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Frank Martini

Optimismus bei den Ultraleicht-Herstellern

AERO 2019: UL-Szene im Aufwind?

AERO 2019

Nach einer eher verhaltenen Entwicklung im vergangenen Jahr scheint die UL-Szene auf der AERO 2019 wieder Wind unter den Flügeln zu spüren. Zahlreiche Neuvorstellungen und Flugzeugübergaben prägten die ersten drei Messetage in Friedrichshafen.

So gab es – ungeachtet der bislang schon nicht gerade spärlichen UL-Modellpalette – in Friedrichshafen Neuvorstellungen durchaus interessanter Muster. Ein besonderes Leckerchen für die Freunde historischer Flugzeuge präsentierten Jürgen und Geertje Ostermeier von D-Motors aus Oerlinghausen: die Luscombe Silvaire als 600-Kilo-UL. Für den Ganzmetallhochdecker in polierter Aluausführung, der Ende der 1930er-Jahre in den USA seinen Erstflug hatte, wird noch in diesem Jahr die deutsche UL-Zulassung erwartet.

Frank Martini
Schlichte Schönheit mit dem Flair der 30er-Jahre: Die Luscombe Silvaire ist ein echter UL-Leckerbissen.

Das ursprünglich knapp 800 Kilogramm schwere Flugzeug ist dazu mit ein paar leichteren Teilen versehen, insgesamt aber auch in der Kabine weitgehend im Originalzustand belassen worden. Für die UL-Version mit 215 bis 250 Kilo Zuladung stehen zwei Motorvarianten zur Verfügung: der 93 PS starke D-Motor LF 26 mit 2,7 Litern Hubraum und dessen größerer Bruder LF 39, der aus vier Litern Hubraum 130 PS schöpft. Den Vertrieb erledigt Jürgen Ostermeier gemeinsam mit Marko Grilz unter dem Label Luscombe-Aircraft Germany.

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Spartanisch, aber alles drin, was man braucht: das Cockpit der Silvaire.

Bushplane-UL aus Südafrika

Einen ebenfalls interessanten Hochdecker haben Alexander Krüger und Oliver Knicker in Friedrichshafen vorgestellt: den Explorer 600 des südafrikanischen Flugzeugbauers Kitplanes for Africa. Der Herstellername täuscht darüber hinweg, dass Krüger und Knicker das 600-Kilo-UL, für dessen Zulassung nur noch die Lärmmessung fehlt, hierzulande auch als Fertigflugzeug vertreiben.

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Aus Südafrika kommt dieses Buschflieger-UL: die Explorer 600

Das Bushplane mit Vortex-Generatoren auf den Tragflächen wird als Taildragger in der Basisausstattung bereits für einen Einführungspreis von 83.000 €uro brutto auf der Messe verkauft. Dafür erhält man als Antrieb einen Rotax 912 UL mit 80 PS hinter einem am Boden einstellbaren Dreiblattpropeller. Im Cockpit ist ein MGL iEFIS-Glascockpit nebst Funkgerät und Mode-S-Transponder von Dittel verbaut. Auch stärkere Rotax-Motoren und elektrische Verstellpropeller sowie eine Bugradausführung sollen in Kürze verfügbar sein. Das Rettungssystem für das STOL-Aircraft wird von BRS beigesteuert. Obschon die Geräuschmessung und damit die endgültige Zulassung noch aussteht, fanden sich auf der Messe in Friedrichshafen bereits erste Käufer.

Flugzeugübergaben auf der Messe

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Flugzeugübergabe an UL-Schein-Frischling Andreas Putzke bei Evektor.

Sowohl bei Nando Groppo aus Italien als auch beim tschechischen Hersteller Evektor fanden in Friedrichshafen sogar schon erste Kundenübergaben statt – ebenfalls trotz noch ausstehender Lärmmessung mit den noch laufenden vorläufigen Verkehrszulassungen.

In Halle B 2 übergab Nando Groppo höchstpersönlich die Schlüssel für die neue G70 mit D-Rufzeichen an den von zahlreichen Mitgliedern begleiteten Vorstand des Flugsportvereins Schameder-Wittgenstein. Und in Halle B 1 konnte der frisch gebackene Scheininhaber Andreas Putzke die Schlüssel für seine ebenfalls deutsch zugelassene SLW-Sport aus den Händen des Vertriebspartners Dr. Gerd-Peter Kuhn vom Flugsportzentrum Bautzen in Empfang nehmen.

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Auch bei Nando Groppo gab es eine Übergabe auf der Messe. Der Chef persönlich überreichte die Schlüssel.
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