US-Präsident Donald Trump forderte am Montag Social Media dazu auf, Produkte des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier künftig nicht mehr in den Vereinigten Staaten abzusetzen.
Solange das Unternehmen nicht in den USA fertige, solle es dort auch keinen Marktzugang mehr erhalten.
Mehr als die Hälfte des Bombardier-Umsatzes stamme aus den USA, das Unternehmen lebe faktisch von amerikanischen Käufern und Flughäfen, so Trump.
Im Gegenzug versperre Kanada jedoch großen US-Banken und -Unternehmen den Marktzugang im ganzen Land. Auch der US-Hersteller Gulfstream Aerospace werde von kanadischer Seite am Geschäft gehindert.
Bereits im Februar hatte die kanadische Zulassungsbehörde Transport Canada die beiden Gulfstream-Großraumjets G700 und G800 offiziell zertifiziert, wie aus einem Regierungsdokument hervorging.
Zuvor waren im selben Monat bereits die kleineren, kurzstreckentauglichen Modelle G500 und G600 des Herstellers zugelassen worden. Die Zertifizierungen erfolgten nur wenige Wochen, nachdem Trump Kanada vorgeworfen hatte, die Zulassung der amerikanischen Flugzeuge absichtlich zu verzögern, und damit gedroht hatte, im Gegenzug die Zulassung der kanadischen Bombardier Global Express zu widerrufen.
Die Gründe für die US-amerikanische Aggression liegen wohl woanders. Ab Dienstagnacht belegte Ottawa amerikanische Importe im Gesamtwert von etwa 20 Milliarden US-Dollar mit Abgaben zwischen 15 und 50 Prozent. Die Kandidier reagierten damit auf zuvor von Washington eingeführte Sonderzölle in ähnlicher Höhe.
Verkaufstopp wohl unwahrscheinlich
In seiner offiziellen Reaktion ging das Unternehmen nicht unmittelbar auf die Drohung ein, betonte aber die enge wirtschaftliche Verflechtung mit amerikanischen Partnern und kündigte an, weiter in Beschäftigte, Kundenbeziehungen und die jeweiligen Standortregionen investieren zu wollen.
Wie genau ein Verkaufsstopp für Bombardier umgesetzt werden könnte, ließ das Weiße Haus offen. Der Konzern selbst ist in den USA wirtschaftlich fest verankert und betreibt in mehreren Bundesstaaten Standorte und Werke.
Ungefähr die Hälfte der weltweiten Bombardier-Flotte befindet sich im Besitz US-amerikanischer Kunden.
Mehr als 3.000 Mitarbeitende arbeiten an neun US-Standorten und arbeitet mit rund 2.800 amerikanischen Zulieferbetrieben zusammen, die von einem Verkaufsverbot unmittelbar betroffen wären.

Für das High Accuracy Detection and Exploitation System (HADES) nutzt die US Army die Global 6500 von Bombardier.
US-Fluggesellschaften wie JetBlue und Delta setzen nach wie vor auf den in Kanada mitgebauten Airbus A220, und auch das US-Militär nutzt weiterhin Bombardier-Jets.
Ein Verkaufsstopp würde also nicht nur künftige Geschäfte, sondern auch bestehende Kundenbeziehungen, Wartung und Ersatzteilversorgung in den USA erheblich belasten.





