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Projektbericht UL-Tiefdecker

Breezer-Sport: Nordfriesischer Leistungssportler

Neuer Flügel, Einziehfahrwerk und viele Änderungen, die weit übers Detail hinausgehen: Die neue Breezer Sport möchte ins Segment der schnellen UL-Tiefdecker vorstoßen. In Lübeck stellte Breezer Aircraft seine jüngste Entwicklung der Öffentlichkeit vor.

Mut. Dieses Wort nimmt Vertriebsleiter Wolfgang Nitschmann oft in den Mund, wenn er über die Breezer Sport spricht. „Das Flugzeug ist eine Neuentwicklung aus Deutschland, entstanden in einer Zeit, in der die Branche auf eine Erhöhung des Abflug­gewichts in der UL-Klasse auf 600 Kilogramm hofft.“

Statt auf neue Vorschriften zu warten, haben die Ingenieure von Breezer Aircraft aus Bred­stedt in Schleswig-Holstein ein seit Langem geplantes Projekt in die Tat umgesetzt. Nach erfolgreicher Zertifizierung der Breezer B600 als europäisches LSA Anfang 2016 waren die Kapazitäten für die Entwicklung einer neuen Breezer-Generation endlich frei. Das Ergebnis ist ein auf Sport getrimmter Tiefdecker mit Einziehfahrwerk in Breezer-typischer Ganzmetall-Bauweise, gefertigt aus zertifiziertem Luftfahrtaluminium. Angestrebt werden 245 km/h Reisegeschwindigkeit – 60 km/h mehr als bei bisherigen Modellen – und eine VNE von 290 km/h. Weniger Spannweite – 7,60 Meter (plus Winglets) statt 9,40 Meter – und ein widerstandsoptimiertes NACA-Profil zeichnen den neuen Trapezflügel aus. Doppelspalt-Fowlerklappen erhöhen Flügelfläche und Auftrieb im Langsamflug. Die Composite-Winglets steuert der Propellerspezialist Neuform bei. In den Flügel integriert ist das elektrisch einziehbare Hauptfahrwerk, eine geschleppte Konstruktion aus CNC-gefrästem Aluminium. Auch das modifizierte Höhenleitwerk ist jetzt trapezförmig.

Innenleben: Bei diesem im Bau befindlichen, neu konstruierten Trapezflügel ist die Führung für die Doppelspalt-Fowlerklappen gut zu erkennen. Foto und Copyright: Patrick Holland-Moritz

Erstmals hat die Breezer Sport zwei Flügel­tanks, während der Tank im vorderen Rumpfbereich verkleinert wurde. 105 Liter Kraftstoff stehen so bereit. Zunächst rollt die Neue mit dem Rotax 912 S (74 kW/100 PS) an den Start. Weitere Rotax-Motoren bis hin zum turbo­geladenen Einspritzer 915 iSC sollen folgen.

Verabschiedet hat sich der Hersteller vom Kastenrumpf. Die Breezer Sport kommt mit geformten Rundungen daher, der Hersteller spricht von „Designharmonie“. Versenkte ­Niete minimieren den aerodynamischen Widerstand der Oberfläche. Komplett aus Metall ist auch das überarbeitete Cockpit mit neuer Mittelkonsole und verstellbaren Sitzen gefertigt.Zunächst soll die strukturell auf 600 Kilogramm MTOW ausgelegte Breezer Sport als UL zugelassen werden. Die wichtigsten Belastungstests sind bestanden, sodass dem Erstflug nichts mehr im Weg steht. Bei der Leermasse sollen bewährtes und neues Modell dank kluger Ingenieursleistung etwa gleichauf liegen. Später soll die LSA-Zertifizierung erfolgen. „Diese Planung hängt von der EASA und der Gestaltung neuer Vorschriften ab“, sagt Nitschmann. 

Premiere auf dem Flugplatzfest

Cockpit: Das Instrumentenbrett wird mit der Avionik von Dynon und Garmin ausgestattet. Foto und Copyright: Breezer Aircraft

Premiere feierte der Prototyp auf dem Jubiläumsfest zum 100. Geburtstag des Flughafens Lübeck. 22 000 Zuschauer waren dort, da-runter mehr als 30 Breezer-Besatzungen, die zum jährlichen Typentreffen gekommen waren. 

Trotz aller Neuerungen dürfte der Charakter einer Breezer erhalten bleiben: Die Neue soll ebenso einfach zu fliegen sein wie die bewährten Modelle, die weiterhin im Programm bleiben werden. 

Technische Daten

Stimmiges Paket: Ein abgerundeter Rumpf, ein neuer Flügel mit Winglets, ein neues Leitwerk und das Einziehfahrwerk kennzeichnen die Breezer Sport. Die Oberfläche ist aerodynamisch optimiert. Foto und Copyright: Breezer Aircraft

Breezer Sport

Antrieb
Rotax 912, 912 S, 912 iS Sport, 915 iS

Abmessungen
Länge: 6,92 m
Höhe: 2,24 m
Spannweite: 7,60 m
Kabinenbreite: 1,16 m

Massen und Mengen

Maximalmasse: 472,5 kg oder 600 kg
Tankinhalt: 105 l 

Geschwindigkeiten
Reisegeschwindigkeit: 245 km/h
VNE: 290 km/h

aerokurier Ausgabe 10/2017

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