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Erdanker im Test

Mit dem richtigen Verzurrzeug verliert auch der härteste Boden seinen Schrecken. Wir haben uns vier verschiedene Sets angeschaut, damit Ihr Flugzeug sicher parkt.

Wer kennt es nicht vom Wochenendausflug? Landen, fix das Gepäck ausladen, und dann nichts wie auf zu neuen Ufern, zu Fuß, per Fahrrad oder vielleicht mit dem Mietwagen! Doch ob Nordsee-Insel oder Nordkap, vor der Erkundungstour sollte das Flugzeug ordentlich verzurrt sein, damit es sich beim nächsten Sommergewitter nicht gleich auf den Kopf stellt.

Die vorgestellten Sets unterscheiden sich in Handhabung, Packmaß und Gewicht deutlich. Für jeden Anspruch dürfte etwas Passendes dabei sein. Foto und Copyright: Holland-Moritz

Genau das ist nicht selten ein Problem. Längst nicht an allen Flugplätzen gibt es Vorrichtungen in Form von Ketten oder Betonreifen zum Festbinden der Flugzeuge, und Hallenplätze sind ohnehin ein kostbares Gut. In der Regel bleibt also nur der Griff ins Gepäckfach zum eigenen Verzurrzeug. 

Ist der Boden steinig oder extrem trocken, weigern sich Erdanker preiswerterer Machart schon mal, ihren Weg in den Untergrund anzutreten. Filigrane Holzstöckchen als Eindrehhilfe zerbrechen unter der rohen Gewalt wie Strohhalme, billige Haken aus Gusseisen zerspringen wie Glas. Ist der Boden zu weich, gibt’s mit den falschen Ankern schon bei moderaten Windstärken kein Halten mehr.

Beim Luftfahrtversender Friebe in Mannheim haben wir vier verschiedene Erdanker-Sets aus dem Regal gefischt und diese am lebenden Objekt, einer Robin DR 253, ausprobiert. Damit es auch mit dem Festbinden klappt, stellen wir Ihnen an dieser Stelle zugleich die passenden Knoten vor. 

1. Der Klassiker: Friebe Erdankersatz

Friebe Erdankersatz. Foto und Copyright: Holland-Moritz

Wer kennt ihn nicht, den klassischen Erdanker? Er ist der stille Star bei jedem Fly-in. Groß, schwer, solide – einmal gekauft, begleitet ein solches Set Pilot und Flugzeug bis ins hohe Alter. 

Ist der Boden hart, lässt sich der Anker nur mit viel Kraft eindrehen. Foto und Copyright: Holland-Moritz

Gut und gern 60 Zentimeter Schwermetall gilt es mit dem Holzknüppel in den Boden zu schrauben, und das gleich dreimal. Bei unserem Test tun wir uns schwer, dem trockenen und steinigen Mannheimer Flugplatzboden derart tiefe Löcher abzuringen. Einmal im Erdreich verankert, ist dann aber bombenfester Halt garantiert.

Einfacher geht das Ganze bei weichem Boden von der Hand. Mit 44 Euro ist dieses Set unser Kauftipp. Das Gewicht ist mit drei Kilogramm allerdings ebenso wenig zu verachten wie das große Packmaß. Das mitgelieferte Seil lässt sich nur schwer straffziehen.

Packmaß: 65 x 18 x 13 cm 
Gewicht: ca. 3 kg 
Lieferumfang: drei Erdanker, Holzknebel, Seil, Packbeutel
Preis: 44 Euro bei Friebe

Bewertung: ■■■■□□

2.UL-Format: Friebe Erdankersatz UL

Friebe Erdankersatz UL. Foto und Copyright: Holland-Moritz

Mit nur einem Kilogramm Gewicht, kleinem Packmaß und einem Preis von knapp 32 Euro ist dieses für UL-Flugzeuge gemachte Set etwas für Sparfüchse und Minimalisten, die auf jedes Gramm bei der Zuladung achten müssen. 

Für Minimalisten ist dieses leichte und preiswerte Ankerset. Foto und Copyright: Holland-Moritz

Die Ausführung der Haken ist deutlich filigraner als beim großen Bruder, das Gewinde der Metallanker fällt fast schon zu kurz aus, um sicheren Halt im Boden zu gewährleisten. Da aber auch ULs mit ihrer großen Flügelfläche bei Wind und Sturm ordentlich Auftrieb erzeugen können, empfehlen wir dieses Set allenfalls für kurze Ausflüge mit sicherer Schönwetterprognose.

Auch bei diesen Ankern erfordert das Eindrehen in den trockenen Boden eine Portion Muskelkraft. Das spröde Kunststoffseil überzeugt auch hier nicht. 

Packmaß: 25 x 12 x 12 cm 
Gewicht: ca. 1 kg 
Lieferumfang: drei Erdanker, Holzknebel, Seil, Packbeutel
Preis: 31,80 Euro bei Friebe

Bewertung: ■■□□□□

3. Drehwurm: Wormi Alu-Erdankersatz

Wormi Alu-Erdankersatz. Foto und Copyright: Holland-Moritz

Leicht, kompakt und einfach in den Boden zu drehen: Das Wormi-Set bietet sich als eierlegende Wollmilchsau unter den Erd­ankersets an. 

Ganz einfach: Die Wormis werden in den Boden geschraubt. Foto und Copyright: Holland-Moritz

Im Grunde handelt es sich um drei Aluminiumschrauben, die es mit jeder Bodenbeschaffenheit aufnehmen wollen. Der mitgelieferte Schraubendreher wird zum Eindrehen in den Boden als Hebel quer durch den Schraubenkopf gesteckt. Durch dieses Loch wird später das Seil gefädelt.

In Mannheim zeigt sich, dass trockene und steinige Böden mit Wormi ihren Schrecken verlieren. Ob das allerdings auch bei weichem Untergrund noch funktioniert, ist fraglich. Erfreulich ist das geringe Packmaß. Das Wormi-Set ist außerdem der leichteste Testkandidat. Auch bei diesem Paket ist die Qualität der Seile nicht überragend. 

Packmaß: 
35 x 10 x 10 cm 
Gewicht: 730 g 
Lieferumfang: drei Aluminiumschrauben, Kreuzschlitz-Schraubendreher, Seil, Packtasche
Preis: 70,90 Euro bei Friebe

Bewertung: ■■■□□□

4. Schwermetall: The Claw

The Claw. Foto und Copyright: Holland-Moritz

„The Claw“, die Kralle, heißt dieses Set für alle, die den Naturgewalten die kalte Schulter zeigen möchten. 

Die Kralle beißt sich im Boden fest, sie ist gleichzeitig komfortabel zu handhaben. Foto und Copyright: Holland-Moritz

Das Prinzip ist schlicht genial: Die drei Krallen mit ihren anklappbaren Beinen werden auf den Boden gelegt und mit jeweils drei langen Nägeln mit dem Erdreich verbunden. Das seitliche Einschlagen der Nägel ist mit dem mitgelieferten Hammer ein Kinderspiel. Kommt nun Zug aufs Seil, zieht sich die Kralle zusammen und beißt sich zumindest in der Theorie immer fester in den Boden. Der Hammer dient zugleich als Hebel, um die Nägel mit einem Griff zu lösen. Nachteil: Bei weichem Boden könnte es mit dem Halt schnell vorbei sein. Außerdem ist „The Claw“ das schwerste und teuerste Set im Vergleich.

Packmaß: 35 x 15 x 16 cm 
Gewicht: ca. 4,1 kg 
Lieferumfang: drei Krallen, neun Erdnägel, Hammer, Seil, Packtasche
Preis: 109 Euro bei Friebe

Bewertung: ■■■■□□

aerokurier Ausgabe 09/2014

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