in Kooperation mit
AeroDelft

Flugzeug mit Wasserstoffantrieb vorgestellt

Alternative Antriebe Studenten bauen Wasserstoffflugzeug

Ein Team niederländischer Studenten hat die fertige Struktur seines mit Flüssigwasserstoff angetriebenen Prototyps namens "Phoenix PT" vorgestellt. Das Wasserstoffflugzeug soll emissionsfrei betrieben werden. Es wurde Ende Februar von dem Team AeroDelft vorgestellt.

Nach zwei Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit haben niederländische Studenten des Teams AeroDelft nun die fertige Struktur ihres wasserstoffbetriebenen Flugzeugs präsentiert. Der Hochdecker mit einem in das Seitenleitwerk integrierten Antrieb soll nach Angaben der Entwickler nach seiner Fertigstellung keinerlei Emissionen produzieren. Das meldete das Team in einer Pressemitteilung. "Es fühlt sich wirklich an wie Weihnachten," sagte Sam Rutten, der für die Produktion des Prototyps zuständig war. Durch verschiedene Testetappen wird das Team nun auf den ersten mit Flüssigwasserstoff angetriebenen Flug im Herbst hinarbeiten.

Das Team AeroDelft besteht aus 50 Studenten unterschiedlicher Nationalitäten. Sie wollen durch das Projekt beweisen, dass flüssiger Wasserstoff eine Alternative zu konventionellen Luftfahrttreibstoffen ist, um so die Industrie dazu zu inspirieren, Veränderungen für eine nachhaltigere Luftfahrtfahrt einzuleiten.

Rückschlag bei der Entwicklung

"Da die Corona-Pandemie die Entwicklung gebremst hat, war es keine einfache Arbeit", sagte der Leiter des Teams, Jan-Willem van Zwieten. Vor allem zu Beginn der Pandemie hatte das Team mit einem Rückschlag zu kämpfen. Da die Nutzung der Werkstatt nicht mehr möglich war, musste die Arbeit mehrere Wochen lang in einem Schuppen weitergeführt werden. Bei der Präsentation des Flugzeugs Ende Februar gaben die Ingenieure technische Einblicke in die Produktion des Prototyps. Durch zeitliche und finanzielle Einschränkungen habe man kreative Methoden entwickelt, heißt es in der Pressemitteilung. Zum Beispiel habe man einen teuren Ofen, der normalerweise für die Wärmebehandlung von großen Verbundwerkstoffbauteilen benötigt wird, durch ein mit Heizlüftern bestücktes und aus Isolationsmaterialien improvisiertes Iglu ersetzt. Außerdem habe man Zeit und Geld gespart, indem man die Hohlformen für kleinere Bauteile selbst im 3D-Druckverfahren hergestellt habe.

Im Hinblick auf die Produktion des Wasserstoffs seien noch viele Verbesserungen notwendig, um diesen Prozess auch im großen Maßstab nachhaltig zu gestalten. Hierbei liegen die momentanen Probleme nicht nur in der Produktion selbst, sondern auch bei der Lagerung und dem Transport. Zum Beispiel wird die Nutzung von Wasserstoff in der Luftfahrt den Anforderungen bezüglich der Nachhaltigkeit nur dann tatsächlich gerecht, wenn Strom aus erneuerbaren Quellen für den Elektrolyseprozess verwendet wird. Hinzu kommt, dass die für die Bereitstellung des Wasserstoffs notwendige Infrastruktur an Flughäfen bislang kaum vorhanden ist.

Jungfernflug schon im Frühling geplant

Als nächsten Schritt plant das Team den Jungfernflug des Prototyps, wofür zunächst jedoch die inneren Komponenten, die den Propeller antreiben, fertiggestellt und eine vorläufige Verkehrszulassung erteilt sein müssen. Da die Ingenieure, die Wasserstofftank, Brennstoffzelle und Antrieb entwickeln, bereits die letzte Produktionsphase erreicht hätten, könne die Testphase bald beginnen, so AeroDelft. Das Team hat sich als Ziel gesetzt, noch in diesem Frühling den ersten batterie-elektrischen Flug mit dem Prototyp durchzuführen. Im Sommer soll dann der erste Flug mit gasförmigem Wasserstoff stattfinden. Für den Herbst plant das Team schließlich den Erstflug mit flüssigem Wasserstoff. Als Ziel geben die Studenten an, mit nur einer Tankladung von Delft nach Ibiza zu fliegen, ohne dabei schädliche Emissionen zu produzieren.