lautete, dass Meinecke die Dienst- und Fachaufsicht obliege, soweit keine medizinische Bewertung von Sachverhalten betroffen sei. Die Leitung des Sachgebiets Flugmedizin verbunden mit der Fachaufsicht in Bezug auf rein medizinische Themen sei Sache der Sachgebietsleitung L61, die mit einer Fachärztin besetzt ist, heißt es.
Bereits im Dezember, als verschiedene Medienportale über ein "Maßnahmenbündel" berichteten, mit denen das Bundesverkehrsministerium die Probleme im LBA angehen wollte, lief eine aerokurier-Anfrage ans BMV weitgehend ins Leere. "Wir bitten um Verständnis, dass wir gegenwärtig keine Detailinformationen weitergeben können. Die ersten Erkenntnisse und Ergebnisse wollen wir Anfang des nächsten Jahres auch mit den Verbänden beraten. Wie wir bereits mitgeteilt haben, streben wir mit den Maßnahmen auch eine Verbesserung der Kommunikation zwischen LBA und Fliegerärzten an", ließ das Ministerium durch eine Sprecherin mitteilen.












