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Corona-Shutdown: Die Krise und die Luftfahrt
Patrick Holland-Moritz

Wegen Corona

Längere Frist für ADS-B-Ausrüstungspflicht

Die Europäische Kommission plant, die Frist für die ADS-B-Ausrüstungspflicht wegen der Coronakrise um sechs Monate bis zum 7. Dezember 2020 zu verlängern. Es gibt sogar eine Hintertür, den Umbau bis zum Dezember 2023 aufzuschieben.

Die Corona-Krise wirkt sich auf die von langer Hand geplante ADS-B-Ausrüstungspflicht aus. Eigentlich sollten diese ab Juni im europäischen Luftraum gelten. Danach müssen ADS-B-Daten von Luftfahrzeugen ausgestrahlt werden, die eine Abflugmasse von mehr als 5,7 Tonnen aufweisen oder schneller als 250 Knoten sind. Die Verpflichtung beschränkt sich auf ADS-B out. ADS-B in, also der Datenempfang für eine Verkehrsdarstellung im Cockpit, bleibt freiwillig.

Jetzt weist die European Business Aviation Association (EBAA) auf eine Fristverlängerung durch die Europäischen Kommission hin. Diese möchte mit Blick auf die Coronakrise den Stichtag um sechs Monate auf den 7. Dezember 2020 verschieben. In der Durchführungsverordnung (EU) 2020/587 vom 29. April heißt es etwas bürokratisch: "Aufgrund der Covid-19-Pandemie und deren Folgen für den Luftfahrtsektor sehen sich Luftfahrzeugbetreiber bei der Fortsetzung ihrer Tätigkeiten, das Luftfahrzeug mit bestimmten Anforderungen der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1207/2011 in Einklang zu bringen, mit unvorhersehbaren Hindernissen konfrontiert. Daher sollte die Frist für Luftfahrzeugbetreiber gemäß Artikel 5 Absatz 5, Artikel 8 Absatz 1 und Artikel 8 Absatz 2 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1207/2011 auf den 7. Dezember 2020 verschoben und die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1207/2011 entsprechend geändert werden."

Hintertür für Umrüstung bis 2023

Betreiber haben darüber hinaus sogar die Möglichkeit, den Umbau um bis zu drei weitere Jahre aufzuschieben. Die angepasste Verordnung besagt nämlich auch, dass Betreiber von Flugzeugen, die vor dem 7. Dezember 2020 hergestellt wurden, bis zum 7. Juni 2023 Zeit haben, die ADS-B-Pflicht zu erfüllen. Voraussetzung ist, dass sie vor dem Stichtag am 7. Dezember ein Programm zur Nachrüstung eingerichtet haben. Wer diesen Weg einschlägt, darf keine Fördermittel von der Europäischen Union erhalten haben.

EBAA-Generalsekretär Athar Husain Khan kommentiert in einer Pressemitteilung die Entscheidung mit den Worten: "Die EBAA hat die ADS-B-Überwachungstechnologie immer unterstützt, und während einige unserer Mitglieder die Anforderungen bereits erfüllen, gibt es einige, die in der Krise Schwierigkeiten haben werden, die Anforderungen zu erfüllen."

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