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AutoGyro

AutoGyro hat vorläufige Insolvenz beantragt

Corona-Folgen AutoGyro meldet vorläufige Insolvenz an

Der Tragschrauberhersteller AutoGyro aus Hildesheim hat einen Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt. Als Ursache werden die Folgen der Corona-Pandemie genannt. Die Perspektiven seien jedoch nicht aussichtslos.

"This is the first step, not the last", verkündete Gerry Speich vor dem Team der AutoGyro GmbH in der heutigen Versammlung und gab bekannt, dass das Unternehmen Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt hat. Dies sei definitiv keine Bankrotterklärung, so Speich weiter. Es handele sich hierbei um einen wohlüberlegten Schritt, der Teil der umfassenden Restrukturierungsstrategie sei. Mit diesen Worten beginnt die Pressemitteilung des Unternehmens aus Hildesheim, das zu den weltweit führenden Herstellern von Tragschraubern zählt.

AutoGyro habe sich in den letzten Jahren stark gewandelt, heißt es. So habe das Luftfahrtunternehmen bereits Restrukturierungsmaßnahmen auch mit Hilfe externer Berater erfolgreich umgesetzt und habe in den letzten Monaten aufgrund der Corona-Krise Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt. Die Auswirkungen der anhaltenden Pandemie auf die Schlüsselmärkte Asien und Nordamerika hätten den Spielraum des Unternehmens jedoch wesentlich verkleinert. Um handlungsfähig zu bleiben, sei der vorläufige Insolvenzantrag die logische Konsequenz und das probate Mittel für die nächsten strategischen Schritte.

Die Aussichten, schreibt das Unternehmen, seien vielversprechend: Im Sommer 2019 habe AutoGyro als weltweit einziger Tragschrauberhersteller die essentiell wichtige US-amerikanische FAA-Zulassung in der Primary Category (PC) für seine Modelle Cavalon 915iS und MTOsport 2017 915iS erwirkt. Dies eröffne neue Absatzmärkte besonders für den kommerziellen Einsatz der Hildesheimer Fluggeräte und werde global Vorreiterwellen für die Vielseitigkeit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit von Tragschraubern schlagen. Darüber hinaus laufe das Tagesgeschäft der 78 Mitarbeiter am Standort unverändert weiter, denn die Produktion sei bereits bis Ende Januar ausgelastet. Noch im Dezember sollen vier weitere Tragschrauber die Fertigungshallen am Flugplatz Hildesheim verlassen.

AutoGyro produziert seit 2003 die ultraleichten Fluggeräte und hat mit Partnern in über 40 Ländern weltweit ein Servicenetzwerk aufgebaut. In der Region Hildesheim gilt die Firma nach eigenen Angaben als wichtiger Arbeitgeber sowie international als wichtiger Marktteilnehmer in der Welt der "kleinen" Luftfahrt.