Studenten bauen Nurflügel-Gleiter

Roll-out der AK-X
Studenten bauen Nurflügel-Gleiter

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.02.2026
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Studenten bauen Nurflügel-Gleiter

Wie ein riesiger Bumerang sieht er aus: der Nurflügel-Gleiter AK-X. Nach fast einem Jahrzehnt Entwicklungs- und Bauzeit der Akademische Fliegergruppe am Karlsruher Institut für Technologie e.V. (Akaflieg am KIT) ist er nun im Gerthsen-Hörsaal vor rund 700 Zuschauern erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Ehrenamtliche Teamarbeit

Das ambitionierte Projekt wurde von Studentinnen und Studenten in jahrelanger, ehrenamtlicher Teamarbeit neben dem eigentlichen Studium realisiert. Unter den Ehrengästen würdigten unter anderem KIT-Vizepräsident Dr. Stefan Schwartze, der Landtagsabgeordnete Alexander Salomon und DAeC-Präsident Claus Cordes die Arbeit der Studierenden.

Ungewöhnliches Konzept

Das Konzept der AX-X verzichtet im Gegensatz zu konventionellen Flugzeugen auf ein klassisches Leitwerk und den damit verbundenen Widerstand. Alle Funktionen für Stabilität und Steuerung sind direkt in die Flügel integriert. Das aerodynamisch anspruchsvolle Konzept verspreche eine deutlich gesteigerte Effizienz, stelle die Konstrukteure aber vor komplexe Herausforderungen, heißt es in einer Pressemitteilung der Akaflieg.

"Wir haben an vielen Stellen echte Pionierarbeit leisten müssen", sagte Nikolas Braun, Projektleiter der AK-X. Angefangen habe alles mit Modellflugzeugen. Seit 2016 habe man dann das personentragende Flugzeug gebaut. "Dabei mussten wir viele Teile zweimal bauen, um jeweils eines davon in einem Bruchversuch gezielt zu zerstören", so Braun.

Paradebeispiel für studentisches Engagement

"Am KIT steht die Akaflieg seit vielen Jahrzehnten für studentische Initiative, technisches Know-How und die Leidenschaft für die Luftfahrt", sagte KIT-Vizepräsident Dr. Stefan Schwartze. Das selbstentwickelte und selbstgebaut Nurflügel-Segelflugzeug sei ein Paradebeispiel für studentisches Engagement am KIT und für das Prinzip "Studierende lehren Studierende".

Auch DAeC-Präsident Claus Cordes lobte die langjährige Entwicklungsarbeit im Team: "Wer konstruiert, baut und fliegt, der weiß wirklich, was er gemacht hat. Und wir können in diesem Land, in dem wir gerade viel von Resilienz und "wir müssen aufholen" reden, nichts Besseres tun, als sowas zu machen."

Erstflug noch in diesem Jahr

Mit dem Bau der AK-X ist das Projekt aber noch lange nicht beendet. Es folgen nun Bodentests und die finalen Schritte für die Zulassung. Die AK-X soll dann noch in diesem Jahr zum ersten Mal abheben.