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Commemorative Air Force: Horrorcrash bei Airshow in Dallas

Commemorative Air Force
Horrorcrash bei Airshow in Dallas

Bei der Wings Over Dallas Airshow im US-amerikanischen Bundesstaat Texas ist es am Samstag zu einem schweren Unglück gekommen. Während eines Displayfluges kollidierte eine P-63 King Cobra mit einer B-17 Flying Fortress. Beide Flugzeuge stürzten ab, wobei mehrere Menschen ums Leben kamen.

Horrorcrash bei Airshow in Dallas
Foto: Alan Wilson

Wie so oft im Smartphone-Zeitalter ist der Horrorcrash von Dallas auf zahlreichen Amateurvideos dokumentiert. Die Aufnahmen zeigen aus verschiedenen Blickwinkeln, wie die King Cobra sich mit hohem Fahrtüberschuss der B-17 von links hinten auf gleicher Höhe annähert. Da der Pilot seinen Jäger zu diesem Zeitpunkt mit deutlicher Querlage in eine Linkskurve steuerte, befand sich der Bomber mutmaßlich im toten Winkel unterhalb des Jägers und war aus dem Cockpit der Kingcobra nicht zu sehen. Kurz darauf touchiert die King Cobra die B-17 direkt am Flügel-Rumpf-Übergang, woraufhin der Rumpf hinter den Tragflächen bricht und beide Flugzeuge innerhalb von nur drei Sekunden auf dem Boden aufschlagen und explodieren.

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Dallas Air Show Crash
AP
Der abgetrennte Hinterrumpf der B-17. Tragflächen und Vorderrumpf gingen nach dem Aufschlag in Flammen auf.

Beide Flugzeuge gehörten zur Commemorative Air Force, einem Verein, der bereits in den 1950er Jahren mit dem Ziel gegründet wurde, von jedem Flugzeug, das im Zweiten Weltkrieg flog, mindestens ein Exemplar zu erhalten. Die CAF gilt als größter Verein für historische Flugzeuge weltweit, in dem gut 12000 Mitglieder mehr als 180 Flugzeuge für die Nachwelt erhalten. Die Boeing B-17 mit dem Spitznamen Texas Raiders gehörte seit mehr als 50 Jahren zur CAF-Flotte.

Hohe Standards bei US-Airshows

Wie es zu dieser tragischen Kollision kommen konnte, ist so kurz nach dem Unglück völlig unklar. Die Besatzungen der historisch wertvollen Flugzeuge gelten im Allgemeinen als erfahren, zudem werden gefährlich Flugmanöver bei derartigen Displays weitgehend vermieden. "Bei US-amerikanischen Airshows gibt es extrem hohe Sicherheitsauflagen", sagt Philipp Prinzing, Experte für historische Luftfahrzeuge und Leiter des aerokurier-Schwestermagazins Klassiker der Luftfahrt. Bei diesem als `Bombers Parade´ bezeichneten Display handelt es sich normalerweis um einfache Vorbeiflüge der Formationen, bei denen die verschiedenen Flugzeugtypen entsprechend in der Höhe gestaffelt sind, sodass sie sich nicht in die Quere kommen." Warum die P-63 diese Höhenstaffelung nicht folgte, dafür hat auch Prinzing keine Erklärung.

Laut Berichten US-amerikanische Medien haben die amerikanische Zivilluftfahrtbehörde FAA und die Unfalluntersuchungsstelle NTSB die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Zur Anzahl der Opfer gab es zunächst keine genauen Angaben.

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