Flugsicherung an kleineren Flugplätzen: Lotsen könnten künftig im virtuellen Tower arbeiten

Flugsicherung an kleineren Flugplätzen
Lotsen könnten künftig im virtuellen Tower arbeiten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.10.2026
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Lotsen könnten künftig im virtuellen Tower arbeiten
Foto: DLR

Über Remote-Tower-Systeme überwachen Fluglotsen bereits heute Flugplätze aus der Ferne. Das Virtual-Tower-Konzept des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geht noch einen Schritt weiter: Der bisher physisch eingerichtete Arbeitsplatz in einem Remote-Tower-Center wird in eine virtuelle Umgebung übertragen. Dieses Konzept wollen das DLR und das Technologieunternehmen Quantom nun für den praktischen Einsatz an kleineren und regionalen Flugplätzen weiterentwickeln.

"Mit dem Virtual-Tower-Konzept können Fluglotsinnen und Fluglotsen sowie Mitarbeitende von Fluginformationsdiensten Flugplätze aus der Ferne betreuen, ohne dafür an einen fest ausgestatteten Remote-Tower-Arbeitsplatz gebunden zu sein", so Jörn Jakobi vom DLR-Institut für Flugführung, das das Virtual-Tower-Konzept entwickelt hat. Statt umfangreicher Bildschirm- und Hardware-Infrastruktur würden Außensicht, Systeme und Bedienfunktionen in einer virtuellen Arbeitsumgebung zusammengeführt und über Virtual-Reality-Headsets bereitgestellt.

"Mit dem Virtual-Tower-Konzept haben wir untersucht, wie sich Remote-Tower-Arbeitsplätze flexibler und mit geringerem Infrastrukturaufwand umsetzen lassen. Mit QUANTOM haben wir nun einen Partner gefunden, der diesen Forschungsansatz in Richtung einer kommerziell einsetzbaren Lösung weiterentwickelt", sagt Jakobi.

Potenzial für kleinere Flugplätze

Die Vorteile liegen in einer Reduzierung der fest installierten Arbeitsplätze, der technischen Infrastruktur sowie der nötigen Gebäude. Zudem können nach Angaben des DLR Flugsicherungs- und Fluginformationsdienste sowie das dafür benötigte Personal flexibler und standortübergreifend eingesetzt werden.

Damit bietet der virtuelle Tower vor allem für kleinere und regionale Flugplätze neue Möglichkeiten. Mehrere Flugplätze könnten so Ressourcen gemeinsam nutzen. Auch zusätzliche oder höherwertige Dienste ließen sich bei Bedarf bereitstellen, ohne die dafür erforderlichen Kapazitäten dauerhaft an jedem einzelnen Standort vorhalten zu müssen, so das DLR. Dadurch könnten Flugplätze ihre Betriebszeiten zum Beispiel flexibler an konkrete Start- und Landeanfragen anpassen.

"Die Virtual-Tower-Technologie bietet aus unserer Sicht großes Potenzial, Remote-Tower-Lösungen für einen breiteren Kreis von Flugplätzen und Dienstleistern zugänglich zu machen", sagt Tom Tapken, Geschäftsführer von Quantom. Das Virtual-Tower-Konzept geht mit dem Technologietransfer in die nächste Entwicklungsphase. Quantom übernimmt nach Angaben des DLR die weitere Produktentwicklung und wird die DLR-Technologie für den Markteinsatz vorbereiten.