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RED Aircraft

RED Aircraft: Air Tractor mit deutschem V-12

RED Aircraft Air Tractor mit deutschem V-12

Mit dem RED A03 hat der deutsche Motorenhersteller einen Zwölfzylinder-Flugdiesel mit 550 PS bis zur Zulassung entwickelt. Mit dem ersten Einbau in eine Air Tractor 301 will das Unternehmen aus der Eifel neue Absatzmärkte im Agrarflug erschließen.

Am 23. November um 16.05 Uhr hob die mit dem RED A03 ausgerüstete Air Tractor 301 in der Nähe von Unadilla, Georgia, mit Stephen Bereza am Steuer erstmals ab. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der RED Aircraft GmbH und A&C Ag Aviation, einem Dienstleister für Agrarflug, informiert der Motorenhersteller in einer Pressemitteilung. Ziel sei dabei, für ältere Flugzeuge eine Möglichkeit zu schaffen, sie mit einem modernen Triebwerk auszurüsten und so auch in Zukunft wirtschaftlich betreiben zu können. Die immer noch zahlreich vertretenen AT-301 sind mit einem Sternmotor vom Typ Pratt & Whitney R-1340 unterwegs, der bis 1960 gebaut wurde und rund 600 PS leistet, technisch aber bei weitem nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Zudem gestaltete sich die Versorgung mit Ersatzteilen für die R-1340 immer schwieriger, sodass die Betreiber gezwungen waren, Maschinen mit technischen Problemen aus dem Dienst zu nehmen.

Das Flugzeug wird vom 6. bis 9. Dezember auf der National Agricultural Aviation Association Expo in Savannah, Georgia, zu sehen sein, wo Vertreter von RED Aircraft Fragen um die Triebwerksumrüstung beantworten wollen. Laut Unternehmen sei der Fortschritt des Projekts von Beginn an von der Agrarfliegerszene in den USA intensiv verfolgt worden. Für den Einbau seien Cowling und Motoraufhängung der AT-301 umgestaltet worden, um den RED A03-Motor aufzunehmen und eine aerodynamischere Form zu erhalten. Die neue Cowling zeichne sich zudem infolge der Ausführung in Kohlefaser durch ein geringes Gewicht und zahlreiche Wartungsklappen für einen einfachen Zugang zum Motor aus, heißt es weiter.

Patrick Holland-Moritz
Der RED A03 wurde komplett in der Eifel Entwickelt. Eine Menge know-how kam aus dem Rennsport.

Das RED A03-Triebwerk wurde von der US-Luftfahrtbehörde FAA, der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA, der Russischen Föderalen Agentur für Luftverkehr FATA und der Neuseeländischen Zivilluftfahrtbehörde zugelassen. Zum Einsatz kam der V-12 bisher im neuen russischen Militärtrainer Jak-152, in einer Fletcher RU24, in einer DHC-2 Beaver und der Celera 500 L von Otto Aviation.

Das Triebwerk hat 6,1 Liter Hubraum, eine Startleistung von 550 PS und verfügt über eine Full Authority Digital Engine Control (FADEC). Letzteres ermögliche es den Betreibern, Motordaten in Echtzeit abzurufen und frühzeitig Entscheidungen über die Wartung zu treffen, wodurch die Ausfallzeiten minimiert werden könnten, heißt es vonseiten des Herstellers. Parallel zu den Umrüstungen investiere man aktuell stark in den Aufbau von Wartungslösungen für die Nutzer der RED-Triebwerke in den Vereinigten Staaten.

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