in Kooperation mit
Judith Spörl

Lesetipp: Lena Down Under

Lesetipp Segelflugabenteuer in Australien

Mit "Lena fliegt sich frei" und "Lena startet durch" hat Judith Spörl zwei Kinderbücher geschrieben, die vor allem Mädchen für das Fliegen begeistern sollen. Der jetzt erschienene Band "Lena Down Under" ist ein toller Abschluss der Trilogie.

Wohin geht die Reise, wenn man im Segelflugverein Fuß gefasst, sich über allerlei Hürden hinweg zur Lizenz gekämpft und sogar an einem Jugendvergleichsfliegen teilgenommen hat? Für die junge Segelfliegerin Lena geht es nach Australien, um bei einem (leider fiktiven) Austausch für Flugschüler und junge Piloten dabei zu sein. Bis dahin sind aber zuhause noch allerhand Dinge zu regeln: Lenas Mutter ist angesichts verbesserungswürdiger Schulnoten und einer gefälschten Unterschrift für die Australien-Anmeldung stocksauer, auf dem Heimatflugplatz läuft es wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen Mitgliedern alles andere als rund natürlich ist auch im Liebesleben der Teenager nicht alles eitel Sonnenschein. Aber es gelingt, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

In Tocumwal angekommen, finden Lena und ihre Freunde ein echtes Fliegerparadies: Bestes Wetter, ein riesiger Segelflugplatz und coole Leute in den Gastfamilien. Mit ihrer Austauschpartnerin Olivia allerdings steht Lena zunächst auf Kriegsfuß. Dann schweißt eine eine gemeinsame Grenzerfahrung, bei der beide eine Entscheidung gegen jede Vernunft treffen, die Mädchen untrennbar zusammen. Gemeinsam für etwas einstehen, Verantwortung füreinander übernehmen und große Fliegerleidenschaft leben – dazu ermuntert das Buch in jedem Kapitel.

Auch im dritten Band der Reihe gelingt es Judith Spörl – selbst ehemalige Segelfliegerin und im Hauptberuf Towerlotsin in Salzburg – dem Segelfliegen den Nimbus der elitären Freizeitbeschäftigung für die upper class zu nehmen und den Sport an sich und seine Protagonisten ganz real als Menschen wie du und ich zu zeichnen. Dabei wirkt die Handlung selbst in dramatischen Momenten, beispielsweise als der alte Fluglehrer Pit einen Herzinfarkt erleidet und die Protagonistin mit einer Außenlandung den Weg für den Rettungswagen verkürzt, alles andere als kontruiert. Vielmehr fühlt man sich als aktiver Segelflieger beim Lesen immer wieder an Situationen aus dem eigenen Flugplatzalltag erinnert gemäß dem Motto "das hätte mir auch passieren können".

Judith Spörl
Inzwischen hat Judith Spörl drei Bände über die junge Segelfliegerin Lena geschrieben. Das Buch "Jonas hebt ab", das einen Jungen auf dem Weg ins Cockpit begleitet, spielt zeitlich vor der Lena-Reihe, greift aber einige der bekannten Figuren auf.

Nach Lena fliegt sich frei und Lena startet durch ist es noch immer ein Genuss, die junge Pilotin auf ihrem Weg zu begleiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man selbst noch Fußgänger ist, mitten in der Ausbildung steckt oder bereits hunderte Stunden im Cockpit verbracht hat. Ein abosluter Tipp fürs Päckchen unter dem Baum. Allerdings: Am besten gleich alle drei Bücher verschenken, denn die Handlung baut in wesentlichen Teilen auf den zuvor erschienenen Bänden auf.

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