in Kooperation mit
Piper Aircraft

Autonomes Landesystem

Landen auf Knopfdruck bald Realität

Der US-Avionik-Anbieter Garmin bringt das erste Autoland-System für Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt auf den Markt. Autoland ist so konzipiert, dass es ein Flugzeug landet, wenn der Pilot dazu nicht mehr in der Lage ist.

Garmin hat in einer Pressemitteilung eine „Revolution in der Allgemeinen Luftfahrt“ angekündigt: das Autoland-System. Autoland soll das Flugzeug im Notfall ohne menschliches Zutun kontrollieren und landen. Das System ermittelt dann den optimalen Flugplatz und die Landebahn unter Berücksichtigung von Faktoren wie Wetter, Gelände, Hindernisse und Leistungsstatistiken. Es soll dadurch mehr Sicherheit in den Flugverkehr bringen. In Kürze, so der Hersteller, werde es auf ausgewählten Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt mit dem integrierten Flugdeck Garmin G3000 verfügbar sein.

„Heute verändert sich die Luftfahrt grundlegend, denn wir führen eine der wichtigsten Innovationen der Branche ein: das erste Autoland-System für Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt“, betonte Cliff Pemble, Präsident und CEO von Garmin. Die Einführung von Autoland zeige Garmins großes Engagement für die Entwicklung fortschrittlicher Technologien, die die Flugsicherheit verbessern und Leben retten, so der Garmin-Chef.

Im Notfall können Pilot oder Passagiere an Bord des Flugzeugs Autoland aktivieren, um das Flugzeug mit einem einfachen Druck auf einen speziellen Knopf zu landen. Autoland kann sich auch automatisch aktivieren, wenn das System dies für notwendig hält. Nach der Aktivierung berechnet das System einen Flugplan zu dem am besten geeigneten Flugplatz, initiiert einen Anflug und landet das Flugzeug automatisch – ohne weitere Eingriffe von Piloten oder Passagieren.

Die Idee und Entwicklung des ersten Autoland-Systems für die allgemeine Luftfahrt sei für Garmin eine natürliche Entwicklung, heißt es in der Pressemitteilung. Bei einer Autoland-Aktivierung berücksichtigt das System eine Vielzahl von Informationen und Kriterien. Zu den Faktoren, die bei der Identifizierung des am besten geeigneten Flugplatzes berücksichtigt werden, gehören Wetter, Treibstoffvorrat, Oberfläche und Länge der Landebahn, Gelände, Hindernisse und vieles mehr. Darüber hinaus kommuniziert das System automatisch mit der Flugsicherung (ATC) und informiert Fluglotsen und Piloten, die in der Nähe des Flugzeugs operieren, über seine Position und Bewegung.

Während der gesamten Autoland-Aktivierung bietet das System eine einfache visuelle und verbale Kommunikation, so dass die Passagiere im Flugzeug wissen, was sie erwartet. Die Fluganzeigen zeigen den Standort des Flugzeugs auf einer Karte an und enthalten Informationen wie den Zielflugplatz, die geschätzte Ankunftszeit, die Entfernung zum Zielflugplatz und den verbleibenden Kraftstoff. Fluggeschwindigkeit, Höhe und Flugkurs sind ebenfalls leicht verständlich auf dem Display dargestellt. Die Passagiere haben auch die Möglichkeit, mit ATC zu kommunizieren, indem sie den Anweisungen auf dem Display über die Touchscreen-Schnittstelle im Cockpit folgen.

Der führende Hersteller von Privatflugzeugen, Cirrus Aircraft, hat im Zuge der Garmin-Entwicklung bekannt gegeben, das Autoland-System unter dem Namen „Safe ReturnTM“ in seinen Vision JetTM einzubauen. Mit Safe Return und dem Cirrus-Gesamtrettungssystem CAPS biete der Vision Jet eine umfassende Gesamtsicherheitslösung, teilte Cirrus Aircraft ebenfalls in einer Pressemitteilung mit. Mit nur einem Knopfdruck sei der Jet damit zu landen, dies würde eine neue Ära der Innovation einleiten. Einmal aktiviert übernehme Safe Return die Kontrolle über das Flugzeug und verwandle den Vision Jet in ein autonomes Flugzeug, das zum nächsten geeigneten Landeplatz navigiert, mit der Flugsicherung kommuniziert, landet und das Flugzeug sicher zum Stillstand bringt.

„Unsere Mission ist es, die Luftfahrt sicherer zu machen, indem wir den Komfort und die Sicherheit der Passagiere weiter verbessern“, sagte Zean Nielsen, CEO von Cirrus Aircraft. Safe Return mache den nächsten Schritt in Richtung autonomes Fliegen und bringe ein neues Maß an Vertrauen in das gesamte Flugerlebnis, indem es den Passagieren ein Höchstmaß an Sicherheit und Kontrolle biete, so Nielsen weiter.

Auch Piper Aircraft meldete indes, dass die nächste Generation der M-Serie, die M600 SLS, serienmäßig mit dem neuen Autoland-System ausgestattet sei. Piper bewirbt die Technologie unter dem Namen HALOTM Safety System. Der Flugzeugbauer kündigte darüber hinaus an, dass man weltweit das erste Flugzeug der Allgemeinen Luftfahrt mit Autoland-Fähigkeit zertifizieren werde. Piper Aircraft hatte eine Innovation dieser Art bereits seit einiger Zeit geplant. Erste Gespräche über die Machbarkeit soll es bereits 2007 gegeben haben. Testläufe für das System seien seitens der FAA nicht einfach geween, da man bei der Behörde Probleme damit gehabt habe, dass auf der Notfrequenz gesendet werden sollte. Die Zulassung der FAA für die M600-Reihe mit Autoland-System soll noch in diesem Jahr erfolgen.

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