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Graflight-Hersteller

EPS meldet Insolvenz an

Engineered Propulsion Systems hat Antrag auf Schutz nach Chapter 11 bei einem US-Insolvenzgericht eingereicht. Wie die AOPA in den USA berichtet, fehlen dem Unternehmen 12 bis 15 Millionen US-Dollar.

Engineered Propulsion Systems (EPS) steckt nicht zum ersten Mal in finanziellen Schwierigkeiten. So teilte das Unternehmen aus New Richmond, Wisconsin, Ende 2018 mit, eine Finanzspritze erhalten zu haben, um den Dieselmotor Graflight V-8 zur Serienreife und Zulassung zu bringen. Jetzt informiert der Motorenhersteller in einer Pressemitteilung darüber, einen Insolvenzantrag gemäß Chapter 11 des US-Konkursrechts eingereicht zu haben. Zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung habe EPS mehr als 60 Millionen Dollar an privatem und staatlichem Kapital für die Motorentwicklung ausgegeben, heißt es in der Mitteilung. Laut einem Bericht der AOPA in den USA geht es jetzt um einen Fehlbetrag zwischen 12 und 15 Millionen US-Dollar. Bis zum 15. September könne EPS noch die Löhne und Gehälter mit geliehenem Geld zahlen. Chapter 11 sieht ein Sanierungsverfahren unter gerichtlicher Aufsicht vor.

Bei einer Aktionärsversammlung am Donnerstag, 4. August 2020, habe EPS-Anwalt James Sweet bekannt gegeben, dass in Delaware ein Unternehmen namens "EPS Engineered Propulsion Systems, LLC" mit der Absicht einer Übernahme gegründet wurde. Die Rede ist von "chinesischen und anderen ausländischer Interessen". Wie es außerdem heißt, werde die Technologie der EPS nach amerikanischem Recht als "kritisch" definiert, weshalb ihr Erwerb wahrscheinlich unter neue Bestimmungen fallen soll, die in den Richtlinien des US-Finanzministeriums festgelegt seien.

Engineered Propulsion Systems, Inc. wurde 2006 gegründet, um einen Luftfahrt-Dieselmotor zu entwickeln. Der Graflight V-8 ist ein Achtzylinder-Selbstzünder mit Flüssigkeitskühlung und Turbolader. Aus 4,3 Litern Hubraum soll er je nach Version 320 bis 450 PS (235 bis 33 kW) schöpfen. 2014 hob das Triebwerk in einer Cirrus SR22 erstmals ab. EPS spricht auf seiner Website von zivilen und militärischen Anwendungsmöglichkeiten. Das US-amerikanische Unternehmen betreibt in Burscheid, Nordrhein-Westfalen, eine Außenstelle, da der Graflight V-8 auf der europäischen Automobiltechnologie basiere. So liefert Bosch elektronische Komponenten und das Kraftstoffeinspritzsystem.