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Nach Thomas Cook-Pleite

A380 von Malaysia und Hi Fly holen Urlauber ab

Nach der Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook hängen rund 155000 britische Touristen an ihren Urlaubszielen fest. Diese werden nun im Staatsauftrag nach Hause geflogen. Malaysia Airlines stellt dafür einen Airbus A380. Und auch die A380 von Hi Fly Malta kommt zum Einsatz.

Es ist die größte Rückholaktion dieser Art in der Geschichte des Vereinigten Königreichs: Rund 155000 britische Touristen, die mit Thomas Cook in den Urlaub geflogen sind, sollen in den nächsten Tagen in ihre Heimat zurückgeflogen werden. Die Federführung für diese Mammut-Aktion liegt bei der britischen Zivilluftfahrtbehörde CAA, die unter dem Codenamen „Operation Matterhorn“ zahlreiche Flugzeuge gechartert hat, um die Urlauber abzuholen. Laut Angaben des Fernsehsenders BBC sollen es 45 Jets sein, die der CAA zu diesem Zweck zu Diensten stehen. Damit sollen annullierte Flüge so gut wie möglich ersetzt werden. Zudem versucht die CAA, Fluggäste auf geplante Flüge anderer Airlines umzubuchen. So sollen die Urlauber so nah wie möglich an ihrem ursprünglich gebuchten Rückflugdatum nach Hause kommen. Die Operation Matterhorn ist auf zwei Wochen angesetzt und soll am 6. Oktober enden.

Die A380 mit der Kennung 9M-MNF wurde von Malaysia Airlines auch schon für Pilgerflüge nach Mekka eingesetzt.

Zwei Airbus A380 fliegen für „Operation Matterhorn“

Die Hauptlast der Charterflüge, so sieht es aktuell zumindest aus, werden wohl einheimische Carrier wie British Airways, Virgin Atlantic oder Easyjet übernehmen. Gegenüber dem Portal Simple Flying erklärte ein British Airways-Sprecher, seine Airline sei eine von mehreren Fluggesellschaften, die die CAA bei der Operation Matterhorn unterstützen: „Wir werden in den kommenden Tagen so viel wie möglich helfen.“ Doch zu den von der CAA angemieteten Flugzeugen gehören auch exotischere Maschinen, die im angefragten Zeitraum für ihre Betreiber offenbar entbehrlich sind. So fliegt zum Beispiel seit gestern ein Airbus A380 der Malaysia Airlines im Auftrag der britischen Zivilluftfahrtbehörde. Der Superjumbo mit der Kennung 9M-MNFwar bereits am Sonntagmittag, also vor der offiziellen Bekanntgabe der Thomas Cook-Insolvenz, von Kuala Lumpur aus nach Manchester aufgebrochen und landete dort in der Nacht auf Montag kurz nach Mitternacht. Am Montagabend schließlich brach das 2013 an Malaysia ausgelieferte Flugzeug erstmals im Auftrag der Operation Matterhorn nach Palma de Mallorca auf und landete am Dienstagmorgen um kurz nach 3 Uhr voll besetzt mit britischen Touristen wieder in Manchester – nur um kurz darauf abermals nach Mallorca aufzubrechen. Eine zweite A380, die 9H-MIP von Hi Fly Malta, ist ebenfalls auf Rückholtour im Auftrag der CAA. Die zwölf Jahre alte Maschine, die seit gut einem Jahr für Hi Fly fliegt und davor bei Singapore Airlines im Einsatz war, machte sich am Abend des 23. September von Beja in Portugal auf ins türkische Dalaman, um dort britische Urlauber abzuholen und nach London-Gatwick auszufliegen.

Hi Fly Malta betreibt seit 2018 diese Ex-Singapore-A380 im Chartereinsatz und hat sie dafür mit einem "Rettet-die-Korallenriffe"-Sonderanstrich versehen.

Flugzeuge zahlreicher Airlines im Einsatz

Damit ist es allerdings längst nicht getan: Laut einer Twitter-Meldung von Flightradar24 sind neben den beiden A380 und den genannten britischen Airlines auch Flugzeuge von Wamos, Euro Atlantic, Miami Air, Nile Air, Evelop, Freebird, Titan, Privilege Style, Danish Air Transport, GetJet, AtlasGlobal, Olympus, Sundair, Nouvelair und Maleth_Aero an der Operation Matterhorn beteiligt. Laut BBC-Angaben fliegen die gecharterten Maschinen auf 64 Routen. Angesichts des Ausmaßes der Thomas Cook-Pleite dürfen zudem alle Fluggäste auf einen kostenlosen Rücktransport hoffen, wie die CAA betont. Allerdings nur bis einschließlich 6. Oktober: Wer danach erst nach Hause fliegt, wird für seine Reisekosten wohl selbst aufkommen müssen. Für Urlauber, deren Reiseziel nicht in Großbritannien liegt, gilt die Rückholaktion ebenfalls nicht. In Bezug auf gestrandete deutsche Touristen hat das Auswärtige Amt allerdings schon Unterstützung zugesichert.

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