Pilotenschulung
So trainieren die Royal Flying Doctors

In einem eigenen Trainingszentrum schult der australische Royal Flying Doctors Service künftig seine King-Air-Piloten. Der Level-D-Simulator, den die Hilfsorganisation jetzt gekauft hat, ist der erste seiner Art außerhalb der USA.

So trainieren die Royal Flying Doctors
Foto: TRU Simulation + Training

Im australischen Hinterland bietet der Royal Flying Doctor Service seit fast 100 Jahren einen unverzichtbaren Dienst: Die fliegenden Ärzte gewährleisten medizinische Versorgung für Menschen in ländlichen und abgelegenen Gegenden, nicht selten hunderte Kilometer vom nächsten Krankenhaus entfernt. Rund 33.0000 Australier betreut alleine die RFDS-Sektion im nordöstlich des Kontinents gelegenen Bundesstaat Queensland jährlich. Neben medizinischer Grundversorgung ist die Patiententransport in der Luft die wichtigste Aufgabe der Hilfsorganisation.

Unsere Highlights

Der Royal Flying Doctors Service setzte dafür eine breite Palette an Flugzeugmustern für seine medizinischen Missionen ein. Die Hilfsorganisation betreibt neben 34 Single-Turboprops vom Typ PC-12 und drei PC-24-Jets des Schweizer Herstellers Pilatus auch 30 Beechcraft King Airs der 200er-Serie, zehn Beechcraft King Air 300C/350. Im vergangenen Jahr hat der RFDS zudem beim US-Flugzeugbauer Textron Aviation vier Beechcraft King Air 360CHW geordert und sich eine Option für zwei weitere Maschinen gesichert. Seit nunmehr einem Jahr ist die modernste Version der King-Air-Modellreihe bei den Australiern im Einsatz. Sie bietet eine zusätzliche Frachttür und ist außerdem für den Einsatz unter härtesten Bedingungen optimiert.

Schulung im eigenen Haus

Die Crews der Turboprop-Twins sollen künftig im eigenen Trainingscenter geschult werden. Das errichtet die Sektion Queensland des Royal Flying Doctor Service in Bundaberg für 18 Millionen Australische Dollar (11,7 Millionen Euro). Das Grundstück hierfür, direkt neben der RFDS-Zentrale am Flughafen, spendete die Regionalverwaltung.

Herzstück des Schulungscenters ist der Level-D-Simulator des US-Herstellers TRU Simulation + Training, für den die Fliegenden Ärzte jetzt den Kaufvertrag unterzeichnet haben. Mit diesem Gerät können die fliegenden Ärzte sowohl Musterschulung für die King-Air-Twins als auch Checkrides und das Training für die besonderen Anforderungen an das Fliegen im Outback künftig im eigenen Haus durchführen. "Der Zugang zu führender Technologie wie dem Simulator vor unserer Haustür wird die Kontinuität der Weltklasse-Ausbildung für unsere Piloten und Crews sicherstellen", sagt Meredith Staib, Chief Executive Officer der RFDS-Sektion Queensland.

TRU Simulation + Training
Die Stützen vermitteln mit mehr als 150 Zemtimeter Verfahrensweg realistisches Fluggefühl.

Besonders realitätsnah

Das Trainingsgerät ist das erste seiner Art in Australien: Ein besonders realistisches Fluggefühl vermittelt der Full-Flight-Simulator durch Hydraulikstützen mit mehr als 150 Zentimeter Verfahrensweg. Die Bilddarstellung erfolgt durch Projektoren mit einem Bildwinkel von 200X40 Grad. Der Simulator dient dem Royal Flying Doctor Service für das Training der 360CHW-Piloten. Er kann jedoch auch auf andere Modelle der King-Air-Reihe umkonfiguriert werden.

TRU Simulation + Training
Der Level-D-Simulator kann auch für die Modelle der King-Air-200-Serie konfiguriert werden.

Die Zulassung durch die australische Civil Aviation Safety Authority soll bis zur Eröffnung des Trainingszentrums Anfang 2023 erfolgen.

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