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Nationale Luftfahrtkonferenz

Kanzlerin Merkel wirbt für Nachhaltigkeit

Foto: Samuel Pichlmaier

Klimaschonende Luftfahrt, Wettbewerbsfähigkeit, sichere und gute Arbeitsplätze – wie diese Quadratur des Kreises gelingen soll, wurde am Mittwoch auf der ersten Nationalen Luftfahrtkonferenz am Flughafen Leipzig/Halle diskutiert. Auch die Bundeskanzlerin war vor Ort.

Allein durch ihr Erscheinen brachte Bundeskanzlerin Angela Merkel der ersten Nationalen Luftfahrtkonferenz in Leipzig große Aufmerksamkeit. Kurz nach 13 Uhr schwebte die Regierungschefin am Mittwoch per Hubschrauber vor dem DHL-Hangar in Begleitung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ein. In ihrer Rede warb Merkel für nachhaltige Innovationen in der Branche. Für die Wirtschaft und Innovationskraft Deutschlands spiele das Fliegen eine entscheidende Rolle, so die Kanzlerin. Dazu gehöre aber auch, dass Deutschland zu einem klimafreundlichen Ort werde. „Denn hier, beim Luftverkehr, zeigt sich eine zunehmende Kritik“, so Merkel. Die Luftfahrt habe sich wichtige Ziele gesetzt, die auch wirtschaftliche Chancen biete, wenn man in nachhaltige Technologien investiere.

Merkel: Luftfahrt ist Innovationsmotor

In Bezug auf die technologischen Herausforderungen ging Merkel auch ins Detail und betonte, dass die Potenziale von Wasserstoff noch lange nicht ausgeschöpft seien. Auch auf die Elektrotechnologie ging die Regierungschefin ein: „Früher hat man bei elektrischer Luftfahrt gelächelt. Heute wissen wir, dass das möglich ist.“ Dennoch erteilte sie erzwungenen Einschränkungen eine Absage und betonte mehrfach die freie Innovationskraft der Branche. „Luftfahrt war schon immer ein Innovationsmotor.“

Foto: Samuel Pichlmaier
Auch die geplante D328NEU, die in Leipzig gebaut werden soll, ließen sich Merkel und die anderen anwesenden Kabinettsmitglieder erklären.

Zum Thema Drohnen spielte sie den Ball an Verkehrsminister Scheuer, der hier auch regulierend eingreifen müsse. „Aber die Technologie der Drohnen bietet auch faszinierende Möglichkeiten“, ergänzte Merkel. Die Kanzlerin schloss ihre Rede mit der Aufforderung zur Zusammenarbeit: „Kooperation ist immer besser als ein Gegeneinander“, sagte sie. Ein aktuelles Beispiel dafür sei die am Vormittag bekannt gegebene Neuauflage des Regionalflugzeugs Dornier Do 328. Das Flugzeug werde wohl bald sogar mit Hybrid-Antrieb fliegen. „Nicht in zehn oder zwanzig Jahren, sondern in drei bis fünf Jahren“, betonte Merkel.

„Leipziger Statement“ soll Weg in die Zukunft weisen

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch das fünfseitige „Leipziger Statement für die Zukunft der Luftfahrt“ unterzeichnet. Es benennt zentrale Handlungsfelder, die gemeinsam vorangetrieben werden sollen – von neuen, umwelt- und klimaschonenden Technologien über Digitalisierung und neue Mobilität bis zu modernen, sicheren Arbeitsplätzen. Das Leipziger Statement ist Ausgangsdokument für die anstehende Überarbeitung der Luftfahrtstrategie der Bundesregierung.

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, würdigte den engen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Er hob die Bedeutung ökoeffizienter Technologien hervor: „Elektrisches und hybrid-elektrisches Fliegen sind zentrale Elemente strategischer Industriepolitik. Das Bundeswirtschaftsministerium wird seinen Beitrag leisten, dass entsprechende Technologien rechtzeitig zum Entwicklungsstart für die nächste Flugzeuggeneration bereitstehen.“

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer betonte, er wolle sich dafür einsetzen „dass die Einnahmen der Luftverkehrssteuer für Forschung, Innovation und Klimaziele genutzt werden. Der Luftverkehr muss auf Qualität setzen und sauber sein. Unser Ansatz dabei bleibt technologieoffen und verkehrsträgerübergreifend. Wir denken Luftverkehr nicht ohne die anderen Mobilitätsangebote ...“

Dornier 228 Electric Flight Demonstrator des DLR Foto: DLR
Das DLR stellte in Leipzig sein Konzept eines hybrid-elektrisch betriebenen Flugzeugs mit 19 Sitzen vor. Es basiert auf der Dornier Do 228.

Nachhaltige Kraftstoffe für CO2-freies Fliegen

„Wir brauchen ein starkes, gemeinsames Engagement von Wirtschaft und Politik zur Förderung nachhaltiger Kraftstoffe“, betonte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Neben vielen anderen Initiativen unterstützt das Unternehmen die Erforschung und Entwicklung alternativer Kraftstoffe durch Beteiligung an konkreten Projekten in Brandenburg und Schleswig-Holstein. Synthetisches Kerosin ist eine realistische Option für CO2-neutrales Fliegen in der Zukunft, so die Lufthansa.

Ein weiterer Hebel zur Einsparung großer Mengen CO2 wäre die Modernisierung der national organisierten Flugsicherungen in Europa. Weil Passagierflugzeuge in Europa Umwege fliegen müssen, verbrauchen sie bis zu 10 Prozent mehr Kerosin. „Die Umsetzung eines Single European Sky wäre eine echte Klimaschutzmaßnahme“, so Carsten Spohr.

Die Nationale Luftfahrtkonferenz wird alle zwei Jahre – im Wechsel mit der Luftfahrt- und Raumfahrtmesse ILA Berlin – in einem anderen Bundesland zu Gast sein.

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