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Ruedi Homberger

Abenteurer

Ruedi Homberger tödlich verunglückt

Ruedi Homberger, Fotograf, Bergführer und Gletscherpilot, ist im Alter von 79 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Bereits am 29. Dezember war der Abenteurer, dem der aerokurier im Januar 2018 eine AirLeben-Geschichte gewidmet hatte, nahe Arosa abgestürzt. Jetzt teilte die Kantonspolizei mit, dass er seinen Verletzungen erlegen sei.

Als Ruedi Homberger im Alter von 58 Jahren als Spätzünder mit der Gletscherfliegerei beginnt, hat er schon viele entlegene Gebiete der Welt bereist und fotografiert. Besonders angetan hatten es ihm die verschneiten Berge der Kontinente. Patagonien, Nepal, Alaska – wo Homberger hin wollte, war er auf die Hilfe der dort ansässigen Busch- und Gletscherpiloten angewiesen. Diese Art der Fliegerei fasziniert ihn so sehr, dass er sich, als seine körperlichen Kräfte nachzulassen beginnen und er die Gipfel nur noch schwerlich zu Fuß erreichen kann, auf seine Faszination fürs Fliegen besinnt und selbst die Lizenz in Angriff nimmt.

Die Ausbildung zum Privatpiloten macht er in den USA, zurück in der Schweiz erwirbt er die EASA-Lizenz und kauft gemeinsam mit einem Freund eine Piper Cub. Wann immer es das Wetter zulässt, ist er nun in der Luft. Bald schon kommt ihn ihm der Wunsch nach der Bergflugberechtigung auf. Für solche Höhenflüge ist die mit 65 PS eher schwach motorisierte Cub jedoch nicht ausgelegt, und Homberger wechselt zu einer Super Cub. Nach den geforderten 250 Landungen erhält er 2006 die Bergflugberechtigung – und sein Traum vom Erkunden der verschneiten Weiten aus der Luft wird Wirklichkeit.

Am 29. Dezember startet er laut Medienberichten von Bad Ragatz aus mit einer zweiten Person an Bord zu einem Flug über einem Arosaer Skigebiet. Ein Amateurviedo zeigt, wie das Flugzeug dort möglicherweise in starke Turbulenzen gerät und taumelnd an Höhe verliert. In der Nähe der Tschuggenhütte stürzt es schließlich in den Schnee. Gegen 11.45 Uhr gehen bei der Polizei mehrere Anrufe ein, die vom Absturz berichten. Zeugen sowie zwei Crews der Schweizer Rega versorgen die zwei Unfallopfer notfallmedizinisch, die laut Polizeimeldung von der Feuerwehr Arosa aus dem stark beschädigten Flugzeug befreit werden müssen. Mit zwei Helikoptern werden die Schwerverletzten ins Kantonsspital Graubünden nach Chur geflogen, wo Homberger eine gute Woche später seinen Verletzungen erliegt.

Kantonspolizei Graubünden

Mit Ruedi Homberger verliert die Schweizer Luftfahrt eine Kultfigur und einen Botschafter, der nicht müde wurde, die Faszination der Natur aus der Luft zu dokumentieren und Interessierte an seiner Passion teilhaben zu lassen.