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FAI World Air Games Dubai

Edelmetall im Morgenland

Astrid und Marcus Ciesielski gewinnen in der Kombination im Motorfliegen und holen damit das erste Gold für Deutschland.

Beim Navigationsflug, der ersten Disziplin, musste Astrid Ciesielski auf einer Distanz von 35 Kilometern ihren Mann durch einen nur 700 Meter breiten Zickzackkurs leiten. Fünf Wertungsflüge mussten absolviert werden, wobei je Flug eine Vorbereitungszeit von 45 Minuten zur Verfügung stand. Sie erreichten das Viertelfinale, wo sie gegen das spätere Siegerteam Kurt Norevik und Petter Stroemme aus Norwegen verloren und am Ende in dieser Sektion Rang sechs belegten.

Auf Platz zwei beendeten die beiden den Ziellandewettbewerb, der sich wegen des heftigen Windes sehr schwierig gestaltete. „Mit Seitenwind von 30 Stundenkilometern bewegten wir uns am Limit“, erzählt Marcus Ciesielski. „Wir Piloten wurden sogar gefragt, ob wir starten wollten.“ Sie wollten selbstverständlich. Mit Abständen von nur einem Meter und von vier Metern zum Nullpunkt mussten sie dann ins Stechen gegen das südafrikanische Ehepaar Frank und Caroline Eckard. „Das haben wir zwar verloren, aber beim Zusammenzählen der beiden Disziplinen lagen wir am Ende vorn“, sagt Marcus Ciesielski. Die beiden sind nun die ersten deutschen FAI World Air Games Champions des Jahres 2015. „Für uns war es sicher ein Vorteil, dass die vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Flugzeuge Cessnas 172 waren, also der gleiche Typ, den wir auch fliegen. Immer waren die Polen, die unseren Sport dominieren, vor uns, zum Glück haben wir mal zum richtigen Zeitpunkt gewonnen.“ Platz zwei ging an die polnischen Starter Boleslaw Radomski und Dariusz Lechowski vor dem Ehepaar Eckard aus Südafrika.

World Air Games in Dubai. Foto und Copyright: Marcus King

Das Erlebnis Dubai hat bei den Ciesielskis, die bei Air Berlin als Pilot bzw. Flugbegleiterin arbeiten, nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Wir sind von einem Wüstenflugplatz aus über Kamele, Sträucher und Farmen geflogen, das beeindruckte mich am meisten“, sagte Astrid Ciesielski. „Das war echtes Arabien und nicht eine künstliche Stadt wie Dubai.“ Und ihr Ehemann fügte hinzu: „Diese World Air Games hier sind unvorstellbar, man musste einfach dabei gewesen sein. Es ist ein Treffen aller Luftsportler. Ich kenne jetzt die Segelflieger, Fallschirmspringer und Modellflieger und ihre Sportarten. Vorher kannte ich nur meinen Sport und dessen Teilnehmer.“

In Deutschland betreiben von den zehntausend Motorfliegern nur maximal fünfzig das Wettbewerbsfliegen. Am Nachwuchs fehlt es, „wer Lust hat, soll sich bei uns melden“, sagt Marcus Ciesielski. „Dieser Sport ist für Späteinsteiger geeignet, ich habe auch erst mit vierzig damit angefangen. Durch das Wettbewerbsfliegen wird man auch ein besserer Pilot.“

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