Segelflug-WM der Junioren: Medaillensatz und Team-Titel

Segelflug-WM der Junioren
Medaillensatz und Team-Titel

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.08.2026
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Medaillensatz und Team-Titel
Foto: Luftsportring Aalen

Deutschland muss sich um seine Zukunft im Segelflug keine Sorgen machen. Denn der Nachwuchs performt, und zwar ordentlich. Nach zwei Wochen spannender Rennen steht Max Maslak als neuer Junioren-Weltmeister in der Standardklasse fest. Auf seiner LS8 neo holte er an zehn Wertungstagen 6672 Punkte und verwies damit seinen Teamkollegen Patrick Benoist mit 6567 Punkten und den Dänen Lasse Edslev mit 5536 Punkten auf die Plätze zwei und drei. Bei waren ebenfalls auf einer LS8 an den Start gegangen.

Luftsportring Aalen

In der Clubklasse holte sich Nils Zitzelsberger mit 7296 Punkten auf einer LS7 neo Bronze und machte damit den Medaillensatz perfekt. Besser flogen hier nur der Franzose Nicolas Caudrelier, der mit seiner LS7 7348 Zähler erreichte, und Max Scutchings aus Australien, der auf einer ASW 20 an den Start ging und trotz ihres schlechteren Index auf 7388 Punkte kam. Scutchings Titel ist auch deswegen bemerkenswert, weil der der jüngste Teilnehmer seiner Klasse war.

Luftsportring Aalen

In der Teamwertung gab es noch einmal Gold für Deutschland, Silber ging an die Mannschaft aus Großbritannien, Bronze an die Franzosen. Im Nationenvergleich zeigt sich die Kontinuität der Nachwuchsarbeit in den Segelflug-Kadern. Denn das Gold in Aalen-Elchingen war der fünfte Titel innerhalb der letzten sechs Juniorenweltmeisterschaften.

Luftsportring Aalen

Elchingen schreibt Segelfluggeschichte

Während der Junioren-WM konnten mit zehn pro Klasse außergewöhnlich viele Wertungstage durchgeführt werden – so viele wie bei keiner Segelflugweltmeisterschaft zuvor. Die WM in Elchingen geht damit in die Geschichtsbücher ein. Was als sportlicher Wettbewerb begann, wurde zu einem internationalen Fest des Segelfluges und zu einem besonderen Ereignis nicht nur für die süddeutsche Region, sondern für ganz Segelflug-Europa. An den Wertungstagen wurden insgesamt 207.126 Kilometer geflogen.

Das Wetter machte es für die Piloten sehr anspruchsvoll und für die Sportleitung rund um Tasksetter Bernd Schmid zu einer Herausforderung. Enorme Hitze von über 35 Grad, Blauthermik aber auch Gewitter und teils starker Wind erforderten Geschick bei der Wahl der Aufgaben für beide Klassen. Die niedrige Anzahl der Außenlandungen belegt das: insgesamt gab es nur 73 – eine Quote von unter zehn Prozent.

Während die besten Nachwuchspilotinnen und -piloten der Welt auf Strecken gingen, feierte der Luftsportring Aalen am 8. August parallel noch sein 75-jähriges Bestehen.

Event im Event: 75 Jahre LSR Aalen

Rund um das Wettbewerbsgeschehen erwartete die Besucherinnen und Besucher ein buntes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Höhepunkt war die feierliche Taufe von zwei Segelflugzeugen inklusive der symbolischer Taufflüge. Dabei wurde der neue Doppelsitzer des Luftsprings auf den Aalener Segelflieger und das Ehrenmitglied "Alfred Rainer" getauft. Zudem wurde der exakt 70 Jahre alte L-Spatz 55, das älteste ununterbrochen am Flugplatz in Elchingen stationierte Flugzeug überhaupt, wieder auf seinen ursprünglichen Nahmen von 1956 "Schwabenliesel" getauft.

In der Abenddämmerung verwandelte sich der Flugplatz Elchingen in eine Bühne für ein Schauspiel aus Licht und Feuer. Der Donzdorfer Oliver Patek flog mit seiner Pilauts B4 ein Display, später erleuchtete das Glühen der zwei Ballone des BSC-Hellenstein aus Heidenheim den Platz.

Der Luftsportring Aalen wurde am 6. Januar 1951 gegründet. Damals noch als Fliegergruppe Aalen-Unterkochen. Am 7. März 1954 startete dann das erste Segelflugzeug in Elchingen. Erst im Jahr 1956 wurde er in Luftsportring Aalen umbenannt. In den sechziger Jahren trat dann die Fliegerguppe Königsbronn-Oberkochen dem Luftsportring bei. Sie flogen von Anbeginn auch in Elchingen. Der Luftsportring hat heute fast 600 Mitglieder und ist der größte Flug- und Luftsportverein Süddeutschlands.