Pilatus übernimmt Air Alliance

Fusion in der Business Aviation
Pilatus übernimmt Air Alliance

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.04.2026
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Pilatus übernimmt Air Alliance
Foto: Patrick Holland-Moritz

Die 1993 gegründete Air Alliance GmbH wird in Kürze zum Schweizer Flugzeughersteller Pilatus gehören. Seit 2014 ist das Unternehmen mit Hauptsitz am Flughafen Siegerland ein autorisiertes Pilatus Sales & Service Center, das den Vertrieb sowie den technischen Support für die PC-12 und PC-24 in Deutschland und Österreich betreut. Zum Portfolio gehört zudem eine Flugschule sowie kommerzielle Flüge mit der Single-Turboprop PC-12 und dem Business Jet PC-24 im Rahmen eines Flugzeugmanagementprogramms und eines AOC. Für die rund 120 Mitarbeiter starke Belegschaft soll sich nichts ändern. Auch CEO René Petersen behält seine Position. Er und sein Team werden die Geschäfte unter der neuen Eigentümerstruktur leiten. Die Unicair GmbH, eine Tochtergesellschaft der Air Alliance Group, die weltweite Ambulanzflüge anbietet, ist nicht Teil der Übernahme und bleibt ein eigenständiges Unternehmen, heißt es. Darüber informiert Pilatus in einer Pressemitteilung.

Die Übernahme baut auf einer langjährigen Partnerschaft auf. Hansueli Loosli, Verwaltungsratspräsident von Pilatus, sagte: "Europa, insbesondere Deutschland und Österreich, ist ein sehr wichtiger Markt für Pilatus und bietet Potenzial für weiteres Wachstum. Diese Übernahme gibt uns die Möglichkeit, Synergien zu nutzen und mit der Marke Pilatus und unseren eigenen Dienstleistungen noch näher an unsere Kunden heranzurücken. Ich freue mich sehr, dass wir Air Alliance und ihre Mitarbeiter an Bord haben, um unsere Mission gemeinsam zu erfüllen – willkommen in der Pilatus-Familie!"

Die Fusion eröffnet auch Air Alliance neue Möglichkeiten: "Pilatus ermöglicht uns weiteres Wachstum in unseren Märkten und Kompetenzbereichen – etwas, das wir ohne einen so starken Partner wie Pilatus nicht im geplanten Tempo hätten erreichen können", kommentierte René Petersen.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen sowie der Zustimmung des deutschen Luftfahrt-Bundesamtes.

Unicair geht eigene Wege

Die weiterhin eigenständige Ambulanzfluggesellschaft Unicair strebt eine Modernisierung der Flotte an. Ziel sei es laut einer eigenen Pressemitteilung, das Kerngeschäft als Anbieter für flugmedizinische Transporte auszubauen und zu skalieren. Die für Kurz- und Mittelstrecken eingesetzten Learjet 35 und Learjet 45 sollen in den kommenden Jahren schrittweise durch Pilatus PC-24 ersetzt werden. Die Challenger 604 für Langstreckenmissionen bleiben Teil der Flotte. Zentraler Bestandteil der künftigen Aufstellung ist aber auch eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit AirAlliance: Für die Wartung der Unicair-Flotte wurde im Rahmen der Transaktion ein mehrjähriger Instandhaltungsvertrag vereinbart.

"Diese Transaktion ist ein entscheidender Schritt für die Weiterentwicklung von Unicair. Sie versetzt uns in die Lage, gezielt in unsere Flotte zu investieren und unser Angebot im Bereich weltweiter Ambulanzflüge deutlich auszubauen. Damit schaffen wir die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und stärken unsere Position als verlässlicher Partner für komplexe internationale Patiententransporte", sagt Kim Flenskov, CEO von Unicair.