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Manfred Münch
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Alexander Schleicher

AS 33 startet zum Erstflug

Mitte 2018 hatte Alexander Schleicher Segelflugzeugbau aus Poppenhausen seinen neuen 15/18-Meter-Renner angekündigt. Jetzt ist die AS 33 erstmals geflogen und bläst zum Angriff auf Ventus 3, JS 3 und Co.

Am 23. Januar um 11.45 Uhr straffte sich das Seil auf Schleichers Werksflugplatz in Poppenhausen erstmals, und die AS 33 nahm Fahrt auf. Im Cockpit: Ulrich Kremer, Geschäftsführer von Alexander Schleicher Segelflugzeugbau. Ein spannender Moment für den Chef, musste das neue Muster doch nun beweisen, dass die Ingenieure in den knapp zwei Jahren seit der Ankündigung des Flugzeugs ihre Hausaufgaben gemacht hatten.

„Schon beim Anrollen im F-Schlepp merkte ich, dass die Querruderwirksamkeit sehr gut ist“, so Kremer gegenüber dem aerokurier. „Ehrlich gesagt hatte ich auch nichts anderes erwartet, da die aufwändige und effektive Steuerung der ASG 29 beibehalten und noch weiter optimiert wurde.“ Wie bei einem Erstflug üblich, habe Kremer zunächst das allgemeine Verhalten des neuen Flugzeugs überprüft: Passt die Trimmung? Wie ist die Geräuschkulisse? Funktioniert das Triebwerk? „Da gab es keinerlei Grund zur Beanstandung, im Gegenteil. Das Flugzeug ist sehr leise und die Ruderabstimmung sehr harmonisch“, berichtet Kremer und setzt nach, dass er sich angesichts des gutmütigen Flugverhaltens direk zu der Aussage habe hinreißen lassen, dass die AS 33 auch als Schulflugzeug eingesetzt werden könnte.

Der Schlepp sei sehr stabil und gut steuerbar gewesen. Da für die ersten Flüge die maximale Geschwindigkeit zunächst auf 160 Km/h beschränkt sei, blieben hauptsächlich die Langsamflugeigenschaften und die Wendigkeit in den Fokus zu nehmen. „Für mich auffällig war, dass trotz der geflogenen Flächenbelastung von 46 kg/m² die Mindestgeschwindigkeit doch niedriger lag als bei der ASG 29. Aber gerade das sollte das neue Profil ja auch liefern, um auch die in der Bauvorschrift geforderte Mindestgeschwindigkeit bei der maximalen Flächenbelastung von 60 kg/m² zu erreichen.“ Das Flugverhalten beschreibt Kremer als „sehr harmlos“, selbst mit voll durchgezogenem Steuerknüppel habe sich die Maschine ohne merkliche Abkipptendenzen nur mit dem Seitenruder gut stabil halten lassen. „Die Wendigkeit lässt auch keine Wünsche offen und ist gefühlt gegenüber der ASG 29 noch etwas besser. Der Geradeausflug war wie erwartet stabil, so dass man auch ruhig den Steuerknüppel mal loslassen kann.“ Durch den zugunsten der Aerodynamik geänderten Winkel zwischen Rumpf und Flügel gegenüber der ASG 29 habe sich zudem die Sicht aus dem Cockpit weiter verbessert.

Der Landeanflug habe sich sich dank der Schleicher-typischen Landekonfiguration der Wölbklappen und Querruder gut steuern lassen, die dreistöckigen Bremsklappen ermöglichten auch steilere, Anflüge, erklärt Kremer. „Das Aufsetzen in Zweipunktlage war keine große Herausforderung, da auch aufgrund der weit herunterfahrenden Wölbklappen viel Auftrieb erzeugt wird und eine sehr geringe Aufsetzgeschwindigkeit gewählt werden kann.“ Dank der ausgeklügelten Wölbklappen- und Querrudersteuerung sei ein Umwölben nach dem Aufsetzen überflüssig, da auch in Wölbklappenstellung L eine gute Querruderwirkung bis zum Stillstand gegeben sei. Die Tost-Scheibenbremse, die über den Bremsklappenhebel angesteuert wird, konnte ebenfalls überzeugen, so Kremer.

Weitere Flüge wurden von den Mitglieder des Konstruktionsteams durchgeführt. „Gerade Ulrich Simon, der für die aerodynamische Auslegung der AS 33 verantwortlich ist, zeigte sich sehr zufrieden und sah die theoretischen Vorhersagen bestätigt.“

Schleicher will jetzt zeitnah mit der Flugerprobung beginnen. „Wir hoffen dass wir mit Beginn der Saison auch erste Flüge für Interessenten anbieten können“, sagte Uli Kremer. Bereits ein paar Tage vor dem Erstflug der AS 33 sei in Poppenhausen mit dem Bau der nächsten Maschine begonnen worden.