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Oldtimertreffen Hahnweide

Der Countdown läuft

Vom 9. bis 11. September verwandelt sich der Flugplatz Hahnweide bei Kirchheim/Teck wieder in ein Mekka der Flugzeug- und Oldtimerfans. Die Vorbereitungen laufen jetzt auf Hochtouren. Im Interview mit Stefan Kessler und Jan Denzel vom Organisationskommittee erhält der aerokurier einen Einblick in den Aufwand hinter den Kulissen.

aerokurier: Stefan, wieviele Flugzeuge und Piloten erwartet ihr in diesem Jahr?

Stefan Kessler: Dieses Jahr haben sich bei uns etwa 360 Flugzeuge angemeldet, damit sind wir am Limit. Erfahrungsgemäß kommen aber nie alle. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich, beispielsweise schlechtes Wetter unterwegs oder technische Probleme. Die Anreise ist zum Teil sehr weit, da kann immer was dazwischen kommen.

aerokurier: In einer solchen Veranstaltung steckt wahnsinnig viel Vorbereitung. Seit wann seid ihr mit der Planung für das Event Steeschäftigt?

Stefan Kessler: Im Grunde kann man sagen, dass die Kernorga etwa anderthalb Jahre läuft. Das Organisationsteam sitzt nun schon seit April 2015 an den Vorbereitungen für das bevorstehende Oldtimertreffen. Der Aufwand steigert sich dann exponentiell, je näher die Veranstaltung rückt.

aerokurier: Manche Arbeiten wie das Herrichten des Flugplatzes für die Flugzeuge, das Beschildern von Parkplätzen und die gastronomische Versorgung sind offensichtlich. Was passiert denn im Hintergrund, von dem Besucher und Piloten nichts mitbekommen?

Jan Denzel: Das ist eine gute Frage, deren eingehende Beantwortung den Rahmen sprengen würde. Aber um mal einige Punkte herauszugreifen: Wir haben vorab mit dem Orgateam und den Helfern mit Sicherheit an die 20 bis 30 vorbereitende Treffen, die zum Teil bis in die Nacht dauern. Ganz wichtig ist bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung die Koordination aller beteiligten Parteien. Das reicht vom Regierungspräsidium über die Polizei, DRK, Feuerwehr, Hahnweidevereine, externe Firmen, den Nahverkehr und umliegende Gemeinden bis hin zu den eigenen Vereinsmitgliedern. Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die Öffentlichkeitsarbeit. Das beginnt mit der Gestaltung des Programmhefts und dem Pflegen der Homepage und der App sowie der Facebookseite und endet beim Drucken abertausender Schilder und Aufkleber. Und abertausend ist hier wirklich nicht übertreiben!
Weiterhin sind natürlich die Köpfe des Organisationsteams permanent in Kontakt mit allen wichtigen Institutionen. Wir schreiben und beantworten E-Mails über E-Mails - und das alles abends nach der Arbeit. Dabei geht es nicht nur um die Kommunikation mit den Teilnehmern und Behörden, es sind da auch viele allgemeine Fragen von Besuchern dabei, die wir individuell zu beantworten versuchen. In der heißen Phase hängen wir dann für unmittelbare Abstimmungen noch ein bis zwei Stunden täglich am Telefon.
Schließlich nimmt die Vorbereitung des Flugplatzes zwei bis drei Wochen in Anspruch. Vom Hecke schneiden über das Verfüllen von Gräben bis hin zum Aufstellen von Zäunen und 40 Kilometer Flatterband anbringen - an Arbeit mangelt es nicht. Und dann wollen auch noch Presseanfragen bearbeitet und die ganzen Stände für die Gastro aufgebaut werden... 


15 im Kernteam, bis zu 250 Helfer

Die organisatorische Vorarbeit des Oldtimertreffens vollzieht sich hinter den Kulissen und nimmt mehr als ein ganzes Jahr in Anspruch. Foto und Copyright: Fliegergruppe Wolf Hirth

aerokurier: Wie viele Leute aus dem Verein sind im Organisationsteam aktiv?

Jan Denzel: Es muss jedem klar sein, dass das Oldtimertreffen nicht nur durch wenige gestemmt werden kann. Nimmt man alle Helfer aus dem Verein, deren Familienmitglieder und sonstige Helfer wie beispielsweise die Freunde der Motorflugschule zusammen, kommt man sicher auf 200 bis 250 Leute. Und und da ist kaum Spielraum nach unten. Um die Kernorga im Vorfeld kümmern sich etwa 15 Personen.
    
aerokurier: Auch in diesem Jahr haben zahlreiche externe Supporter das Orga-Team unterstützt. Wie motiviert man Firmen und Privatpersonen in der Umgebung, sich für ein solches Event zu engagieren?

Stefan Kessler:
Wir haben das große Glück, dass wir einen ganz guten Stand bei vielen Leuten haben, die schon seit Jahren das OTT besuchen. Im Vorfeld wurden wir sehr oft gefragt, wie man uns in irgendeiner Weise unterstützen kann. Daraus ist dann die Aktion mit den "Supporter"-Aufklebern geworden, die sehr positiv aufgenommen wurde. Das Ganze war dann ein Selbstläufer.

Hunderte Plakate kleistern Helfer auf Sperrholzplatten, um damit auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen. Foto und Copyright: Fliegergruppe Wolf Hirth

aerokurier: Welche ganz besonderen Leckerbissen sind in diesem Jahr beim OTT zu erwarten – sowohl in Bezug auf Flugzeuge, als auch in Bezug auf das Programm?

Stefan Kessler: Wer schon einen Blick in die Teilnehmerliste gewagt hat, wird bemerkt haben, dass sich das Oldtimertreffen in puncto Teilnehmer treu geblieben ist. Spannend werden sicherlich die Formation aus den zwei Dassault Flamants, die Hawker Hurricane von Karl Grimminger, die Red Bull Blanix oder die neue Formation von Toni und Walter Eichhorn. Toni hat ja nun eine T-28.
Auch abseits des Schwermetalls gibt es einige Hingucker. Da ist zum Beispiel die D.H. 83 Fox Moth oder die Fokker Dr. I von Mikael Carlson, die in Kombination mit der Fokker E III von Jürgen Weller ein tolles Ensemble bildet. Leider hat FW 190 von Dirk Sadlowski absagen müssen, weil die Fahrwerksverknieung Probleme macht. Das ist wohl leider als höhere Gewalt abzuhaken.
Das Programm ist in der Mache und wird dieses Mal auch etwas eher publik gemacht als in der Vergangenheit. Klar, da wird sich noch etwas hin und her schieben, aber man bekommt zumindest mal einen Eindruck. Außerdem planen die Jungs rund um George Perez bereits an einem Display, welches sie ihrem guten Freund Marc Mathis widmen werden.

Sicherheit steht an erster Stelle

aerokurier: Die Fliegerei ist immer mit Risiken behaftet, zumal wenn viele Flugzeuge an einem Platz unterwegs sind. Wie sorgen die Organisatoren des OTT dafür, diese Risiken soweit wie möglich zu minimieren?

Jan Denzel: Bei allen Planungen steht die Sicherheit an oberster Stelle, in diesem Punkt wird kompromisslos entschieden. Aus Erfahrungen vergangener Oldtimertreffen und durch den wertvollen Input vieler Piloten versuchen wir, die Unfallgefahr immer weiter zu reduzieren. Es kommen nur erfahrene Piloten, denen wir - wenn gewünscht - auch schon vorab das Gelände persönlich zeigen. In Zusammenarbeit mit unseren Lotsen vom Flughafen Stuttgart erarbeiten wir die bestmöglichen Verfahren, und wir haben sogar - dank der freundlichen Unterstützung der Firma Jeppesen - ein eigenes Anflugblatt, welches jeder Pilot vorher mit anderen Sicherheitshinweisen bekommt. Displays gibt es nur von Piloten mit überdurchschnittlich viel Flugerfahrung zu sehen. Außerdem haben wir dieses Jahr zusätzlich noch den Südparkplatz der Flugzeuge in Richtung Anfang Piste 07 verlegt, um in Richtung Wald neben der Piste eine hindernisfreie Auslaufzone zu schaffen.
 
aerokurier: Selbst wenn die Organisation perfekt ist – das Wetter kann man nicht beeinflussen. Welche Notfallpläne gibt es für Schlechtwetter? Lohnt es sich für die Besucher dennoch, auf die Hahnweide zu kommen?

Stefan Kessler: Schlechtes Wetter ist die Achillesferse jeder Open-Air-Veranstaltung. Wir haben es allerdings in mehr als 30 Jahren noch nie gehabt, dass wir die Veranstaltung komplett absagen mussten. Daher sind wir auch für 2016 zuversichtlich. Natürlich kann es passieren, dass dann weniger Teilnehmer den Anflug schaffen werden, aber zu sehen gibt es auf der Hahnweide immer etwas!

aerokurier: Vielen Dank für das Gespräch und many happy landings!

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