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Helikopter: Schweiz will nationale Berufspilotenlizenz

Helikopter Schweiz will nationale Berufspilotenlizenz

Für Berufspiloten in Einmanncockpits ist gemäß EASA-Regelungen mit 60 Jahren Schluss. Die Entscheidungen beider Schweizer Parlamentskammern zu Schaffung einer nationalen Berufspilotenlizenz könnte das De-Facto-Berufsverbot für erfahrene Flieger aufheben.

Nach dem Nationalrat habe auch der Ständerat jüngst eine sogenannte Motion, also einen parlamentarischen Vorstoß, zur Schaffung einer nationalen Berufspilotenlizen an den Schweizer Bundesrat überwiesen, heißt es in einer Pressemitteilung der Swiss Helicopter Association. Laut SHA habe selbst die EASA erkannt, dass die Vorschrift veraltet und nicht mehr zeitgemäß sei, schiebe die Streichung aber auf die Lange Bank. In der Schweiz ignorierten der Bundesrat und das zuständige Bundesamt für Zivilluftfahrt seit 2016/2017 zwei Entscheide des Parlaments, die eine Streichung verlangen, und auch die nun angenommenen, neuen Motionen hatte der Bundesrat zur Ablehnung empfohlen, heißt es weiter.

Bisher ist in Part-FCL.065 geregelt, dass Piloten, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, keine kommerziellen Flüge mehr durchführen dürfen, es sei denn, sie sind Teil einer Mulit-Pilot-Crew. Ab 65 Jahren ist abgesehen von Segelflug- und Ballonpiloten allen Piloten eine Betätigung in der kommerziellen Luftfahrt untersagt. Im Bereich Segelflug und Ballon gilt eine Altersgrenze von 70 Jahren.

Dass die SHA hier Handlungsbedarf sieht, verwundert kaum: Viele Aufgaben in der Schweiz sind aufgrund der örtlichen Gegebenheiten eine Domäne von Hubschraubern, die zumeist Single-Hand geflogen werden. Aber auch hier macht sich der demografische Wandel bemerkbar, der Nachwuchs bleibt aus und erfahrene Piloten scheiden aufgrund der Regelung aus dem Beruf aus – unabhängig davon, ob sie gesundheitlich noch für die Aufgabe geeignet sind und weiter fliegen wollen.

"Die Swiss Helicopter Association begrüßt die Entscheide beider Räte. Sie fordert den Bund auf, die nationale Lizenz noch vor Ende des Jahres 2021 herauszugeben und so zu verhindern, dass weitere Besatzungen aus ihrem Beruf hinaus in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden und die Schweizer Helikopterunternehmen ihre erfahrensten Pilot*innen viel zu früh verlieren", heißt es abschließend.