in Kooperation mit
Lars Reinhold

Korrektur

Ministerin war nicht in Roth

Verteidigunsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer war nicht, wie neulich berichtet, zu Besuch bei der Segelflug-Offizierausbildung der Luftwaffe in Roth. Hier wollen wir erklären, wie diese Meldung entstand und wo sich der Fehler eingeschichen hat.

Good Airmenship ist untrennbar mit einer offenen, selbstkritischen Fehlerkultur verbunden. Dass das auch für die journalistische Arbeit des aerokuriers gilt, möchten wir mit diesem Artikel deutlich machen und erklären, wie es zu der Meldung kam, in der fälschlicher Weise berichtet wurde, die neue Verteidigunsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sei zu Besuch bei der Segelflug-Offizierausbildung der Luftwaffe in Roth gewesen.

Der Artikel nahm seinen Anfang mit einer Pressemitteilung des DAeC, in der darüber informiert wurde, dass die Verteidigunsministerin DAeC-Präsident Stefan Klett in einem offiziellen Schreiben zu einem persönlichen Gespräch über die Segelflugausbildung der Offizieranwärter der Luftwaffe eingeladen habe. In dieser Pressemitteilung wurde die Ministerin zitiert mit den Worten „Aus meiner Sicht hat sich die inzwischen jahrelange partnerschaftliche Zusammenarbeit bewährt und ist ein Gewinn für beide Seiten.“. Es wurde weiterhin darüber informiert, dass sie sich über eine „andauernde Unterstützung in gleicher Art und Weise freuen würde“ und sie die Arbeit als „hochprofessionell“ lobe.

Der Meldung war ein Bild beigestellt, das Stefan Klett in Roth im Doppelsitzer mit einer weiteren Person im Cockpit zeigt, die auf den ersten und durchaus auch auf den zweiten Blick wie Annegret Kramp-Karrenbauer aussieht, allerdings mit dem falschen Hinweis, dass das Bild in Oerlinghausen aufgenommen worden sei. Daraus zogen wir den Schluss, dass die Ministerin sich auch vor Ort von der Ausbildung ein Bild gemacht hatte. Da die Person aber nicht zweifelsfrei zu erkennen war, fragten wir beim DAeC nach, ob es nicht ein Foto gäbe, auf dem der DAeC-Präsident und die Ministerin besser zu erkennen seien, verbunden mit dem Hinweis, dass das Foto aus Roth stammen musste und nicht aus Oerlinghausen, weil einer unsere Mitarbeiter dort vor Ort war und die umstehenden Soldaten wiedererkannt hatte. Aus der Pressestelle des Verbandes kam daraufhin die Rückmeldung, dass man sich für den Hinweis zur Örtlichkeit bedanke, aber kein besseres Foto hätte, da keiner der DAeC-Presseleute selbst vor Ort gewesen sei. Zudem wurde die Frage nach dem Bild zurückgespielt mit dem Nachsatz „Das wäre ein echter Glücksfall für uns!“, woraus wir uns in der Annahme bestärkt sahen, dass die Ministerin vor Ort gewesen sein müsse. Dass die Ausbildungseinheit in Roth bereits im Mai stattfand, Kramp-Karrenbauer aber erst Mitte Juli ihr Amt antrat, fiel dabei weder uns noch den Kollegen der DAeC-Pressestelle auf.

Kurz nach der Publikation der Meldung wies DAeC-Präsident Stefan Klett aerokurier-Redaktionsleiter Lars Reinhold per Nachricht darauf hin, dass dort ein Fehler passiert sei, die Ministerin nicht in Roth war und man sich erst schriftlich ausgetauscht habe, um einen Termin zu vereinbaren. Der aerokurier-Chef bat daraufhin einen Redakteur, den Artikel entsprechend zu korrigieren, was entweder nicht passierte oder durch ein technisches Problem mit dem Content Management System nicht hinterlegt und veröffentlicht wurde.

Am 25. Oktober – gute zwei Wochen nach der Publikation, wies ein Mitarbeiter der Pressestelle der Luftwaffe darauf hin, dass die Ministerin nicht in Roth gewesen sei und hier ein Fehler in der Berichterstattung vorliege. Daraufhin haben wir die Meldung offline gestellt und diesen Artikel verfasst, um zu erklären, wie es dazu gekommen ist.

Alle Kollegen des aerokuriers fühlen sich bei ihrer Arbeit dem Grundsatz der publizistischen Sorgfalt, wie sie beispielsweise im §6 des Gesetzes über die Presse im Land Baden Württemberg festgeschrieben ist, verpflichtet. Aber auch wir sind nicht fehlerfrei, können uns irren oder einer falschen Annahme unterliegen. In diesem Fall sind mehrere Dinge zusammengekommen, die am Ende zu der fehlerhaften Meldung geführt haben.

Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. Weiterhin freuen wir uns über entsprechende Hinweise sowie allgemein sachliche Kritik zu unserer journalistischen Arbeit an die Redaktions-Mailadresse redaktion@aerokurier.de

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