Im Jahr 1926 wurde in Mannheim-Neuostheim, direkt neben dem Neckar, zum ersten Mal der Flugbetrieb aufgenommen. Heute, genau 100 Jahre später, gilt der City Airport als wichtige Infrastruktur und bedeutender Faktor für den Wirtschaftsstandort der Region Rhein-Neckar mit großem Potenzial für die Zukunft. Beim Festakt am Dienstag stand das nicht nur in den Redemanuskripten, sondern es war tatsächlich die zentrale und glaubwürdige Botschaft des Nachmittags. Denn Stadtrat, Oberbürgermeister Christian Specht wie auch die Vertreter der Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stehen ohne Wenn und Aber hinter dem Flughafen. Airport-Chef Dirk Eggert zeigte zudem auf, wie der Flughafen die Transformation der Energiewende meistern kann und daraus sogar gestärkt hervorgehen könnte.
Flammendes Plädoyer für den City Airport
Besonders Mannheims OB hielt ein flammendes Plädoyer für den Flugplatz. Mit Blick auf die Partnerstadt Czernowitz in der Ukraine werde deutlich, wie wertvoll ein city-naher Flugplatz für eine Stadt dieser Größe sei, für die medizinische Versorgung, schnelle Hilfe im Krisenfall, aber auch militärisch, so Specht. Die Parallelen von Czernowitz machten dies deutlich: die Station "Christoph 53" der DRF Luftrettung, die starken Verbindung in die regionale und überregionale Wirtschaft und das Potenzial, auch militärische Infrastruktur für den Krisenfall bereitzustellen.
Energiewende als Chance
Deutlich wurde bei dem Festakt auch der Wille, die Energiewende und die damit verbundenen Transformationen als Chance für den Standort und den City Airport zu nutzen. In einer Gesprächsrunde mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik wurden die Herausforderungen nicht kleingeredet, und dennoch stand der Festakt im Geist einer mitreißenden Aufbruchsstimmung, die vielleicht nicht jeder erwartet hätte. Dass der Airport mit Investitionen in erneuerbare Energien, Elektroliseure zur Herstellung klimafreundlicher, synthetischer Kraftstoffe und in die Infrastruktur für die Elektrifizierung notwendige Veränderungen im Rahmen der Energiewende positiv umdeuten könnte, verbreitete durchaus eine große Portion Optimismus. Marcus Weber, Mitgründer des Unternehmens Green Aviation Hub, das sich die Elektrifizierung der Luftfahrt auf die Fahnen geschrieben hat, fasste es kurz und bündig zusammen: "Es ist eigentlich schon alles da, was wir brauchen. Wir müssen nur loslegen. Und das passiert auch schon."





