Zugegeben: Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht verleugnen, wenn man die älteren Muster von Air Tractor und PZL M-18 Dromader gegenüberstellt. Und wie es bei Space Shuttle und Buran sowie Concorde und Tu-144 aufgrund ähnlicher Anforderungen zu ähnlichen Designs kam, könnte das auch für die beiden Muster gelten, die ihre Flugstunden beim Agrarflug und Löscheinsätzen sammeln sollten.
Als geistigen Vater beider Muster darf der Ingenieur Leland Snow gelten. Im Alter von 21 Jahren konstruierte er ab 1951 mit der Snow S-1 sein erstes Agrarflugzeug und gründete nach vier Jahren praktischer Tests die Snow Aeronautical Company. Mit der Snow S-2 stieg das Unternehmen in die Serienproduktion von Cropdustern ein. 1965 verkaufte Snow seine Firma an Rockwell und wurde im Rahmen des Geschäfts zum Vizepräsidenten der Aero Commander-Sparte, die eine ganze Reihe von Flugzeugen für die allgemeine Luftfahrt herstellte.

Die Dromader ist deutlich größer als die PZL-106 Kruk, die mitunter in Deutschland auf Airshows zu sehen ist.
Inwiefern Snow selbst noch an der Dromader Anteil hatte, lässt sich kaum nachvollziehen, denn schon 1970 ging der Flugzeugbauer wieder eigene Wege und gründete die Firma Air Tractor. Bei PZL wurde die M-18 Dromader am 27. August 1976 flügge, 1978 begann die Serienproduktion.
Insgesamt wurden mehr als 750 Stück gebaut, die Produktion scheint aber eingestellt worden zu sein, denn auf der Website des Herstellers PZL Mielec findet das Muster keine Erwähnung mehr.
Im Einsatz, wenns drauf ankommt
Dass die betagten Flugzeuge noch gebraucht werden, zeigt sich immer dann, wenn es in den weitläufigen Wäldern Polens brennt. So kamen auch die Fotos in diesem Beitrag zustande. Beim Besuch des aerokuriers am Segelflugzentrum Zar in Südpolen schwebte plötzlich eine M-18 ein, um von einem bereitstehenden Feuerwehrfahrzeug Wasser zu tanken und damit einen Waldbrandeinsatz rund 30 Kilometer entfernt aus der Luft zu unterstützen.
Das Bollern des 1000 PS starken Neunzylinder-Sternmotors, ein Lizenzbau des unter anderem in der Antonow An-2 verbauten Schwetzow ASch-62, war in dem engen Tal, in dem der Flugplatz liegt, schon von weitem zu hören. Der Pilot indes hatte mit dem für seinen schwierigen Anflug bekannten Gelände keine Mühe – wohnt er doch nur wenige hundert Meter entfernt und weiß, worauf es hier fliegerisch ankommt.

Einmal nachfüllen bitte! Gute 1500 Liter pumpten die Feuerwehrleute in Minutenschnelle in den Tank der Dromader.
Während der erste "Tankstopp" noch bei stehendem Motor absolviert wurde, befüllten die Feuerwehrleute den Löschbehälter beim zweiten Mal bei laufendem Triebwerk, sodass die Dromader direkt nach Abkuppeln des Schlauchs wieder losrollen konnte. Einige hundert Meter zog die gewaltige Luftschraube das schwere Flugzeug bergauf, und nach einer 180-Grad-Wende donnerte der Urvogel in Richtung Westen die deutlich abfallende Piste entlang, erhob sich in die Luft und entschwand gen Süden.
Laut einem Bericht der Website Ag Air Update aus dem Jahr 2024 betreibt das Unternehmen MZL 25 Dromader, die vorrangig für die Waldbrandbekämpfung, aber auch andere Arbeitseinsätze genutzt werden.





