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CityAirbus NextGen: Thales und Diehl steigen ein

CityAirbus NextGen Thales und Diehl steigen ein

Mit dem City Airbus NextGen will der größte europäische Flugzeugbauer im Markt der elektrischen Urban Air Mobility mitmischen. Das neue Konzept mit Tragflächen ist eine deutliche Abkehr vom bisherigen Weg, bei dem Airbus auf einen Multikopter gesetzt hatte. Auf der European Rotors in Köln machte Airbus die Zusammenarbeit mit Thales und Diehl Aviation öffentlich.

Mit seinem Vorgänger, der eher an einen Quader mit vier ummantelten Rotoren erinnerte, hat das am Mittwoch auf der European Rotors präsentierte Modell des neuen CityAirbus nicht mehr viel gemein. Feste Tragfläche, zu einem weiten V ausladende Leitwerksträger am Heck mit darauf aufliegender Höhenflosse und acht einzeln angeordnete Propeller, die sich über das gesamte Fluggerät verteilen und von je einem Elektromotor angetrieben werden sollen, so sieht die Vision der Airbus-Ingenieure für nachhaltigen, schnellen und effizienten innerstädtischen Luftverkehr aus. Vier Personen sollen in der Kabine Platz haben, die Rechweite wird mit 80 Kilometern und die Geschwindigkeit mit 120 km/h angegeben. Dabei soll die Lärmemission mit 65 bis 70 dB(A) deutlich unter der heutiger Hubschrauber liegen.

Bruno Even, CEO von Airbus Helicopters, betonte, dass Airbus sich mit dem CityAirbus NextGen einen ganz neuen Markt erschließen wolle. Megacitys auf der ganzen Welt wie Dubai oder Singapur verlangten nach neuen Mobilitätskonzepten, die nachhaltiger, leiser und schneller funktionierten als alle bisherigen. Überdies stoße die Urban Air Mobility die Tür auf in Richtung neuer Technologien, aber auch hinsichtlich der Zertifizierung. Mit dem Modell im Maßstab 1:10 sei man bereits sehr nahe am Produkt, dessen Prototyp schon 2023 fliegen soll.

Jörg Müller, Head of Urban Air Mobility (UAM) bei Airbus, gab schließlich die Systempartnerschaft mit Diehl und Thales bekannt: "UAM ist eine gemeinsame Anstrengung. Niemand kann es allein schaffen. Airbus wendet sich an potenzielle Partner aus der Industrie, um ein optimiertes Fluggerät für den sicheren und effizienten Luftverkehr im städtischen Umfeld zu entwickeln und zu bauen. Wir sind stolz darauf, mit Thales und Diehl zwei hervorragende Partner mit viel Know-how an Bord zu haben." Darüber hianaus wies Müller auf wesentliche Punkt hin, in denen sich der CityAirbus NextGen vom bisherigen hauseigenen Entwurf aber auch von denen der Mitbewerber unterscheidet. "Ein fester Flügel ist perfekt für Effizienz im Vorwärtsflug, weshalb beim NextGen darauf zurückgegriffen wurde." Weiterhin sei durch den Verzicht auf Klappen oder bewegliche Antriebseinheiten ein Höchstmaß an technischer sicherheit möglich. Alle Lageänderungen würden allein durch den Schub der Propeller realisiert.

Patrick Holland-Moritz
Jörg Müller, Head of Urban Air Mobility (UAM) bei Airbus, erklärte den Besuchern der European Rotors die Details der Konstruktion.

Auch die Partner von Airbus sehen in der Kooperation große Chancen. "Wir freuen uns sehr, dass unsere enge Zusammenarbeit mit Airbus und Diehl wieder einmal zu konkreten Ergebnissen führt, und zwar durch eine Vereinbarung, die der Mobilität in der Luft eine ganz neue Dimension verleiht", sagte Yannick Assouad, Executive Vice President Avionics bei Thales. "Mit dieser sicheren und innovativen Flugsteuerungslösung arbeiten wir gemeinsam am Aufbau eines Umfelds für den Luftraum, dem wir alle vertrauen können."

Josef Köcher, CEO von Diehl Aviation, ergänzte: "Die Mobilität der Zukunft werden eVTOLs entscheidend prägen und enorm bereichern – in unseren Städten aber auch darüber hinaus. Dabei spielt der sichere Betrieb der innovativen Fluggeräte natürlich eine zentrale Rolle." In der engen Zusammenarbeit mit Airbus und Thales sehe man eine richtungsweisende Partnerschaft für Zuverlässigkeit und Sicherheit des CityAirbus. Man sei stolz, mit der eigenen Expertise an Bord zu sein.

Ob Airbus mit dem neuen CityAirbus im Markt wird mitspielen können, muss sich zeigen. In jedem Fall hat der Konzern keine Zeit zu verlieren, denn Mitbewerber wie Volocopter, die ihren VoloCity direkt neben der Konferenzbühne präsentierten, sammeln bereits intensiv Flugerfahrung mit ihren Prototypen und arbeiten am Umfeld, das die E-VTOLS für einen kommerziell erfolgreichen Betrieb benötigen.

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