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Corona-Shutdown: Die Krise und die Luftfahrt
Patrick Holland-Moritz

Umfrage gestartet

AOPA-Initiative: Piloten als Krisenhelfer?

Die AOPA sucht Piloten, die mit ehrenamtlichen Flügen in der Corona-Krise helfen möchten. Mit einer Umfrage lotet die Organisation gerade das Potenzial dieser Idee aus.

Können Privatpiloten in der Corona-Krise eherenamtlich helfen? Ja, glaubt die AOPA Germany und hat erste Schritte für ein mögliches Hilfsprogramm eingeleitet. "Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe haben wir inzwischen auf ein von uns eingereichtes Hilfsangebot sehr positive Signale erhalten, so dass wir unser Hilfsangebot konkretisieren wollen", heißt es auf der Website. Konkret geht es um den Transport eiliger Kleinsendungen, also beispielsweise um medizinische Proben, die in ein Labor gebracht werden müssen, oder um Medikamente. Schwere Fracht oder gar der Transport von Covid-19-Patienten sind explizit ausgenommen.

Einen großen Vorteil der Luftfahrt sieht die AOPA in der Infrastruktur. Während der bodengebundene Transport oft zu langsam sei, verfüge die Allgemeine Luftfahrt über viele dezentrale Flugplätze in der Fläche. So ließen sich Transportzeiten verkürzen. Ob dabei auch jene Flugplätze genutzt werden könnten, die derzeit geschlossen sind, geht aus der Ankündigung nicht hervor.

"Die Durchführung dieser Transportleistungen wäre rein ehrenamtlich, eine Bezahlung ist nicht vorgesehen und auch nicht erlaubt. Abgesehen von dieser Geste der Mitmenschlichkeit und Solidarität würde jeder Beitrag den Wert der Allgemeinen Luftfahrt für die Allgemeinheit unterstreichen", schreibt die AOPA Germany.

Um das Interesse der Piloten auszuloten hat die AOPA eine Umfrage auf ihrer Website gestartet. Offenbar ist das Interesse groß. Wie die Geschäftsstelle in Egelsbach auf Anfrage des aerokurier erklärte, hält die AOPA Germany derzeit Rücksprachen mit verschiedenen Stellen und ist mit vielen Fragen seitens der Piloten konfrontiert.

+++ Update +++ Kein Aprilscherz +++

Wie AOPA-Geschäftsführer Dr. Michael Erb im Gespräch ausdrücklich bestätigt, handelt es sich bei der Initiative nicht um einen Aprilscherz. Die Resonanz auf die Umfrage sei ausgesprochen gut: "Wir haben in 24 Stunden aktuell 452 Interessenten", freut er sich. Ziel sei es nun, eine Datenbank aufzubauen und so schnell wie möglich mit den Flügen zu starten. "Die Vorlaufzeit der Piloten liegt zwischen 30 Minuten und zwei Stunden. Das Angebot ist da und von uns aus kann es schnell losgehen", sagt Erb.

Die Mediziner unter den AOPA-Mitgliedern könnten jetzt wichtig sein, um Kontakte zu den entsprechenden Stellen herzustellen. Probleme angesichts der vielen geschlossenen Flugplätze und der bestehenden Luftraumbeschränkungen erwartet die AOPA nicht, schließlich handele es sich um Hilfsflüge. Wichtig sei jetzt die Kommunikation mit den Flugplätzen und den zuständigen Luftämtern.

Die Kosten für die Flüge tragen allein die Piloten. Für diese sei die Aktion eine Chance, ohnehin geplante Flüge angesichts der Corona-Krise in den Dienst einer guten Sache zu stellen, von der letztlich auch das Image der Allgemeinen Luftfahrt enorm profitieren könne.

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