EASA genehmigt Aerosol-Löschmittel

Löschmittel für die Luftfahrt
Die günstige Alternative zu Halon

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.02.2026
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Die günstige Alternative zu Halon

Da der Einsatz von Halon-Feuerlöschern in Deutschland bereits seit 1992 verboten ist und seit Anfang dieses Jahres auch letzte Ausnahmegenehmigungen für spezielle Bereiche wie die Luftfahrt ausgelaufen sind, zeichnet sich nun zumindest für den privaten Betrieb von Luftfahrzeugen eine kostengünstige Lösung ab: Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat den Einsatz von sogenannten Aerosol-Feuerlöschern erlaubt. Allerdings sollen sie nur bei privat betriebenen Flugzeugen erlaubt sein. Der Feuerlöscher darf zudem nicht fest in der Zelle verbaut sein. Für Flugzeuge, die als European Light Aircraft bis zwei Tonnen MTOW zugelassen sind, ist das Mitführen geeigneter Löschmittel ab einer maximalen Abflugmasse von 1200 Kilogramm vorgeschrieben.

Seit über 30 Jahren keine Halon-Produktion mehr

Nach den Regelungen des [Link auf https://de.wikipedia.org/wiki/Montreal-Protokoll][Link auf https://de.wikipedia.org/wiki/Montreal-Protokoll]Montrealer Protokolls wird das besonders klimaschädliche Gas Bromchlordifluormethan, das als Löschmittel unter dem Namen Halon bekannt ist, bereits seit 1994 in den meisten Industriestaaten nicht mehr hergestellt. In der Vergangenheit wurden 90 Prozent des als Löschmittel freigesetzten Halons nicht bei Bränden, sondern bei Übungen in die Atmosphäre abgegeben.

Kettenabbruchreaktion durch Aerosole

Anders als Halon basieren Aerosol-Löschmittel nicht auf der Verdrängung von Sauerstoff, sondern sie setzen eine Mischung aus Feststoffpartikeln und Gasen frei, die zusammen das Aerosol bilden. Ein Feuer wird beim Einsatz solcher Aerosol-Löschmittel durch eine sogenannte chemische Kettenabbruchreaktion gelöscht. Dabei werden Partikel zu Molekülen gebunden und das Feuer somit erstickt.

Aerosol-Feuerlöscher sind aber nicht nur eine klimafreundlichere Alternative zu den Halon- und CO2-Löschmitteln. Darüber hinaus sind sie auch eine deutlich kostengünstigere Lösung: Sie sind schon für einen Preis von unter 100 Euro im Handel erhältlich.

Feuerlöscher sicher unterbringen

Die AOPA rät, Feuerlöscher so in der Kabine unterzubringen, dass sie leicht zugänglich, im Betrieb aber nicht ungesichert sind, beispielsweise im Handschuhfach, in Seitentaschen oder an ähnlichen Orten. Die AOPA betont, dass Aerosol-Feuerlöscher nach der neuen EASA-Regelung jedoch nicht fest mit der Zelle verbaut werden dürfen.