Isländische Hilfe für die Schweiz: Coast Guard fliegt Fischhaut für Brandopfer

Isländische Hilfe für die Schweiz
Coast Guard fliegt Fischhaut für Brandopfer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.01.2026
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Coast Guard fliegt Fischhaut für Brandopfer
Foto: Landhelgisgaesla Islands

Trotz widriger Wetterbedingungen flog die isländische Küstenwache am Freitagmorgen 14 Isolierbehälter mit frischer Kabeljau-Fischhaut aus den Gewässern vor Grönland von Reykjavíks Inlandsflughafen zum britischen Spezialhersteller Kerecis. Dort entstehen aus der extrem reinen Fischhaut Pflaster, die als künstliche Haut auf Brandverletzungen aufgebracht werden können, um die Heilung zu unterstützen. Das Unternehmen Kerecis hatte die Küstenwache Islands am 3. Januar kontaktiert.

Nach dem Brandunglück im Schweizer Ferienort Crans-Montana mit 40 Toten müssen 116 Patienten mit teilweise schweren Brandverletzungen behandelt werden. Sie wurden dazu europaweit in Spezialkliniken verlegt, darunter nach Deutschland.

Rohstoff stammt vom Kabeljau

Die Fischhaut, die für die Herstellung der Pflaster benötigt wird, stammt vom Kabeljau, der in den Gewässern vor der Küste Grönlands laut Unternehmensangaben, "nachhaltig" gefangen und verarbeitet wird. Die Fischaut wird dann, nach einem patentierten und besonders schonenden Spezialverfahren, sterilisiert, sodass die Zell- und Molekularstruktur und auch deren Dreidimensionalität erhalten bleiben. Die Pflaster sehen aus wie ein weißer Netzverband, sind steril und können auf Branwunden gebracht werden, wo sie das Nachwachsen natürlicher Haut und die Wundheilung unterstützen.

Die Rettungsflieger liefern Nachschub

Die Isländische Website mbl zitierte Kerecis-Gründer und -Vorstandschef Guðmundur Fertram zum Unglück in der Schweiz mit den worten "Das Ganze ist eine unglaubliche Tragödie und es bricht uns das Herz, von allen diesen jungen Menschen zu erfahren, die schwere Brandverletzungen erlitten haben und nun um ihr Leben kämpfen. Aber zugleich gibt es auch ein eigenartiges und doch sehr wichtiges Gefühl zu sehen, wie unsere Technologie und unsere Mitarbeit hier direkt zum Wohlbefinden der Patienten und einer besseren Heilungschance beitragen kann". Fertram zeigte sich begeistert davon, wie schnell die Isländische Küstenwache eingesprungen sei, als sich die Vorräte von Kerecis dem Ende zuneigten.

Ständig in Bereitschaft

Wie alle vergleichbaren Organisationen ist Islands Küstenwache stets bereit, bei Notfällen im maritinem Umfeld zu helfen. Dafür betreibt die Truppe drei Hubschrauber vom Typ Airbus H225 Super Puma und eine Bombardier Dash 8-300. Die Hubschrauber fliegen jeweils mit zwei Piloten, einem Rettungssanitäter, einem Windenbediener und einem Arzt. Sie können bis zu 19 Personen befördern. Die Dash 8 ist üblicher Weise für die Beförderung von 12 bis 14 Personen ausgelegt, kann aber kurzfristig auch für eine Kapazität von 22 Personen umgerüstet werden. Die Rettungsleitstelle der Isländer (JRCC) steht rund um die Uhr in Bereitschaft. Islands Hubschrauber können binnen 15 Minuten einen Radius von 60 Kilometern abdecken. Flüge in den äußersten Osten Islands dauern per Hubschrauber etwa eine Stunde und 15 Minuten.