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Interview

Jan Hagmann: Gewinner Young Pilot Award

Schon als Kind begleitete Jan Hagmann seinen Vater als Copilot, übte sich im Modellkunstflug und lernte Gleitschirmfliegen. Als Gewinner des „Young Pilot Award“ kann der 20-Jährige nun seinen Traum verwirklichen und eine LAPL(A)-Ausbildung an der AAG Flight Academy in Ganderkesee absolvieren.

Du hattest heute schon die Gelegenheit, dich auf dem Atlas Airfield umzusehen und hast dabei auch deinen zukünftigen Fluglehrer Thomas Beyer kennengelernt. Wie ist dein erster Eindruck vom Flugplatz?

Was mir gut gefällt, ist die Tatsache, dass in Ganderkesee alle willkommen sind und es nebst Motor- und Segelflugvereinen auch einen Fallschirmverein gibt. Außerdem erinnert mich das familiäre Ambiente, das hier herrscht, ein bisschen an meinen Heimatflugplatz Bad Saulgau, deshalb habe ich mich auch gleich wie zu Hause gefühlt – das macht wirklich Lust auf mehr.

Lust auf mehr, so könnte dein persönliches Motto lauten, schließlich bist du bereits im Besitz der Gleitschirm- und der Sprunglizenz. Was fasziniert dich am Motorfliegen?

Die Freiheit und die Unabhängigkeit. Das Faible fürs Motorfliegen ist aber sicher auch familiär bedingt: Früher durfte ich meinen Vater oft in seiner Piper Cub begleiten, damit verbinden sich Erlebnisse, die mir in bester Erinnerung geblieben sind.

In die Wiege gelegt: Die Faszination fürs Fliegen entdeckte der 20-Jährige bereits als Kind. Foto und Copyright: Jan Hagmann

Du bist jung und stehst noch am Anfang deiner fliegerischen Karriere. Welcher Pilot hat Vorbildcharakter für dich?

Matthias Dolderer. Die Tatsache, dass er an den Rennen des Red Bull Air Race teilnimmt und nebenbei noch mit seiner Schwester einen Flugplatz betreibt, ist beachtenswert. 

Dass auch du ambitioniert und zielstrebig bist, zeigen deine früheren Erfolge: 2010 wurdest du Deutscher Meister im Modellkunstflug. Wird Kunstflug wieder ein Thema werden?

Davon kannst du ausgehen! Vor gut acht Jahren durfte ich bei Walter Extra einsteigen. Es war faszinierend, zu sehen, wie gut er seine Maschine unter Kontrolle hat, und es reizt mich natürlich, auch selbst an die Grenzen der Physik zu gehen. Aber zuerst einmal konzentriere ich mich auf die LAPL(A)-Ausbildung.

Früh übt sich auch mit dem Modell. Foto und Copyright: Jan Hagmann

Als Segelflugschüler konntest du schon etwas Erfahrung mit Flächenflugzeugen sammeln, abgeschlossen hast du die Ausbildung jedoch nicht. Woran lag das?

Damals war ich 14 Jahre alt und vermochte die finanzielle Hürde – auch Winden- und F-Schlepps können in die Kosten gehen – nicht zu stemmen. Das Gleitschirmfliegen war da schlicht die günstigere Alternative. Und gerade deshalb finde ich es begrüßenswert, dass das Flugplatzteam in Ganderkesee jungen Leuten wie mir finanziell unter die Arme greift.

Ist es nur die finanzielle Hürde, die junge Menschen davon abhält, den Flugschein zu erwerben, oder ist die Fliegerei per se nicht mehr so attraktiv wie früher?

Der finanzielle Aspekt ist sicher der Hauptgrund. Viele haben zu Beginn aber auch Berührungsängste. Besuche in Schulen, Projekttage am Flugplatz und Schnupperflüge helfen, diese zu überwinden und die Lust am Fliegen zu entfachen.

Als Gewinner des „Young Pilot Award“ erhältst du die LAPL(A)-Ausbildung kostenlos, doch um die Berechtigungen regelmäßig zu erneuern, benötigst du fortlaufende Flugerfahrung. Wie wirst du dir die Flugstunden finanzieren?

Um mir die Sprünge leisten zu können, packe ich Fallschirme, und vielleicht ergeben sich ja noch weitere Möglichkeiten, wie ich auf dem Flugplatz Geld verdienen kann. Sobald ich das Studium als Medizintechniker angefangen habe, werde ich außerdem jobben.

Ein großer Sprung: Möglicherweise sitzt Jan Hagmann bald selbst im Cockpit der Caravan. Foto und Copyright: Jan Hagmann

Du verbringst viel Zeit auf dem Flugplatz. Wo bist du sonst noch so anzutreffen?

In den Schweizer und den französischen Alpen – beim Gleitschirmfliegen – oder aber in geselliger Runde mit meinen Freunden.Zwischen Ganderkesee und Bad Saulgau liegen mehr als 700 Kilometer – für ein paar Platzrunden ist das definitiv zu weit.

Stellt diese Distanz ein Problem für die LAPL(A)-Ausbildung dar?

Ich werde mich zuerst der theoretischen Ausbildung widmen und versuchen, die 35 Flugstunden, die für den LAPL(A) erforderlich sind, in den Semesterferien zu erfliegen. Wenn das Wetter mitspielt, sollte das machbar sein. Am liebsten würde ich das kommende Jahr mit ein paar Flügen als PIC ausklingen lassen.

Hast du eine Idee, wohin dich dein erster Trip als „vollwertiger“ Pilot führen wird?

Ich könnte mir gut vorstellen, direkt für ein Wochenende nach Ganderkesee zu fliegen, mit dem Motorflugzeug lassen sich solch weite Strecken ja deutlich leichter zurücklegen.

Deinem Traum, der Motorfluglizenz, bist du mit dem „Young Pilot Award“ schon ein ganzes Stück näher gekommen. In welchem Flugzeug würdest du denn künftig gerne Platz nehmen?

Am liebsten natürlich in einer alten Piper Cub, aber auch die Super Decathlon oder die Extra 300 würden mich reizen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei der Flugausbildung!

Das Interview führte Tashi Dolma Hinz

aerokurier Ausgabe 11/2017

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