Bei Testflug
Grand Caravan verliert Tragfläche im Flug

Vier Tote fordert der Absturz einer Cessna Caravan bei einem Testflug, auf dem Mitarbeiter von Raisbeck Engineering Daten für eine neue Modifikation der Turboprop-Single sammeln wollten.

Grand Caravan verliert Tragfläche im Flug
Foto: flightradar24.com

Die Cessna Grand Caravan 208B EX war nach dem Flugverfolgungsportal flightradar24.com am Freitag um 9.25 Uhr Ortszeit vom Flughafen Renton gestartet. Die einmotorige Turboprop flog eine Reihe von Kurven, Steig- und Sinkflügen mit Geschwindigkeitsschwankungen, bevor sie gegen 10.20 Uhr auf einem Feld etwa elf Meilen nördlich von Seattle zu Boden stürzte. Das Flugzeug war etwa 55 Minuten in der Luft gewesen.

Rechte Tragfläche weit vom Wrack entfernt

Die letzten vom Flugverfolgungsportal flightradar24.com aufgezeichneten Daten zeigen die Cessna mit einer Sinkrate von bis zu 12.800 Fuß pro Minute. Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB ist sich bereits nach den ersten Ermittlungen sicher: Die Cessna Grand Caravan hat im Flug die rechte Tragfläche verloren. Die wurde mehr als 200 Meter entfernt vom Wrack der Turboprop geborgen.

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Die Grand Caravan mit der Registrierung N2069B war auf Copper Mountain Aviation zugelassen und von Raisbeck Engineering geleast worden. Das in Seattle ansässige Unternehmen ist Spezialist für Flugzeugmodifikationen zur Steigerung der Performance. Für die Cessna 208B bietet Raisbeck beispielsweise eine aerodynamische Verkleidung für das Cargapod auf der Rumpfunterseite und Rumpffinnen an, die den Widerstand bei Steig- und Reiseflug verringern.

Unfallmaschine war nicht modifiziert

Bei dem Unfallflug sollten Grunddaten erflogen werden, um sie mit denen eines späteren Upgrades vergleichen zu können. "Ich denke, das Wichtigste ist, dass wir ein Flugzeug geflogen sind, in dem wir unsere Modifikation noch nicht installiert hatten", sagte Raisbeck-Chef Hal Christman.

An Bord waren zwei Testpiloten mit jeweils über 10.000 Stunden Flugerfahrung, ein Ingenieur und der Leiter des Testflugs. Alle vier kamen bei dem Absturz ums Leben.

"Alle Mitglieder der Raisbeck-Familie sind erschüttert über diesen tragischen Unfall", sagte Chrisman in einer Erklärung. "Und während Raisbeck diesen Verlust zutiefst empfindet, können wir uns den Verlust und den Schmerz der Familien und anderer Angehöriger dieser Besatzungsmitglieder nicht annähernd vorstellen."

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