50 Jahre Zivilschutzhubschrauber Bundespolizei

Luftrettung: 50 Jahre Zivilschutzhubschrauber

Luftrettung 50 Jahre Zivilschutzhubschrauber

Vor 50 Jahren, am 22. Dezember 1971, nahm mit Christoph 3 der erste Rettungshubschrauber des Zivilschutzes seinen Dienst auf. Damals von Innenminister Hans-Dietrich Genscher in Leverkusen in Dienst gestellt, fliegt er heute vom Flughafen Köln-Bonn aus Rettungseinsätze in der Region.

Mit einer MBB Bo-105 absolvierte die Crew von Christoph 3 ab Dezember 1971 ihre ersten Einsätze und ergänzten damit den gerade erst im Aufbau begriffenen bodengebundenen Rettungsdienst. Mit Christoph 1 hatte gut ein Jahr zuvor in München das Zeitalter der Luftrettung in Deutschland begonnen, als das Klinikum Harlaching gemeinsam mit dem ADAC nach mehreren Modellversuchen eine Bo-105 dauerhaft für Rettungseinsätze bereitstellte.

Neben der ADAC Luftrettung mit mehr als 50 Hubschraubern, die von 37 Stationen aus starten, und der DRF Luftrettung, die 29 Stationen in Deutschland betreibt, ist das Innenministerium der dritte "big player" des Luftrettungsdienstes. 18 orange lackierte Zivilschutz-Hubschrauber operieren derzeit von zwölf Luftrettungszentren in ganz Deutschland aus und absolvierten allein im vergangenen Jahr rund 14000 Einsätze. Am 16. April 2020 flog "Christoph 4" den insgesamt 800.000. Einsatz der Flotte, die demnächst um zwei weitere Hubschrauber verstärkt werden soll, um Ersatz bei reparaturbedingten Ausfällen leisten zu können.

Die Zivilschutz-Hubschrauber, kurz ZSH, die vor 50 Jahren statt dem heutigen Schriftzug "Luftrettung Bundesministerium des Innern" noch die Aufschrift "Katastrophenschutz" trugen, werden bis heute vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beschafft und verwaltet. Präsident Armin Schuster betont anlässlich des Jubiläums: "Die Luftrettung besitzt einen besonderen Stellenwert im deutschen Hilfeleistungssystem. Die ZSH-Teams tragen dazu bei, dass jeden Tag Menschenleben gerettet werden können. Das heutige Jubiläum ist eine gute Gelegenheit, allen Partnern und Beteiligten in der Luft und am Boden herzlich zu danken. Sie tragen seit 50 Jahren Tag für Tag dazu bei, dass die Zivilschutz-Hubschrauber ihren lebensrettenden Auftrag erfüllen können."

Bundespolizei und medizinisches Personal arbeiten Hand in Hand

Das Aufgabengebiet der ZSH teilt sich in zwei Blöcke auf: Grundsätzlich sind die Zivilschutz-Hubschrauber Teil der Ausstattung, welche das BBK den Ländern für den Zivil- und Katastrophenschutz zur Verfügung stellt. Werden sie in Friedenszeiten dafür nicht benötigt, dürfen die Länder die ZSH in der Luftrettung einsetzen. Die medizinischen Einsätze machen derzeit den Großteil der täglichen Arbeit der Hubschrauber aus. An Bord arbeiten dann unterschiedliche Akteure aus verschiedenen Bereichen zusammen. Während die Notärztinnen und -ärzte in der Regel von dem jeweiligen Stationskrankenhaus gestellt werden, kommen die Notfallsanitäterinnen und -sanitäter von Hilfsorganisationen oder den Berufsfeuerwehren. Die Pilotinnen und Piloten stellt die Bundespolizei. Die ist außerdem für die Wartung und Instandhaltung der Hubschrauber verantwortlich.

Jenseits der Luftrettung können die Hubschrauber zur Erkundung und Überwachung von Schadenslagen oder zur Beobachtung und Lenkung von Bevölkerungsbewegungen eingesetzt werden. Außerdem ist es möglich, die ZSH so auszustatten, dass sie beispielsweise radioaktive Strahlung aus der Luft messen können. Zwei Maschinen, die 2018 und 2019 in den Dienst gestellt wurden, sind zudem mit einer Winde ausgestattet und dadurch optimal auf Einsätze in unebenem Gelände oder im Gebirge vorbereitet.

Im Laufe der Jahre erfuhren die Zivilschutzhubschrauber zahlreiche technische Weiterentwicklungen. Auch die Leistungsanforderungen in der Luftrettung verschärften sich. Deshalb wechselte die Flotte in den Jahren 2007 und 2008 von der Bo-105 CBS Super Five zur EC135 T2i.

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