LMS-192 Oswei: Das Regionalflugzeug soll schon in zwei Jahren fertig sein

Zweimot aus Russland-Belarus-Kooperation
LMS-192 Asweja soll in zwei Jahren fliegen

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.04.2026
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Oswey, Oswei, LMS-192
Foto: JSC 558 Aircraft Repair Plant

Sie heißt Asweja, so wie Weißrusslands zweitgrößter See – und sie könnte das erste Flugzeug überhaupt sein, bei dem Belarus maßgeblich an Entwicklung und Bau beteiligt ist. Das "Leichte Mehrzweckflugzeug" LMS-192 ist angelegt als Gemeinschaftsprojekt mit Russland. 19 Passagiere soll die LMS-192 transportieren, maßgeschneidert für die Kurzstrecken im regionalen Luftverkehr der beiden befreundeten Staaten.

Bereits vor zwei Jahren wurde vollmundig angekündigt, dass die Hälfte der 180 geplanten LMS-192 im 558. Flugzeugreparaturwerk Baranawitschy im Westen des Landes gebaut werden sollen. Der für 2026 geplante Erstflug indes lässt auf sich warten. Staatssekretär des Unionsstaates Sergei Glasjew gibt sich indes zuversichtlich, dass die Arbeiten in den kommenden zwei Jahren vollendet sein werden.

In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS betonte er, dass die notwendigen Voraussetzungen für die Produktion des russisch-belarussischen Kooperationsprojekts bereits vorhanden sind. Dabei verwies er auf die lange Entwicklungsgeschichte des Projekts. Bereits in der Sowjetunion und später in Russland hätten über Jahrzehnte hinweg Prototypen für das leichte Mehrzweckflugzeug existiert.

"Alles, was für die Produktion eines solchen Flugzeugs nötig ist, existiert bereits. Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht, wieso die Deadlines verschoben wurden", erklärte der Staatssekretär. "In den nächsten zwei Jahren sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Es gibt sehr viel Vorarbeit."

Laut Dmitri Pantus, dem Vorsitzenden des Staatlichen Militärisch-Industriellen Komitees von Belarus, soll ein Prototyp der Oswei noch in diesem Jahr in Belarus entstehen. Der russische Industrieminister Anton Alikhanov hatte zuvor erklärt, dass alle Parameter des Oswei-Projekts bereits entwickelt worden waren. Russland wartet nun auf positive Rückmeldungen aus Belarus, um die Arbeiten fortsetzen zu können.

Ersatz für die betagte LET 410

Die 19-sitzige Asweja ist für den Regionalverkehr konzipiert und soll die Let L-410 ersetzen. Die Let kommt aus Tschechien und ist daher seit Beginn des Ukrainekrieges für Russland und Belarus unzugänglich. Zusätzlich zur Asweja wird an weiteren, ähnlichen Mustern gearbeitet. So sollen 105 Exemplare des Typs TWRS-44 Ladoga und 139 Flugzeuge des Typs LMS-901 Baikal bis 2030 gebaut werden.

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Allerdings: Keines der Modelle ist bisher zugelassen. Die Ladoga bietet Platz für 30 bis 50 Passagiere. In der Baikal sollen maximal zwölf Personen Platz finden. Das fünfte Versuchsmuster der Baikal war Ende Februar erstmals in der Luft. Noch in diesem Jahr soll die Zertifizierung abgeschlossen sein, 2027wird die Serienreife erwartet. Auch von der Ladoga befindet sich ein Prototyp im Bau. Hier dürfte bis zur Zulassung allerdings noch einige Zeit vergehen.

Im Segment von SkyCourier und Traveller

Vergleichbar ist die Asweja am ehesten mit der Cessna SkyCourier, einem ebenfalls von zwei Turboprop-Tirbwerken angetriebenen Commuter-Flugzeugs, das wahlweise 19 Passagiere, Fracht oder eine Kombination aus beidem transportieren kann. Von der SkyCourier sind bereits knapp 50 Stück gebaut worden.

Etwas kleiner, aber ebenfalls in diesem Segment unterwegs, ist Tecnams P2012 Traveller. Die Kolben-Zweimot ist vor allem als Kurzstreckenzubringer ausgelegt und kann bis zu neun Passagiere transportieren.