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Patrick Holland-Moritz

Premiere der eMagic One auf der European Rotors

European Rotors eMagic One: Elektro-UL, das senkrecht startet

Premiere der eMagic One auf der European Rotors in Köln: Der ultraleichte Einsitzer mit Elektroantrieb kann senkrecht starten und landen. Es ist ein Projekt "Made in Germany".

Michael Kügelgen und Thomas Senkel haben auf der Helikoptermesse European Rotors in Köln ihr gemeinsames Projekt enthüllt. Mehrere Jahre Entwicklungsarbeit stecken in der elektrisch angetriebenen eMagic One, die im Juni am Flugplatz Mendig zum ersten Mal geflogen ist. Am Steuer saß beim Erstflug der Erfinder Michael Kügelgen selbst. Der Einsitzer verbindet die Eigenschaften eines Flächenflugzeugs mit den Fähigkeiten eines Senkrechtstarters.

Hinter der eMagic One stehen Michael Kügelgen, Unternehmer und Ingenieur aus Grafschaft bei Bonn, sowie der Physiker Thomas Senkel, einer der Gründer von Volocopter. Bekannt wurde Senkel im Jahr 2011 als Pilot des fliegenden Volocopter-Hüpfballs, 2015 verließ er jedoch das Unternehmen.

Beim Projekt eMagic One ist Thomas Senkel der Spezialist für die Schwebeflugeinheit, die unabhängig vom eigentlichen Flugzeug entwickelt und erprobt wurde. Auch die jeweils 15 Kilowatt starken Elektromotoren der acht Rotoren sind eine Eigenentwicklung von Thomas Senkel – jeder einzelne ist handgefertigt. Den 40 Kilowatt starken Elektro-Antrieb für den Vorwärtsflug steuert Geiger Engineering bei. Michael Kügelgen hat indes Struktur und Aerodynamik der eMagic One berechnet. Die konsequent auf Leichtbau ausgelegte Zelle aus Kohlefaser hat Silence Aircraft gefertigt. Einzelne Elemente wie zum Beispiel die Haube und das Cockpit wurden von der ultraleichten Twister übernommen. Die Auslegung der eMagic One als "Ente" ermöglicht die Montage der Schwebeflugeinheit in Verbindung mit gutmütigen Langsamflugeigenschaften.

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Acht Rotoren ermöglichen den Schwebeflug.

Ihre ersten Testflüge hat die eMagic One als herkömmliches Flugzeug – also mit konventionellen Starts und Landungen – absolviert. Im nächsten Schritt wurden im Spätsommer Flugzeug und Senkrechtstarteinheit verheiratet und es folgten weitere Testflüge, um den Einfluss der acht Rotoren auf das Flugverhalten zu untersuchen. Am Messestand sind jetzt erste Videos vom unbemannten Schwebeflug zu sehen. In dieser Flugphase übernimmt ein Autopilot die Steuerung.

Die technischen Daten klingen vielversprechend. 144 km/h Reisegeschwindigkeit stehen im Datenblatt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist bei 200 km/h erreicht und die Mindestgeschwindigkeit beträgt 74 km/h. Die Flugzeit beträgt eine Stunde, außerdem sind maximal vier Minuten im Schwebeflug möglich. Die maximale Abflugmasse beträgt 420 Kilogramm.

Nun geht es den beiden Entwicklern darum, die eMagic One weiter zu fliegen und zu erproben. "Wir möchten zeigen, dass wir uns innerhalb der Grenzen der Physik bewegen und auf der Messe die Resonanz des Publikums testen", sagte Michael Kügelgen im Gespräch mit dem aerokurier.

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Thomas Senkel (links) und Michael Kügelgen zeigen noch bis Donnerstag die eMagic One auf der European Rotors in Köln.
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